Unreal Engine 4 bringt die Zukunft der Spielegrafik

Epic demonstriert die Fähigkeiten moderner Spielentwicklung und will Entwicklungszeiten verkürzen

Spielkonsolen der nächsten Hardware-Generation wurden auf der vergangenen E3 in Los Angeles nicht vorgestellt, dies hielt die Softwarehersteller aber nicht davon ab, die Grenzen des technisch Möglichen zu erweitern. Zukunftsweisend präsentierte Epic Games seine neue Entwicklungssoftware "Unreal Engine 4" (UE4), die als Grafikgerüst für die nächste Generation der Spielkonsolen rund um "Xbox 720" und "PS4" dienen soll. In einem Demo-Clip werden dynamisches Licht und moderne Textureffekte demonstriert.

Entwicklung vorantreiben

Die Echtzeitdemo lief auf einem Computer mit einer Nvidia Geforce GTX 680-Grafikkarte, die auf der neuen Kepler-Architektur basiert. Die Szene soll Effekte wie Blendeflecke, Linsenverzerrung und landschaftliche Zerstörung demonstrieren. Die Engine ermöglicht unter anderem die dynamische Beleuchtung von Objekten und Umgebungen, die nicht auf vorberechneten Parametern basiert.

Epics Vorstellungen nach soll die UE4 als Grundgerüst für Werke der nächsten Konsolen von Sony und Microsoft fungieren. Derzeit sei man in engem Kontakt mit den Plattformherstellern, um sie davon zu überzeugen, ihre kommende Hardware leistungsfähig genug zu machen. "Es lastet große Verantwortung auf den Schultern unseres Teams, diese Industrie in die nächste Generation zu führen", sagt "Gears of War"-Designer Cliff Bleszinski. "Es liegt an Epic und Tim Sweeney im Speziellen, Sony und Microsoft zu motivieren, sich bei den nächsten Konsolen nicht zurückzuhalten. Sie müssen im Stande sein, fast "Avatar" in Echtzeit zu rendern, weil ich und die Spieler es wollen - auch wenn sie es vielleicht noch nicht wissen." "Wir sind enger mit den Konsolenherstellern als alle anderen Entwickler im Kontakt. Das bedeutet, das wir detaillierte Empfehlungen geben können und verstehen, was kommerziell möglich ist", ergänzt Epic-Mastermind Sweeney.

Einfacher für Designer

Neben schöneren Grafikeffekten soll die UE4 zwei weitere Vorteile mit sich bringen. Einerseits sei das Einsatzgebiet flexibel, wodurch genauso die Entwicklung für mobile Endgeräte als auch für High-end-PCs unterstützt werde. Andererseits wurde die Engine so konzipiert, dass Designänderungen ohne großem Programmieraufwand verbunden sind. Dies beschleunige den Entwicklungsprozess, weil Designer etwa ohne Anforderung eines Coders Effekte anpassen könnten. In einem Video geht Epics Sr. Technical Artist Alan Willard auf die Funktionen der UE4 ein.

Überzeugungsarbeit

Epic ist der größte Dritthersteller von Entwicklungswerkzeugen in der Videospielindustrie. Die "Unreal Engine 3" kommt bei über 300 Titeln wie "Mass Effect" und "Bioshock" zum Einsatz. (zw, derStandard.at, 11.6.2012)

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