Tarantola im Staats-TV: Monti wählt Rai-Chefs, Privatisierung geplant

10. Juni 2012, 19:16
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Italiens Regierungschef Mario Monti bricht offenbar in der Medienpolitik mit italienischen Traditionen

Mailand/Rom - Italiens Regierungschef Mario Monti bricht offenbar in der Medienpolitik mit italienischen Traditionen: Ohne Absprachen mit anderen Parteien nominierte er nun neue politisch unabhängige Führungskräfte für das Staatsfernsehen Rai. Seine Kandidaten kommen aus der Wirtschaft.

Anna Maria Tarantola (67), Vize-Generaldirektorin der italienischen Nationalbank Banca d'Italia, will Monti als Rai-Präsidentin. Als Generaldirektor schlägt Monti Luigi Gubitosi (51) vor, bisher in Finanzsektor (bei Merril Lynch) und Industrie (Fiat) tätig.

"Monti hat anstelle des Gehirns Banken im Kopf", empörte sich Startalker Michele Santoro. Der unbeugsame Kritiker Silvio Berlusconis wäre selbst gerne Generaldirektor geworden.

Italiens Regierung hat, wie einige vor ihr, vor, die Rai zu privatisieren. Erstmals seit 2006 schrieb der Staatssender 2011 schwarze Zahlen. Heuer jedoch fielen die Werbeeinnahmen schon um 20 Prozent. Die Rai ist mit 300 Millionen Euro verschuldet. (tkb, DER STANDARD, 11.6.2012)

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