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Wien - Mit einem altersgerechten Modell zum Nachholen von Pflichtschulabschlüssen sollen Schulabbrecher neue Perspektiven im Bildungssektor bzw. am Arbeitsmarkt erhalten. Zentraler Punkt eines "Bundesgesetzes über den Erwerb des Pflichtschulabschlusses durch Jugendliche (ab 16 Jahren, Anm.) und Erwachsene", das am Dienstag den Ministerrat passiert hat, ist dabei eine in Anlehnung an das Modell der Berufsreifeprüfung konzipierte Externistenprüfung.
In altersgerechter Form sollen dabei in Erwachsenenbildungseinrichtungen und Schulen im Rahmen der Teilrechtsfähigkeit Lehrgänge angeboten werden. An deren Ende stehen vier verpflichtende Prüfungen in Deutsch, Englisch, Mathematik und Berufsorientierung. Zusätzlich sind aus vier Wahlprüfungsgebieten ("Kreativität und Gestaltung", "Gesundheit und Soziales", "Natur und Technik" sowie eine weitere Sprache) Prüfungen in zwei Gebieten abzulegen.
Wer den Kompetenzanforderungen entspricht, erhält einen Abschluss der achten Schulstufe, ohne dabei zu sehr schulischen Gegebenheiten zu unterliegen. So wird etwa vermieden, dass 25-Jährige das Fach "Textiles Werken" nachholen müssen. Mit dem Abschluss verbunden sind - je nach den Anforderungen der grundlegenden oder vertiefenden Allgemeinbildung - die gleichen Berechtigungen für die Aufnahme in weiterführende Schulen bzw. die berufliche Ausbildung wie mit einem Abschluss einer Neuen Mittelschule.
Fast 280.000 Österreicher zwischen 15 und 64 Jahren haben keinen Pflichtschulabschluss, jedes Jahr verlassen 3.500 bis 5.000 Jugendliche ohne Abschluss das Schulsystem. Für das Nachholen von Kompetenzen und Abschlüssen stellen Bund und Länder laut einer im Jänner beschlossenen Vereinbarung 54,6 Mio. Euro zur Verfügung, pro Kopf gibt es maximal 6.600 Euro Förderung.
Das Gesetz soll noch im Juli vom Nationalrat beschlossen werden. (APA, 12.6.2012)
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Man muss sich unseren "Prüfungen" unterwerfen. Sie sind Schablonen, in die man sich einfügen muss. "Prüfungen" haben bei uns i.d.R. die Qualität menschlicher Erniedrigung. Weshalb erwarten wir gerade, dass das bei denen klappt, die besonders weit unten sind? Weshalb erwarten wir auf dumme Angebote gescheite Reaktionen?
In Holland ist man dazu übergegangen, die sozialen Hilfen für soziale Gegenleistungen zu geben: Nur wer was tut, bekommt Geld. Und man wird anerkannt dafür, dass man was tut. Hier immer teurere Schablonen konstruieren, in die man sich einfügen muss, dort menschliche Profilierungschance. Als Ich-kann-Schule-Lehrer finde ich Modelle menschlicher Entwicklung interessanter.
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe
lebe ich von diversen Sozialhilfen, neuerdings von der Mindestsicherung.
Neulich habe ich einen neuen Betreuer beim AMS bekommen. Der wollte von mir, dass ich den Hauptschulabschluss nachhole.
Diese Kurse beginnen bereits um 8:00. Eine für mich unmögliche Uhrzeit, weil ich erst nach 05:00 ins Bett komme, weil meine Pferdchen um diese Zeit mit der Arbeit aufhören.
Also bin ich ein paar mal volltrunken zum Kurs erschienen, habe mich im Übungsraum übergeben und so das Einsehen meines neuen AMS-Betreuers erwirkt, dass ich auch ohne Pflichtschulabschluss ein zu respektierender Mitbürger bin.
Diesmal sehe ich es ausnahmsweise anders. Muss man jeden Österreicher zum Bachelor zwingen? Jeden Lehrer zum Professor machen? Die Matura so weit vereinfachen, dass man selbst mit einem IQ von 70 noch durchkommt? Sicher nicht.
Den Hauptschulabschluss nicht zu machen fällt aber oft unter die Kategorie "Jugendsünde" oder "jung und dumm". Für einen Fehler, den man im Alter von 14 Jahren begangen hat, sollte man nicht das ganze Leben lang büßen müssen. Die Einsicht, dass der vorzeitige Schulabgang doch nicht so klug war genügt in meinen Augen als Zeichen des guten Willens und der gewonnen Reife. Wer das geschafft hat, der sollte auch eine faire Chance auf einen Abschluss bekommen.
Glaub nicht das es etwas mit Faulheit der Jugendlichen/Kinder zu tun hat, wenn 13-14 jährige der Schule fern bleiben bzw. nicht mal nen Pflichtschulabschluss machen. Sowas gibts ja auch nur in bestimmten Subkulturen. In Normalfall achtet da schon die Familie, die Eltern darauf bzw. greifen rechtzeitig ein. Im bildungsbürlichen Milieu ists ja schon die Ausnahme, wenn die Nachkommen keine Matura machen..
Deutsch bzw. die Fremdsprache sollten die Plätze tauschen können, so dass Deutsch nicht als "Muttersprache", sondern bei Bedarf auch als "Fremdsprache" abgeprüft werden könnte. Das würde MigrantInnen weiterhelfen, nicht Vereinsmeierei.
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