Bauernbund-Ehrung: "Im Kampf für Heimat und Hof"

Glosse11. Juni 2012, 17:40
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Der Bauernbund verteilt heute noch Urkunden mit Malereien und dem Geist der 1930er- Jahre

Lederhosen und Laptop, jung, dynamisch, modern: So schaut sie aus, die heutige Bauernschaft - zumindest auf den Seiten der etwas unfrommen jährlichen Jungbauernkalender.

Im wirklichen bäuerlichen Leben, in stillen Stunden, wenn es gilt, im Herrgottswinkel der Stube ein verdientes Mitglied des Bauernbundes zu ehren, da ist es aber wieder allgegenwärtig, das alte Brauchtum und mancherorts - noch immer - dieses dunkelbraune Blut-und-Boden-Erbe.

Da hat sich kürzlich ein steirischer Landwirt, ein Fünfziger, einigermaßen g'schreckt, als der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, der steirische Bauernbundchef Gerhard Wlodkowski, zwecks Gratulation zum runden Geburtstag eine Urkunde vorbeibrachte, von der der geehrte Bauer annehmen musste, dass sie auch schon sein Großvater in Händen hatte: ein Egger-Lienz-Bauern-Klischeebild mit einem hart pflügenden Altbauern und der Bäuerin vor der Holzwiege mit dem Kind im Arm.

Der Bauernbundobmann bedankte sich beim Obstbauern - so steht's auf der Urkunde - für seine "Jahrzehntelange Mitarbeit im Kampf für Heimat und Hof". Der Glückwunschsatz ist auch anderswo nachzulesen: auf dem Buchdeckel von "Die ostpreußische Landwirtschaft im Kampf um Hof und Heimat", 1933. (mue, DER STANDARD, 12.6.2012)

  • Der Bauernbund verteilt heute noch Urkunden mit Malereien und dem Geist der 1930er-Jahre.
    foto: privat

    Der Bauernbund verteilt heute noch Urkunden mit Malereien und dem Geist der 1930er-Jahre.

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