"Dishonored": Steampunk-Epos für Spieler mit Köpfchen

  • Szene aus "Dishonored"
    foto: bethesda

    Szene aus "Dishonored"

Ausgefallenes Racheepos nimmt Anleihen von "Hitman" und "Thief"

Aus der Flut von Shootern sticht dieses Jahr der Steampunk-Thriller "Dishonored: Die Maske des Zorns" hervor. Im Spiel von Arkane Studios übernimmt man die Rolle eines Assassinen mit übernatürlichen Fähigkeiten. Man wird fälschlicher Weise bezichtigt, einst als Leibwächter die Kaiserin von Dunwall ermordet zu haben und giert nun nach Rache an den Verrätern. Unterdessen wird Dunwall von einer tödlichen Seuche heimgesucht und das Volk von der tyrannischen und korrupten Regierung mithilfe merkwürdiger neuartiger Technologien brutal unterdrückt.

Entscheidungsfreiheit

Auf der E3 demonstrierten die Entwickler, dass es den Spieler frei steht, "Dishonored" als Shooter oder als taktisches Schleichspiel anzugehen. Ziele können mit übermenschlichen Kräften wie dem Verlangsamen von Zeit und flexibel kombinierbaren Waffen beseitigt werden. Gegner lassen sich aber auch lautlos in Angriff nehmen und in Fallen leiten. Eine entscheidende Kraft hierfür ist die Teleportation. Jeden Ort, den man sieht, kann man im Moment erreichen und so Feinde umkreisen. Gleichzeitig ist es möglich, von Personen und Tieren Besitz zu ergreifen und sich an Wachen vorbei zu schwindeln, sich als Fisch durch die Kanalisation Zutritt zu verschaffen oder sich in der Haut einer Dirne in die Gemächer einer Zielperson zu stehlen.

Schleich-Shooter

Durch Schlüssellöcher linsend und Opfer in Dampfkammern schmorend nimmt "Dishonored" Anleihen von "Thief" genauso wie von "Hitman". Im starken Kontrast dazu steht die Herangehensweise als Action-Game. Die Designer demonstrierten ein und die selbe Mission einmal schleichend und einmal als frontalen Egoshooter. Zimperlich ist die Bildsprache in keinem der beiden Fälle. Das Nahkampfsystem basiert auf einem Blocken/Kontern-System, dass vor abgetrennten Gliedmaßen und expliziten Tötungsanimationen nicht zurückschreckt. Wer Unschuldige verschont, soll im Endeffekt allerdings belohnt werden. Jede Tat werde statistisch festgehalten. 

Grafisch verfolgen die Designer künstlerische Pfade. Wie ein sich "bewegendes Gemälde" sollen die düsteren Machenschaften in Dunwall über den Bildschirm gleiten. "Dishonored: Die Maske des Zorns" wird am 12. Oktober für Windows, Xbox 360 und PS3 erscheinen. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 11.6.2012)

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