Tokio ist die teuerste Stadt der Welt, Wien von Platz 36 auf 48

Mercer-Studie: Manche europäische Städte sind wegen Eurokrise günstiger geworden, in der Schweiz ist das Leben immer noch teuer

Tokio hat einer Studie zufolge Luanda in Angola den Rang als teuerste Stadt der Welt für Ausländer abgelaufen. Die Ölboom-Stadt in Südwestafrika hatte den wenig beneidenswerten Titel in den vergangenen zwei Jahren getragen. 

"Billiges Pflaster" Pakistan

Auf Platz drei des von der Beratungsfirma Mercer vorgestellten Rankings steht mit Osaka eine weitere japanische Stadt. Ganz unten auf der Liste der 214 untersuchten Städte befindet sich die pakistanische Hafenstadt Karatschi, wo die Lebenshaltungskosten rund dreimal niedriger sind als in Tokio.

Für die Studie wertete Mercer die Preise für Wohnen, öffentlichen Verkehr, Essen, Kleidung, Haushaltsgeräte sowie Unterhaltung aus. New York City fungierte bei der Untersuchung als jene Stadt, mit der alle anderen verglichen wurden. Währungsschwankungen wurden gegenüber dem US-Dollar gemessen.

Schweiz dreimal unter Top 15

Auf Platz vier der Rangliste liegt die russische Hauptstadt Moskau, gefolgt von den Schweizer Städten Genf und Zürich. Mit Bern als Nummer 14 findet sich noch mit eine dritte schweizerische Stadt in den Top 15. Die einzige US-Stadt unter den 50 teuersten Städten ist New York City, das von Platz 32 auf 33 rutschte.

Australiens und Neuseelands Städte machten in dem Ranking die größten Sprünge nach vorne. Australien ist nun mit allen sechs untersuchten Städte in den Top 30 vertreten. Neuseeland wiederum sorgte mit seinem starken Dollar für gehörig gestiegene Lebenshaltungskosten. Sowohl Wellington (aktuell Platz 56) und Auckland (74) stiegen jeweils um 62 Plätze nach oben.

Wien wird billiger

Ganz anders die Situation in Europa. Laut Mercer ist mit der Eurokrise das Leben in zahlreichen europäischen Städten günstiger geworden. Wien, das im Vorjahr noch auf Platz 36 lag, rutschte auf Rang 48 ab. Paris fiel um zehn Plätze auf Rang 37, Rom um acht auf 42, und Athen sank sogar um 24 Plätze auf Rang 77. London fiel von Platz 18 auf 25.

Afrikanische Städte weit oben

Immer teurer hingegen wird das Leben in afrikanischen Metropolen. Neben Luanda (Rang 2), N'Djamena im Tschad (8), Libreville in Gabun (20) und Khartum im Sudan (26) finden sich 16 weitere Städte im obersten Drittel der Rangliste. "Es mag überraschen, dass Afrika so hoch im Ranking gelistet ist. Das liegt daran, dass es schwierig ist, gewisse Waren zu bekommen und sicher zu wohnen. Und die Kosten für importierte Waren sind dementsprechend hoch", erklärte Mercer-Direktorin Nathalie Constantin-Métral. (APA/mvu, derStandard.at, 12.6.2012)

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