Verwirrspiel um Regie-Professur am Reinhardt-Seminar

12. Juni 2012, 22:54
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Anna Maria Krassnigg wurde vorerst bestellt, Stefan Bachmann sieht sich düpiert

Wien - Die Vergabe eines zweiten Regie-Ordinariats am Max-Reinhardt-Seminar ist zu einer kleineren Staatsaffäre geworden. Vor kurzem erhielt Regisseurin Anna Maria Krassnigg, Gastprofessorin, die Botschaft, dass sie zur ordentlichen Professorin bestellt sei. Stefan Bachmann, Schweizer Regisseur, sieht sich übergangen.

Der Entscheidung des Rektorats an der Universität für Musik und Darstellende Künste war ein Dreier-Vorschlag vorausgegangen. Auf dem Papier der Kommission stand Krassnigg an dritter Stelle. Obenan prangte der Name Bachmanns, der 2013 Kölner Theaterintendant wird.

Über den Hergang des Prozederes wird Unterschiedliches erzählt. Krassnig sieht sich mit Unmut konfrontiert und räumt ein, es sich durch " praxisnahe Arbeit" mit diversen konservativ gesonnenen Kollegen verscherzt zu haben.

Bachmann, der als Erstgereihter bereits das Abschreiben von Rektor Werner Hasitschka erhalten hat, sieht sich düpiert: Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, eine allfällige Lehrtätigkeit mit seinen Kölner Intendanzpflichten zu vereinbaren. Zuletzt hatte Institutsleiter Hans Hoffer angedeutet, die bereits zu Gunsten Krassniggs getroffene Entscheidung könnte von höchster Stelle noch einmal aufgehoben werden.

Kurioserweise war der zweite Posten der Kandidatenreihung überhaupt frei geblieben: Krassnig stand mit Kollegin Sandra Strunz erst an der dritten Stelle. (Ronald Pohl/DER STANDARD Printausgabe, 13.6.2012)

  • Konkurrieren um die Regie-Professur: Anna Maria Krassnigg ...
    foto:zötl

    Konkurrieren um die Regie-Professur: Anna Maria Krassnigg ...

  • ... und Stefan Bachmann.
    foto: standard/corn

    ... und Stefan Bachmann.

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