Daimlers E-Smart kommt teuer

Der "smart fortwo electric drive" genannte, elektrisch angetriebene Zweisitzer kostet fast doppelt so viel wie Verbrenner-Variante

Stuttgart - Bis zur Wettbewerbsfähigkeit batteriebetriebener Autos ist es noch ein langer Weg - das zeigt auch die Preisgestaltung des Elektro-Smarts aus dem Hause Daimler. Der offiziell "smart fortwo electric drive" genannte, komplett elektrisch angetriebene Zweisitzer ist seit Dienstag bestellbar und kostet bei den deutschen Nachbarn 23.680 Euro, wie Daimler mitteilte. Zur Einordnung: Laut Preisliste startet der Smart-Benziner bei 10.275 Euro. Die vergleichbare Ausstattungsvariante "passion", auf deren Basis der E-Smart angeboten wird, liegt bei 13.035 Euro.

Damit kostet der Batterieflitzer rund 10 000 Euro mehr. Im Vergleich zum günstigsten Smart-Benziner liegt der Preisaufschlag bei rund 130 Prozent. Auf dieser Rechenbasis könnte ein Interessent für den Gegenwert des Stromers auch zwei Benziner kaufen und trotzdem noch sparen.

Miet-Modell für die Batterie

Daimler begegnet der teuren Technik daher mit einem Miet-Modell für die Batterie. Ohne den Antriebsakku kostet der E-Smart nur noch 18.910 Euro - immerhin rund 4.800 Euro weniger. Die Batterie muss dann aber für 65 Euro im Monat dazugemietet werden. Aufs Jahr gesehen sind das 780 Euro. Wenn jemand das Auto vier Jahre fährt, summiert sich die Miete auf 3.120 Euro. Der Benziner-Smart in der "passion"-Ausstattung kostet 125 Euro monatliche Leasingrate.

Der E-Smart braucht den Angaben zufolge aus dem Stand 4,8 Sekunden, um Tempo 60 zu erreichen. Emissionsfrei sind die Autos nur indirekt - denn der Strom für die Batterie kommt in Deutschland überwiegend aus Quellen wie Gas, Kohle oder Atomkraft - in Österreich aus Wasserkraft. Ein aufgeladener E-Smart kommt 145 Kilometer weit. Über Nacht kann er zu Hause über eine gewöhnliche Steckdose geladen werden.

Fünfstellige Zahl als Verkaufsziel

Von den deutschen Automarken ist schon Opel (Modell Ampera) als E-Auto zu haben. Er hat einen Zusatzmotor ("range extender") für längere Strecken und ist streng genommen technisch identisch mit dem Chevrolet Volt aus dem Opel-Mutterkonzern GM in den USA. VW bringt seinen E-Golf 2013 serienmäßig auf den Markt, BMW plant auch für das nächste Jahr den i3. Ausländische Hersteller, etwa Renault und Toyota, sind bei der E-Mobilität weiter als die deutschen Autobauer.

Ein Daimler-Sprecher bekräftigte am Dienstag das Ziel, nächstes Jahr "eine fünfstellige" Zahl an E-Smarts zu verkaufen.(APA, 12.6.2012)

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