Microsoft nicht an Nokia-Übernahme interessiert

Warum der Software-Riese im Moment kein Interesse an einem Buyout hat

Nokias Börsenkurs schwächelt und die Gerüchteküche brodelt. Wie The Register berichtet, hat Microsoft letztes Jahr einen tieferen Einblick in Nokias Geschäftsbücher bekommen, um herauszufinden, welche Teile des finnischen Handy-Herstellers überhaupt interessant für den Konzern wären. Konkrete Kaufabsichten gab und gibt es seitens Microsoft nicht.

Smartphone-Sektor im Visier

Bereits im Jänner, so The Register, gab es Gerüchte darüber, dass Microsoft Teile des Unternehmens kaufen würde. Der Smartphone-Sektor sollte dabei vollständig von Microsoft übernommen werden und die Feature-Phones an einen chinesischen Interessenten verkauft werden. Das Gerücht basierte auf keinerlei offiziellen Aussagen oder zuverlässigen Quellen, wurde aber anscheinend von vielen als nicht unwahrscheinlich betrachtet. Nach Googles Interesse an Motorola schien es also auch nicht weit hergeholt, dass der Software-Riese Microsoft zu einem eigenen Smartphone-Hersteller greift.

Kein Interesse

The Register betont jedoch, dass Microsoft niemals daran ernsthaft interessiert war und dass Nokia niemals verkaufen wollte. Sollte Microsoft dennoch tatsächlich daran interessiert sein eine eigene Smartphone-Infrastruktur aufzubauen, so wäre die Nähe zu Nokia der einzig gute Grund. Denn die Entwickler bei Nokia arbeiten eng mit Microsoft zusammen. Know-How und Infrastruktur ist schon vorhanden. Elops Bestreben Nokias Kurse wieder in die Höhe zu treiben könnte auch an der darin resultierenden besseren Verhandlungsbasis liegen.

Warten bis zum Schluss?

Sollte sich Nokia nach den neuen Produkten, die mit Tango und Apollo laufen werden, immer noch nicht von seiner schwierigen Marktposition erholen, wird das Unternehmen schwer zu kämpfen haben. Laut The Register könnte genau das der Grund für Microsofts Warten sein: Warten, bis der Preis fällt und dann zuschlagen. Vielleicht auch, um es nicht der Konkurrenz zu überlassen. (iw, derStandard.at, 12.6.2012)

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