Zwei Gesichter einer Brücke

Ansichtssache9. Juni 2012, 01:15
18 Postings

Auf der Most Poniatowskiego, 7. und 8. Juni 2012

Die vermutlich beeindruckendste aller Warschauer Brücken, die Most Poniatowskiego, verbindet das moderne Zentrum der polnischen Hauptstadt am linken Ufer der Weichsel mit dem Stadteil Praga und ist damit der direkteste Weg zum neuen Nationalstadion. An einem ziemlich normalen Tag wie etwa der 7.6. 2012 einer war, ein ziemlich normaler Anblick. Nur 24 Stunden später ein völlig verändertes Bild: ein Menschenmeer bis zum Horizont. Es schwappte über den Fluss zurück in die Stadt. Ein weiß-rotes Menschenmeer war das, um genau zu sein. Und mitten auf hoher See der eine Grieche.

Doch man muss keine Angst um ihn haben. Die Polen waren nach dem 1:1 ihrer Reprezentacija gegen Hellas immer noch guter Laune. Sie können mit Rückschlägen umgehen und sie haben die Fähigkeit, aus unglücklichen Umständen das Beste zu machen. Das ist eine Tugend, die sich dieses Volk in Jahrhunderten der Fremdherrschaft aneignen musste um sich immer wieder aufs neue selbst zu behaupten. Nic się nie stało, Polacy nic się nie stało, haben sie also gesungen: "Das macht nichts Burschen, das macht nichts!" Noch ist Polen nicht verloren. Wir haben euch immer noch lieb. (Michael Robausch, derStandard.at 8.6. 2012)

foto: robausch

7.6.2012

1
foto: robausch

8.6.2012

2
foto: robausch

8.6.2012

3
Share if you care.