Deutsche horten ihre Milliarden gern bei uns

Bankgeheimnis sei Dank, liegen derzeit gut 25 Milliarden deutscher Herkunft auf österreichischen Einlagen­konten, doppelt so viel wie vor sechs Jahren

Wien - Deutsche tragen ihr Erspartes gern nach Österreich. Derzeit liegen gut 25 Mrd. Euro deutscher Herkunft auf österreichischen Einlagenkonten - eine Summe, die sich in den vergangenen sechs Jahren mehr als verdoppelt hat, geht aus Aufzeichnungen der Nationalbank (OeNB) hervor, auf die sich die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstagausgabe) beruft. Das entspreche mehr als der Hälfte aller ausländischen Einlagen. Dazu komme eine noch höhere Summe in Wertpapierdepots. Vor allem institutionelle Anleger wie Pensionskassen, Versicherungen und Investmentfonds haben verstärkt in Österreich angelegt.

Die OeNB-Statistik richtet sie sich nach dem Prinzip der lokalen Niederlassung: Das bedeutet, dass Zweigstellen deutscher Banken in Österreich dort die veranlagten Gelder melden. Außerdem dürfte der Umstand eine Rolle spielen, dass immer mehr Deutsche in Österreich leben. Die Zahl der Deutschen hat sich in den zurückliegenden Jahren um ein Drittel erhöht, so die Zeitung.

Österreich punktet bei ausländischen Vermögenden vor allem mit dem strengen Bankgeheimnis. Außerdem gibt es keine Meldepflicht an ausländische Finanzbehörden. Ausländische Anleger können wählen, ob sie anstatt der in der EU üblichen Kontrollmitteilungen an das Finanzministerium eine anonym abgeführte Quellensteuer auf Zinseinkünfte bevorzugen. Obwohl diese Abgabe schrittweise auf 35 Prozent erhöht wurde, gibt es einen Zufluss von Geldströmen.

Zwischen Deutschland und Österreich werden derzeit übrigens keine Verhandlungen bezüglich eines Steuerabkommens nach Schweizer Vorbild zu Beendigung von Steuerhinterziehung geführt. (APA, 12.6.2012)

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