Der Jubiläumszug als rasende Österreich-Flagge

12. Juni 2012, 14:48
  • Der nämliche Zug, auf Rot-weiß-rot-Art.
    foto: hans punz/dapd

    Der nämliche Zug, auf Rot-weiß-rot-Art.

Verkehrsministerin Bures will die Bahn auch "für die nächsten 175 Jahre aufstellen"

Wien - Mit einem Railjet im rot-weiß-roten Look samt Schriftzug begehen die ÖBB das heuer im November stattfindende Jubiläum "175 Jahre Eisenbahn in Österreich". Laut einer Aussendung vom Dienstag ist der in 500 Arbeitsstunden dekorierte, 206 Meter lange Zug ab sofort im Einsatz. Heute, Dienstag, wurde der Railjet im Wiener Westbahnhof präsentiert.

Doris Bures (SPÖ), eine "Taufpatin" des Railjets, definierte dabei ihr Ziel als Verkehrsministerin damit, "die Bahn auch für die nächsten 175 Jahre gut aufzustellen". Im Jahr 1837 fuhr der erste Zug auf der Strecke zwischen Wien-Floridsdorf und Deutsch-Wagram. Aus Anlass dieses Jubiläums gibt es laut ÖBB heuer eine Reihe von Aktivitäten, bei denen die "bewegte" Geschichte und die Zukunft der Eisenbahn beleuchtet wird.

Besichtigt werden kann der Railjet bei den Bahnhofsfesten im Rahmen des Jubiläums. Ebenso würden auch kleine, regionale Veranstaltungen wie Ausstellungen und diverse Sonderzugfahrten veranstaltet, so die ÖBB. (APA, 12.6.2012)

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21 Postings
...leider ist das ein typisches Wiener Fake-Jubiläum:

die erste Eisenbahn gab's schon wesentlich früher im Land Ob der Enns, zwar betrieben mit Spitzohrlokomotiven, aber es ist ein Faktum, dass die ersten Züge am 1.8. 1832 zwischen Linz und Budweis verkehrten. Warum haben's in Wien so lange gebraucht, bis was schnaufte?

175 jahre

160 davon als staatsbetrieb. net optimal aber für die menschen.

15 jahre.... dann kommen die manager, umbenennungen, skandaloe , unternehmensberater, boni, megaverluste die mehr als die restlichen 160j ausmachen, lauter vorzeitig abgelöste mega CEO´s um viel geld.
alleine der skandal mit den speisewagen/büffet dienstleistern....
das soll die zukunft der bahn sein?
nachdem es immer mehr alternativen gibt, sind visionäre chefs gefragt. keine megachecker die von anderen sparten kommen und keine ahnung vom güter und personentransport haben.

alleine dass gepäck von bahnpassagieren mit dem lkw gefahren wird, ist ein skandal.

es gibt viel zu tun, zeit zum feiern gibts da gar nicht.
öbb muss aus der politik raus. huber und co, nein bitte nimmer

Kommt drauf an...

..die Eisenbahnen sind allesamt als Privatunternehmen (mit staatlichen Konzessionen und gesetzlich vorgegebener Linienführung) gegründet worden.

Als dann einige Linien nach der Wirtschaftskrise 1873 anfingen, unrentabel zu werden, und vor allem, weil die meisten Nebenbahnen selbst zu ihren Glanzzeiten nie rentabel waren, musste der Staat einspringen, und diese Linien verstaatlichen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Es gab aber genügend profitable private Eisenbahnen in der Monarchie, z.B. die Südbahn von Wien nach Triest (mit x Nebenlinien, und einem eigenen Netz an Luxushotels am Semmering, in Toblach und in Abbazia): Die wurde erst 1919 von den Nachfolgestaaten verstaatlicht und war vorher privat geführt!

Nihil novi sub sole.

und was originelleres und sympathischeres als ne Fahne ist ihnen nicht eingefallen?

Siemens muß aushelfen

Beim Studieren der Unterlagen zu diesem Medienevent ist mir aufgefallen, daß Siemens als Hersteller mitmischt und auch bei der Taufe mitmischt.

Es würde mich nicht wundern, wenn der Kern so geizig ist und Siemens dazu in die Pflicht genommen hat, dieses Sondersujet sich von einem Dritten finanzieren zu lassen. Ein Armutszeugnis für den größten Mobilitätsbetreiber Österreichs!

Ist doch egal wie es finanziert wird! Hauptsache wir Steuerzahler zahlen nicht drauf! Da sind Sponsoren herzlich willkommen!

diese lok s

schauen aus wie die in deutschland anfang der 70 ger jahre .....

175 Jahre Eisenbahn wird mit einer bunten Lok gefeiert? Das wars?

Die ÖBB haben anscheinend ein sehr gestörtes Verhältnis zur Vergangeheit.
Nachdem die ÖBB beim S Bahn Jubiläum in Wien schon ausgelassen haben, folgt jetzt das ...

Die ÖBB haben ja auch hunderttausende Bilder aus der aufgelösten Lichtbildstelle vernichtet.

es ist einfahc zu teuer würd ich ml meinen.

Was wäre dir so vorgeschwebt? Parade am Ring?

Ja, das wars.

Traurig, traurig ....

Vielleicht

könnte man diesen Zug auch versuchsweise auch wieder mit Qualitäten des guten alten Transalpin (siehe Artikel) ausstatten, also mit Abteilen oder wenigstens mit Viererbestuhlung, Rückenlehnen, die bequem und nicht so hoch sind, also Übersicht zulassen, und auf das lächerliche "Railjet" könnte man getrost verzichten und wieder "Transalpin" draufschreiben (ohne Sichtbehinderung). Nicht zu vergessen: ein Speisewagen wie annodazumal mit herrlicher Übersicht.

Kostet nur leider Unsummen an Geld und rentiert sich vermutlich daher auch nicht. Die Bistros wurden ja bereits in Restaurants umgewandelt und das war schon sauteuer.

Der Wehinger hat schon gewusst, was er bei den ÖBB macht, bevor er seine private Eisenbahn gegründet sein.

... die er auch schon wieder verlassen hat!

Ja, das schon, war aber vermutlich nicht Teil des ursprünglichen Plans. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja jetzt eine neue Bahn von ihm, bei der er dann die Wettbewerbsverzerrungen der Mittbewerber "ÖBB PV" und "Westbahn" beklagen kann :)

Teuer wären neue Waggons,

aber 4er-Bestuhlung mit bequemen, nicht unnötig hohen Sitzen und ansprechende Umgestaltung des Speisewagens (ex-Bistros), weg vom "Ostblockcharme", kosten wohl nicht die Welt.

Der Speisewagen-Umbau kostete doch soweit ich weiß um die 50000€ pro Zug, und das war ein halber Waggon! Das der Umbau von den ganzen vier vollwertigen 2.-Klasse-Wagen dann dementsprechend teuer sein dürfte, kann man sich ausrechnen.

Ich bin absolut dafür, dass man endlich akzeptable Sitze einbaut, aber ich halte es in der nahen Zukunft einfach für unrealistisch. Und ohne vernünftige (!) Konkurrenz gibt es auch keinen Druck bei der ÖBB, irgendwas zu ändern und endlich auch mal an das Wohl der Fahrgäste zu denken.

Taufpatin Bures?

Kann jemand, der bei der Taufe nicht anwesend war, Taufpatin sein? Oder handelte es sich um eine "virtuelle Taufe"? Oder hat der Standard vielleicht einen Text übernommen, ohne selbst dabei zu sein? Oder sind einfach 175 Jahre zu wenig und zu unwichtig. Oder ist Siemens oder die ÖBB mit tausenden Arbeitsplätzen zu unwichtig. Und eigentlich sollte auch der Bundeskanzler dabei sein. Fehlte auch.

Sie hat die Taufe visualisiert...

500 Arbeitsstunden für eine Bemalung?
Was haben die gemacht, mit Nagellack und einem kleinen Pinsel Punkte aufgetragen?

Was ein echter Railjet sein will, benötigt eine richtige "Flugomotive":

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/dis... ay/6806498

Wäre zumindest originell gewesen. Schönen Gruß an die ÖBB.

Naja, der Railjet ist eh Flugzeug genug. Er sollte lieber mehr "rail" als "jet" sein.

Ich seh schon den Tag kommen, an dem man groß verkünden wird, dass Eisenbahnfahren wieder Eisenbahnfahren ist, und dann auch noch stolz auf sich ist, dass man die Nachteile des Flugzeuges aus dem Zug entfernt hat ;)

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