Nach Gepardenausbruch: Zoo wird künftig videoüberwacht

  • Vor knapp einer Woche waren zwei Geparden aus ihrem Käfig ausgebrochen - jetzt soll der Salzburger Zoo überprüft werden.
    foto: apa/neumayr/mmv

    Vor knapp einer Woche waren zwei Geparden aus ihrem Käfig ausgebrochen - jetzt soll der Salzburger Zoo überprüft werden.

Bürgerliste hatte Prüfung verlangt, weil Tiere in bewohntem Gebiet frei herumliefen

Salzburg - "Der Zoo Salzburg macht jetzt ernst", kündigt Betriebsleiter Rupert Eckkrammer an. Nach dem Ausbruch zweier Geparden in der Vorwoche musste der Zoo viel Kritik einstecken. Aufsichtsrat Bernhard Carl (Bürgerliste) forderte, externe Experten zur Sicherheitsüberprüfung im Zoo heranzuziehen, denn "in jedem Betrieb gibt es blinde Flecken", und " ein Sicherheitsproblem könnte fatale Folgen haben".

Betriebsleiter Eckkrammer wies die Vorwürfe zurück: "Es gibt keine Sicherheitslücken." Der Tiergarten werde routinemäßig jedes halbe Jahr von externen Experten gecheckt, und auch die Tierpfleger würden regelmäßig die Sicherheit überprüfen. Zudem werden nun zahlreiche Kameras zur Überwachung eingebaut, um das illegale Übersteigen der Tiergartenmauer in Zukunft zu unterbinden. "Wir wollen aber nicht zu einem Fort Knox werden, mit Stacheldrahtzaun", betont Eckkrammer. Auch mit der angrenzenden Siedlung sei man im Kontakt. Die Nachbarn würden Bescheid geben, wenn Jugendliche zum Zoo unterwegs sind.

Defektes Schloss im Gehege

Die Zooleitung ging nach dem Ausflug der Geparden, die freiwillig wieder in ihr Gehege zurückkehrten, davon aus, dass jemand die Raubkatzen befreit haben müsse. Etwa als eine Mutprobe unter Jugendlichen. Die Polizei hingegen hielt ein defektes Schloss, das leicht zu öffnen war, für eine wahrscheinliche Ursache.

Der Bericht der Exekutive wurde an die Staatsanwaltschaft Salzburg übermittelt. Ein Bezirksanwalt prüft nun, ob Ermittlungen gegen unbekannte Täter oder Zoo-Mitarbeiter wegen des Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit eingeleitet werden. (Stefanie Ruep, DER STANDARD, 12.6.2012)

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