Was die UEFA weniger gerne sieht: Wilde Szenen vor Warschauer Stadion

Ansichtssache13. Juni 2012, 10:35
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Warschau - Die polnische Polizei hat vor und nach dem EM-Spiel zwischen Polen und Russland am Dienstag in Warschau 184 Personen festgenommen, darunter mehr als 150 Polen und mehr als 20 russische Staatsbürger. Mindestens zehn Menschen wurden bei den Fan-Ausschreitungen zum Teil schwer verletzt, unter ihnen auch Polizisten. Die Lage habe sich erst gegen 1 Uhr nachts beruhigt, erklärte der Sprecher der Warschauer Polizei, Maciej Karczynski, gegenüber Journalisten.

Zunächst griff schon vor dem Spiel eine Gruppe teilweise vermummter polnischer Hooligans die russischen Fans an, die von der Innenstadt Richtung Stadion unterwegs waren. Die Fußballrowdys warfen mit Steinen und Feuerwerkskörpern. Sie griffen auch die Polizei an, die die beiden Gruppen voneinander trennen wollte, und dabei Wasserwerfer und Tränengas einsetzte. Auf der Poniatowski-Brücke über die Weichsel kam es zu mehreren Schlägereien. Auch nach dem Spiel gab es immer wieder Zusammenstöße in der Umgebung der Fanzone am Warschauer Kulturpalast. Nach Angaben der Polizei verabredeten sich polnische und russische Hooligans nach dem Spiel zu einer regelrechten Schlacht in der Innenstadt, dies sei jedoch verhindert worden.

Der polnische Regierungssprecher Pawel Gras erklärte am Mittwoch gegenüber Radio TOK FM, die polnische Justiz werde hart gegen die Verantwortlichen der Auseinandersetzungen vorgehen. "Sie werden nicht ruhig schlafen können", sagte Gras. Gleichzeitig lobte er die Polizei dafür, dass die Situation um das Nationalstadion nicht eskaliert sei. Folgen für die polnisch-russischen Beziehungen ergäben sich aus den Ereignissen nicht, sagte der Regierungssprecher.

Auseinandersetzungen waren im Vorfeld des Spiels befürchtet worden - unter anderem deshalb, weil der Verband der russischen Fußballfans einen Marsch durch Warschau aus Anlass des russischen Nationalfeiertags angekündigt hatte. Wegen Sicherheitsbedenken war dieser dann auf eine weniger als einen Kilometer lange Strecke von einer S-Bahn-Station zum Stadion beschränkt worden. (APA, 13.6.2012)

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