Mögliche Lockerung für Athens Sparauflagen

Sollte das Land in der Eurozone bleiben, müsste das Spardiktat gelockert werden, heißt es. Das Land hat noch Geld bis zum 20. Juli

In der EU wird offensichtlich über mögliche Erleichterungen bei Griechenlands auferlegten Sparmaßnahmen verhandelt. Solche Schritte seien notwendig, sollte das Land in der Eurozone bleiben, berichtet die Financial Times Deutschland. Die sogenannte Troika (EU-Kommission, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds) geht davon aus, dass das Land seine Sparverpflichtungen erneut verletzt hat, berichtet die FTD unter Berufung auf Kreise. Das Programm sei "aus der Spur", die Nachverhandlungen würden unabhängig vom Wahlausgang nächsten Sonntag geführt.

Allerdings werde in Brüssel befürchtet, dass im Falle eines zusätzlichen Finanzbedarfs der Internationale Währungsfonds (IWF) aussteigen könnte. Andere Experten meinten dagegen, dass der IWF als Preis für ein weiteres Engagement verlangen könnte, dass die Euroländer mittel- oder langfristig auf die Rückzahlung eines Teils ihrer Kredite verzichten - es also nach dem Schuldenschnitt bei den privaten auch einen sogenannten Haircut bei den öffentlichen Gläubigern gebe.

Geld reicht bis zum 20. Juli

Das hoch verschuldete Griechenland hat griechischen Medienberichten zufolge noch ausreichend Geld, um seine Rechnungen bis zum 20. Juli zu bezahlen. Dem Land stünden noch 2 Mrd. Euro zur Verfügung, um Beamtengehälter und Renten auszuzahlen, berichteten griechische Medien am Mittwoch. Demnach stammt die Angabe aus einem Treffen von Vertretern des Finanzministeriums mit dem Linksbündnis Syriza, das als Favorit bei der Parlamentswahl am Sonntag gilt. Das Ministerium wollte die Berichte nicht kommentieren.

Euro nicht gefährdet

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht auch für den Fall eines Wahlsieges der Spargegner in Griechenland keine Gefahr für den Euro. Auf eine entsprechende Frage antwortete der Minister dem Magazin "Stern" vom Donnerstag: "Das glaube ich nicht." An der Notwendigkeit, harte Maßnahmen zur Sanierung des Landes zu ergreifen, ändere das Wahlergebnis ohnehin nichts. Ein Ausscheiden des Landes aus dem Währungsraum sei kaum möglich. "Wir wollen nicht und wir können rechtlich noch nicht einmal irgendjemanden aus der Eurozone drängen", unterstrich der CDU-Politiker. "Die Nachteile wären zudem erheblich", warnte Schäuble. Letztlich liege die Entscheidung aber bei den Griechen. (APA/red, 13.6.2012)

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