Gesundheitsreform soll elf Milliarden bis 2020 bringen

Andrea Heigl, 12. Juni 2012, 18:20
  • Betten werden in den Spitälern weiterhin herumgeschoben, die Verantwortung zwischen Ländern und Kassen künftig nicht mehr. Sie sollen sich gemeinsame Ziele geben - und so Geld sparen.
    foto: standard/newald

    Betten werden in den Spitälern weiterhin herumgeschoben, die Verantwortung zwischen Ländern und Kassen künftig nicht mehr. Sie sollen sich gemeinsame Ziele geben - und so Geld sparen.

Engere Vernetzung von Spitälern und Ärzten - Länder und Kassen müssen enger zusammenarbeiten

Wien - Der Titel des nur sieben Seiten umfassenden Papiers lässt erahnen, dass es sich um eine hochkomplexe Materie handelt: Am  Mittwoch wird im Gesundheitsministerium die "Politische Vereinbarung über ein partnerschaftliches Zielsteuerungssystem für das österreichische Gesundheitswesen und einen Ausgabendämpfungspfad für die öffentlichen Gesundheitsausgaben" unterschrieben. Seit über einem Jahr verhandeln drei Rote (Gesundheitsminister Alois Stöger, die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely und die Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse, Ingrid Reischl) und drei Schwarze (Finanzministerin Maria Fekter, Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer und Hauptverbands-Vorsitzender Hansjörg Schelling) über eine Gesundheitsreform.

Das Papier, das dem STANDARD vorliegt, enthält einige spektakuläre Zahlen: Bis 2020 sollen die Kosten im Gesundheitsbereich deutlich weniger steigen als bisher, und zwar um elf Milliarden Euro. Zwar sei im System nichts einzusparen, sind alle Beteiligten stets bemüht zu betonen; aber die Kostensteigerung soll bis 2016 schrittweise auf 3,6 Prozent gesenkt werden und dann auf diesem Niveau bleiben. Die Ausgaben im Gesundheitssystem werden damit an das Wirtschaftswachstum gekoppelt.

Gemeinsame Ziele

Herzstück der Reform ist, dass Bund, Sozialversicherungen und Länder künftig gemeinsam Versorgungsziele festlegen und die finanzielle Verantwortung dafür tragen. Das entspricht quasi der Finanzierung aus einer Hand, die Gesundheitsökonomen seit Jahren gebetsmühlenartig fordern. Denn derzeit gibt es zwei Systeme im System: Die Länder sind für die Krankenhäuser zuständig, die Kassen für die Ärzte.

Gibt es etwa in einer Region zu wenig Kassenstellen oder keine offenen Arztpraxen am Wochenende, weichen die Patienten auf die Spitalsambulanzen aus - was nicht nur für die Patienten unangenehm, sondern auch für das Gesundheitssystem ungleich teurer ist. So schlägt laut einer Berechnung der Ärztekammer ein Patientenkontakt in einer Ambulanz mit 84 Euro zu Buche, in der Ordination sind es 25 Euro. Ob es künftig etwa mehr Tageskliniken oder ärztliche Gruppenpraxen gibt, das bleibt Verhandlungssache zwischen Ländern und Kassen.

Umstritten war bis zuletzt der Sanktionsmechanismus für den Fall, dass die Finanzziele nicht erfüllt werden. Auf Wunsch der Länder hin ist die Gesamtsumme der Kostendämpfung zwar verbindlich, die Zahlen für die einzelnen Länder gelten aber als "Richtwerte", sprich: Schießt ein Land über das Ziel hinaus, gibt es keine Sanktionen, solange das Soll österreichweit erfüllt wird. Ist das nicht der Fall, haben sie ein Jahr Zeit, das nachzuholen, falls das auch nicht gelingt, wird sanktioniert. Dabei seien pekuniäre Strafen denkbar, signalisierten die Landesgesundheitsreferenten bei einem Treffen Anfang Mai.

Wie hoch diese Strafen sein könnten, ist freilich ebenso offen wie die Frage, was passiert, wenn sich Landesregierung und Sozialversicherung nicht auf einen Finanzrahmen einigen können. Die Landesgesundheitsreferenten haben einem so genannten Deeskalationsmechanismus zugestimmt, auch der ist noch auszuverhandeln. Er ist Teil einer 15a-Vereinbarung, die - so ist es in der Punktuation festgehalten - der politischen Steuerungsgruppe bis 1. Oktober vorgelegt werden soll. Noch im Herbst sollen dann in den neun Landtagen sowie im Nationalrat die entsprechenden Gesetze beschlossen werden, sodass die Reform Anfang 2013 in Kraft treten kann.

Keine Reform ohne Elga

Noch vor dem Sommer könnte auch die Elektronische Gesundheitsakte (Elga) den Ministerrat passieren. Die Vernetzung der Gesundheitsdaten sei Voraussetzung für ein Gelingen der Gesundheitsreform, betonten erst vergangene Woche Gesundheitsstadträtin Wehsely und der niederösterreichische Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka (VP); ohne Elga sei alles "nur Schall und Rauch". Abgesehen davon soll Elga dem System weiter Geld sparen, die Einführungskosten von 130 Millionen Euro sollen sich laut einer Berechnung des Gesundheitsministeriums - die von Elga-Gegnern freilich heftig angezweifelt wird - nach nur einem Jahr amortisieren. (Andrea Heigl, DER STANDARD, 13.6.2012)

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lieber foromat,

warum hältst du meine antwort auf daBarts vorwürfe zurück? da ist nichts dabei, was nicht publizierbar wäre. oder entspricht das nicht der blattlinie von elga=gut, ärzte=böse?

Die Teile der Ärzte die korrupt sind (kA wieviele, vielleicht 10% was halt der Schnitt in Ösistan ist) haben halt Angst vor einer digitalen Patientenkarte, weil sie mehr Transparenz und auch Überwachung bringt (Niemand hat es gerne wenn er von Externen geprüft wird).

Das ganze funktioniert technisch ohne Probleme wie man am Beispiel Basel sieht.

http://www.swissmedicalsuite.ch/modellversuch

das ist eine ganz miese unterstellung.

als kassenarzt können sie nämlich gar nicht korrupt sein: wer falsch abrechnet, fliegt unweigerlich bereist mit den derzeitigen mitteln auf, und riskiert seine existenz.

und als krankenhausarzt bekommen sie vom spitalserhalter keinen cent, wenn sie eine untersuchung anordnen, die vielleicht verzichtbar wäre.

ich würde mich jetzt an ihrer stelle entschuldigen, wenn sie charakter haben: dass sie keine ahnung von elga, e-card und ärztlicher leistunsgerbringung haben, sei ihnen nachgesehen, dass sie hier aufgrund tumber vermutungen böse unterstellungen aussprechen, ist inakzeptabel.

Bißchen etwas geht immer, ausserdem habe ich dir nicht direkt was unterstellt, was bei einem Nickname „hot doc“ auch gar nicht gehen würde. Deswegen kann man auch hier nicht per „Sie“ sein. Dann musst woanders diskutieren wenn du das willst (Face to face bei Kongressen, im Debattierclub etc.).

Wie bescheisst man als Kassenarzt?
=> Man organisiert sich mit Therapeuten und verschreibt halt etwas häufiger die passenden Therapien.
=> Man schreibt freundlich gesinnte Krankmeldungen etc.

Anders sind Diagnosen wie: „Arbeitsunfähig mit 40ig aufgrund einer Mehlallergie“ nicht erklärbar.

Das Österreich-ELGA ist mir egal, mir geht es um das Prinzip der elektronischen Krankenakte und das ist - gut gemacht - aus meiner Sicht ein Segen für Alle!

Einsparungen bei der Gesundheit entlasten auch das Pensionssystem.
Burger und Zigarren für Alle!

"Ausgabendämpfungspfad"

Wer solche begrifflichen Nebelgranaten erfindet, wird sicher NIE das dahinterliegende Problem lösen!

Nominalstil

Eigentlich ist's keine Nebelgranate. man muss sich nur der Mühe unterziehen, den Begriff verstehen zu wollen. Die reine Begriffsbildung orientiert sich durchaus an deutschen Sprachegepflogenheiten, der Terminus heisst "Nominalstil".
Also: "Ausgaben" ist klar, "dämpfung" auch und "pfad" ebenso. Also klar und deutlich: die Steigerung der Ausgaben über die Jahre hinweg soll vermindert werden. Heisst also nicht "keine Steigerung", sondern eben verminderte Steigerung der Kosten. So einfach.

soll ... bringen

süss.

das ist kinder-denke.
also liebe kinder, das ist so:

lektion 1:
weniger ausgeben ist nicht gleich sparen.

lektion 2:
wirtschaftswachstum von 3,6 ist ein spass
wieviel haben wir dann in guten zeiten: 10%?

lektion 3:
wer zahlt die kostensteigerungen von 3,6% p.a.?
mit oder ohne teuerung und personalkostensteigerungen?

im prinzip eh lobenswert, aber ins fleisch schneidet sich da keiner. erst wenn der hut brennt.
aber das kommt eh bald.

super sache........ansich

aber könnte man auch mal anders angehen indem man ein bisl mehr sv-träger zusammenlegt und vereinheitlicht, aber da täte man sich ja quasi den rotschwarzen schwanz fast abschneiden kommt mir manchmal vor :-)

weniger ausgeben ist nicht sparen

wenn wir 50 mrd nicht ausgeben, sparen wir dann 50 mrd?

man könnte auch 10% weniger als 2011 ausgeben, ohne dass es der patient merkt.
er müsste vielleicht einmal im jahr 10 km weiter fahren mit dem auto, dafür käme er früher bei der op dran und würde von profis operiert und nicht von ärzten, die das 2x im monat machen.

das würde aber auch die riesenverwaltung merken und die pharmakonzerne und die gesundheitsindustrie.

man könnte es locker machen. und wirklich sparen.
ab sofort. aber man müsste wohl einige wähler verprellen. dann lassen wir lieben weiter den euro rollen.

11Mrd. Einsparung? Werden die 23 Sozialversicherungsträger endlich zusammengefasst und die ganze überflüssige Partie in die Wüste geschickt, wo sie hingehört? Oder werden einfach nur die Leistungen gekürzt, billigere Medikamente und Therapien verschrieben und die Selbstbehalte ordentlich erhöht?
Bei so einem Artzikel braucht man in Österriech nur die Überschrift zu lesen um zu wissen, was wirklich abgeht.

Klar doch,

es werden einfach Leistungen "gekürzt" = gestrichen:

Zahlt die Kassa nicht, müssen Sie selbst bezahlen; Sie können aber die Rechnung bei der Kassa einreichen, vielleicht kriegen Sie einen Teil erstattet.

UND:

Tut mir Leid, aber wir haben in unserem Krankenhaus zu wenig Personal, deshalb müssen Sie etwas länger warten.

Gespart wird gar nix!

Es wird nur die explosionsartige Kostenentwicklung etwas gedämpft!

woher haben sie denn das von der explosionsartigen kostenentwicklung? diese behauptum kommt immer wieder, und aus gutem grund werden keine zahlen präsentiert.

Zentrales Datawarehouse zur Überwachung

das Projekt Überwachungsstaat zum Schutze des Bürgers wird bald Realität ......

Politikerreform und Offenlegungsverpflichtung bringt bis 2015 22 Milliarden

Weg mit allen korrupten Politiker-Sumpfblüten !!

besser darein geld investieren als in idioten ideen wie elga. http://www.ibm.com/smarterpl... =ussph3.12

was bringt elga wenn die grund diagnose falsch ist?
und ob ärzte miteinander vernetzt sind oder nicht, wird dermassen wenig an einsparungen mitsich bringen.denn das system am laufen zu halten wird enorm viel geld verschlingen. und ob nun jemand seine diagnose per usb stick oder ausgedruckt zum artz bringt oder per netzwerk die informationen ausgetauscht werden bringt so gut wie keinen unterschied. ausser das ein digitales system eher anfällig für fehler ist, als ein ausdruck oder den akt auf usb stick. somit das elga kann nur viel kohle kosten und wird sich niemals rentieren. amen

ELGA und Diagnosen

Was bringt ELGA, wenn die Diagnose richtig ist? In den bei weitem überwiegenden Fällen, mein Bester, stimmt die Diagnose nämlich. Statistisch signifikant.

Dass ELGA "kein Geld" kosten soll, hat meines Wissens niemand bzw. kaum jemand behauptet. Allerdings kosten die Zusatz- und Mehrdiagnosen auch Geld, und das nicht zu knapp.

also wär schonmal das internet benutzt hat und netzwerke die von wirklichen profis wie ibm, microsoft udg. sich angesehen hat. wird wohl elga aus vielen gründen verneinen. es scheint so, als würde das gesundheitssystem (ausgenommen die exekutierenden ärzte) die fehler quellen erhöhen als reduzieren. (und das soll kein geld kosten?) keiner dieser firmen (ibm, ms usw) kann eine sicherheit auf deren netzwerktools garantieren. und auch wenn nur vereinzelt durch egal fehler auftretten, gibt es keinen grund statistisch eine fehler quote mit einzubeziehn und diese in kauf zu nehmen.

nur soviel zum mentalen stand von so manchen politiker und anderer.

Fehler

Wer wenig arbeitet, macht wenige Fehler.
Wer viel arbeitet, macht viele Fehler.

Wer keine Fehler macht, ist ein fauler Hund.

ein digitales system ist natürlich fehlerbehaftet. allerdings ist die anzahl der von ärzten verursachten fehler mit sicherheit wesentlich höher einzuschätzen. um daran vorbeizudiskutieren, muss man entweder dumm sein - oder ein mit standesdünkeln behafteter arzt.

freche Lüge

Ärzte retten jede Stunde Leben und lindern Beschwerden.
Wir lassen uns nur zu lange solche Trotteln wie Sie gefallen.
Stöger ist einfältig genug die Ärzte bis aufs Blut zu reizen.
Man sollte mal untersuchen wieviel Zuwendungen die SPö von Siemens bekommen hat.
Oder glauben Sie tatsächlich das Ärzte- bashing geht unendlich weiter?

dass Ärzte jede Stunde Leben retten und Beschwerden lindern, steht außer diskussion. das ist aber hier nicht das thema.
im übrigen muss ich mich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie so anschaulich meine obige aussage untermauern.

lol 11 mrd. - entweder es hat wiedermal wer eine milchmädchenrechnung erstellt, oder wir dürfen uns in der zukunft alles aus der eigenen tasche zahlen...nicht, dass es nicht genügend potential gäbe, aber diese bereiche werden garantiert nicht angerührt - schliesslich sitzen dort die freunderln...

Krasse Widersprüche

Kernaussage 1: "im System nichts einzusparen"
Kernaussage 2: "geringere Kostensteigerung bis 2020 um 11 Mrd."
Kernaussage 3: "engere Zusammenarbeit von Ländern und Kassen"
Unlogisch, widersprüchlich und nicht nachvollziehbar.

Realistische Aussichten:
- viele Benachteiligte (Patienten, Personal, Lieferanten ...)
- Postenabbau, Lohnkürzung, Arbeitszeitverlängerung
- Verschlechterung des Niveaus der Gesundheitsversorgung
- keine Neuanschaffungen, keine Forschung
- Akzeptanz von Ferndiagnosen, Online-Therapien und Hausmittel bei sonst unleistbaren Selbstbehalten
- Patient wird Selbstversorger (Nahrung, Reinigung)
- Warnung an der KH-Eingangstür: "das Gesundheitswesen kann tödlich sein"
usw. - was denn sonst?

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