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Den Moment ihres bisher größten Triumphs genießt die Russin Maria Scharapowa fast alleine in der Umkleidekabine in Roland Garros - nur ein Fotograf ist mit dabei.
Paris - Lange hat das Damen-Tennis nach ihr geschmachtet: der neuen Leaderin, die dem Sport nach all den wechselnden Nummer einsen und Turniergewinnerinnen seinen Glanz und Glamour zurückgibt. Gesucht wurde nach einer repräsentativen Athletin, die den Sport wieder ins gleißende Rampenlicht zu rücken vermag. Die Hoffnungen von Stacey Allastar, der Chefin der Damen-Tour WTA, wurden erfüllt. "Du bist die ultimative Botschafterin", sagte sie zu Maria Scharapowa noch vor dem Finale der French Open in Paris.
Nach ihrem klaren 6:3, 6:2-Triumph über die Italienerin Sara Errani scheint die 25-jährige Russin ab heute, Montag, erstmals seit 2008 wieder als Nummer eins der Tenniswelt auf. Mit ihrem erstmaligen Sieg in Paris hat Scharapowa bei allen vier Grand-Slam-Turnieren gewonnen. Das ist vor ihr nur neun Spielerinnen gelungen. Das Model auf dem Tennisplatz, das inklusive Fotoshootings und Sponsoreinnahmen jährlich rund 20 Millionen Euro lukriert, hat noch lange nicht genug. "Ich bin weit davon entfernt", sagte sie, nachdem sie unter Freudentränen in den Sand gesunken war.
"Ich habe Geld. Ich bin berühmt. Ich habe Siege, und ich habe Grand-Slam-Titel", fasste Scharapowa hochdramatisch ihren Status quo zusammen. "Aber mein Herz schlägt für etwas, das ist größer als all das. Deshalb stehe ich morgens auf, selbst wenn es friert, selbst wenn ich weiß, dass es der schwierigste Tag überhaupt werden kann."
Wie Anna Kournikowa, ihre berühmte millionenschwere, allerdings sieglose Vorgängerin als Tennis-Pin-up, wurde sie in der Akademie von Nick Bollettieri auf die Karriere vorbereitet. Schon als Siebenjährige zog sie mit ihrem Vater von Sotschi nach Florida. Seit Herbst 2003 hat Scharapowa bisher 27 Turniere gewonnen.
2004 siegte sie in Wimbledon, 2006 bei den US Open. 2008 stand sie nach dem Triumph bei den Australian Open - wie bereits 2005 als gerade erst 18-Jährige - an der Spitze der Weltrangliste. Dann katapultierte sie eine langwierige Schulterverletzung bis auf Platz 126 im Ranking zurück. " Viele Leute hätten Schluss gemacht", sagte Tennis-Ikone Martina Navratilova, die Scharapowa einst 1993 in Moskau bei einem Sichtungsturnier entdeckt hatte. Bei den French Open erhielt sie endlich den verdienten Lohn für die harte Arbeit.
Bei den Höhepunkten im Sommer in London - Wimbledon und Olympische Spiele - ist Scharapowa klare Favoritin. Ihren wiedererlangten Tennis-Thron und den Titel will sie nur kurz genießen, "um dann das Gras zu betreten, das ich wirklich liebe". (krud, sid, DER STANDARD, 11.6.2012)
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Auf dem Platz wirkt Scharaopwa immer ein wenig angestrengt und unsympatisch, manchmal lässt sie dann auch die Diva raushängen. Zugegeben, ihr Geschrei nervt auch ziemlich, aber sie hats wohl nicht anders gelernt. Aber bei Interviews oder abseits des Courts ist sie jedoch ziemlich anders und macht den Eindruck eines recht netten Mädels. Passt schon so, dass die Nr. 1 ist...solange, bis der Paszek-Zug anrollt und auf Platz 1 fährt ;) man wird ja noch träumen dürfen.
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