Tod am Geburtstag wahrscheinlicher als an anderen Tagen

  • Stress und Alkohol tragen zu dem erhöhten Risiko  bei, am eigenen Geburtstag zu sterben.
    foto: apa/peer grimm

    Stress und Alkohol tragen zu dem erhöhten Risiko bei, am eigenen Geburtstag zu sterben.

Forscher haben die Sterbedaten von mehr als zwei Millionen Personen ausgewertet

Die Schauspielerin Ingrid Bergman ist an ihrem 67. Geburtstag an Krebs verstorben. Nicht unbedingt ein Zufall, meint ein Forscherteam um Vladeta Ajdacic-Gross, Experte für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie an der Universität Zürich. Denn dass Menschen an ihrem Geburtstag sterben, ist viel häufiger der Fall als bisher vermutet.

In seiner im Journal "Annals of Epidemiology" publizierten Studie belegt Ajdacic-Gross: Die Wahrscheinlichkeit, am eigenen Geburtstag zu sterben, ist 14 Prozent höher als an jedem anderen Tag. Bei Frauen über 60 Jahren ist das Risiko gar noch etwas höher. Die Wissenschaftler von der Universität Zürich haben die Schweizer Todesstatistiken von 1969 bis 2008 und damit die Daten von mehr als zwei Millionen Personen ausgewertet.

Gehirnschlag um 21,5 Prozent wahrscheinlicher

Das Phänomen konzentriert sich auf bestimmte Todesursachen. So sind an Geburtstagen tödliche Herzinfarkte 18,6 Prozent häufiger als an jedem anderen Tag. Bei Frauen ist der Gehirnschlag an diesem speziellen Tag um 21,5 Prozent wahrscheinlicher. Sogar das Risiko, wie Ingrid Bergman an Krebs zu sterben, ist am Geburtstag um zehn Prozent höher.

Nicht nur die Gefahr, eines natürlichen Todes zu sterben, ist wahrscheinlicher. Für Männer ist auch das Risiko größer, eines gewaltsamenen Todes zu sterben.

Alkohol und Stress

Ein Selbstmord ist am Geburtstag um 35 Prozent wahrscheinlicher, und auch tödliche Unfälle ereignen sich um 29 Prozent häufiger. Männer sterben jedoch weniger an Verkehrsunfällen oder Vergiftungen, sondern eher an Stürzen. Die plausibelste Erklärung für diese Unfälle und Selbstmorde an Geburtstagen ist, dass Alkohol im Spiel war.

Die Studie von Ajdacic-Gross legt nahe, dass viele kranke ältere Menschen ihren letzten Geburtstag feiern und danach sterben, weil sie in den Tagen um ihren Geburtstag an mehr Stress leiden als sonst. (red, derStandard.at, 12.6.2012)

Literatur

Vladeta Ajdacic-Gross, Daniel Knöpfli, Karin Landolt, Michal Gostynski, Stefan T. Engelter, Philippe A. Lyrer, Felix Gutzwiller & Wulf Rössler: Death has a preference for birthdays - an analysis of death time series. Annals of Epidemiology. doi:10.1016/j.annepidem.2012.04.016.

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Das glaube ich schon:

Wenn ich an manche Kolleginnen denke, die sich das ganz natürliche Altwerden nervlich nicht ertragen können...

So ad hoc

Fiele mir keine andere Maßnahme ein mit der man ohne großen Aufwand sein Sterberisiko um 14 Prozent
senken könnte. Ich fange mit dem Rauchen an und feiere dafür meinen Geburtstag nicht mehr.

meine Ratte ist auch exakt an ihrem 3. Geburtstag verschieden!

Anniversary risk: längst bekanntes Phänomen!

Ich weiß ja warum ich keine Geburtstage mag... und das An-Einem-Tag-Ein-Jahr-Älter-Werden auch nicht feiere ;)

[:)]

Das ist ein altbekanntes Phänomen und nennt sich www.de.wikipedia.org/Geburtsta... sparadoxon :-p (ja,Scherz)

Alter Hut.

Die Gefährlichkeit von Geburtstagen hat der Postillon schon vor Monaten aufgedeckt:
http://www.der-postillon.com/2012/04/f... ag-zu.html

könnte vielleicht an manch anstrengender, wenn auch gutgemeinter, familienfeier liegen?

Jetzt haben endlich jene, die am 29.02 geboren wurden, auch Grund zur Freude.

Forscher haben die Sterbedaten von mehr als zwei Millionen Personen ausgewertet: Die mit Abstand höchste Wahrscheinlichkeit zu sterben...

...haben sie am letzten Tag Ihres Lebens.

hitler

ist schuld.. wirklich!

Dann hab ich ja gestern nochmal Glück gehabt!

Nachträglich alles gute!! ;-)

und inwiefern bringt diese Untersuchung jetzt die Menschheit weiter?

Gar nicht.

Warum fragen Sie?

Gratuliere!

Da hat es ein Forscher doch tatsächlich geschafft, nach 2 Dekaden Forschertätigkeit sich ein Buch über ARIMA-Modelle durchzulesen. Klar, dass man dann einen Datensatz sucht, wo man das mal anwenden kann .....
Die an Geburtstagen so "mysteriös" gehäuften Schweizer Todesfälle sind v.a. Herzkreislaufereignisse, und Unfälle. Über die Gründe wird nichts gesagt. Ich nenne mal einen mutmasslichen: ALKOHOL. Binge Drinking befördert Herzinfarkte, Stroke, Unfälle und Suizide. An Geburtstagen wird mit höherer Wahrscheinlichkeit getrunken als an anderen Tagen des Jahres.

Das erklärt natürlich den Hinweis "Bei Frauen über 60 Jahren ist das Risiko gar noch etwas höher".

exakt lesen: "nenne mal einen mutmasslichen" .
Da steht nicht: "nenne den exklusiven" .
Abgesehen davon steht im Artikel nicht, dass die Frauen über 60 noch statistisch bedeutsam über dem Exzess-Risiko anderer Geburtstage liegen. Vermutlich ist das schlicht Zufall und nur Kaffeesatz-Auguren sehen da noch was zusätzliches.

Oder eine Unmenge mislungener Geburtstagsüberraschungen...

Länger leben!

Am 29. 2. Gebären lassen!

Das Phänomen konzentriert sich auf bestimmte Todesursachen.

der schlüsselsatz in diesem artikel.

absolut gesehen ist das wohl kaum haltbar...

heinz holecek

Genaugenommen ist die Wahrscheinlichkeit zu sterben am Tag der Geburt am grössten. In der ersten Lebenswoche ist die Sterblichkeit auch noch sehr hoch. Wenn man mal das erste Lebensjahr gepackt hat, dann hat man die nächsten 70 Jahre schon so gut wie in der Tasche.

An meinem Geburtstag

könnt ich eigentlich auch mal sterben, finde ich gar keine üble Idee.

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