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Was denkt sich eigentlich so eine Erdbeere? Hängt den ganzen Tag nur rum, und ein guter Teint ist ihr offenbar das Allerwichtigste. Aber wer weiß? Vielleicht herrscht unter den Erdbeeren auch große Empörung, weil sie gemeinhin nur als Beeren bekannt sind und kaum jemandem bewusst ist, dass sie eigentlich der vornehmen Familie der Rosengewächse angehören. Wie glücklich sind Erdbeeren? Wenn Biofrüchte ebenfalls glücklicher sind - so wie ja auch die Hendln -, dann sind sie jedenfalls in der absoluten Minderheit. Gerade einmal ein bis drei Prozent sind österreichweit im Bioglück.
Erdbeeren sollten doch eigentlich einmal selbst entscheiden können, was sie wollen. Das ist jedenfalls die Intention der Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev, die Tieren und Pflanzen gleichermaßen ein politisches Mitspracherecht eröffnen will: "Die Frage ist nicht, ob wir Hunden oder Erdbeeren die Erlaubnis zum Wählen erteilen, sondern wie eine Erdbeere ihre politische Intention vorbringen kann", erläuterte sie im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. "Ich will Tiere und Pflanzen nicht schützen, sondern emanzipieren."
Alt genug wären die Erdbeeren ja, dass sie sich endlich auch auf die eigenen Beine - äh, Wurzeln - stellen könnten. Dank archäologischer Funde wissen wir, dass sie schon in der Steinzeit bekannt waren. Und früher einmal, ja da waren ihre Urahnen durchaus schon selbstbestimmter unterwegs - als Walderdbeeren. Die wuchsen, wo sie wollten. Allerdings wurden sie schon damals auch gefressen, wenn andere es wollten. Das half auch der Verbreitung - doch dann wuchs die Erdbeere nicht, wo sie wollte, sondern wo das Tier musste.
Aber wer sagt denn, dass alles Friede, Freude, Erdbeerkuchen wäre, wenn die Pflanze zur Mitsprache eingeladen würde? Die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass wir es mit ziemlich eingebildeten Früchtchen zu tun hätten. Denn eine politisch emanzipierte Erdbeere wüsste auch genau, dass sie zu den beliebtesten Obstsorten überhaupt zählt, dass in Österreich mehr als ein Drittel aller gehandelten Beeren mit "Erd-" beginnen. 10.100 Tonnen heimische Erdbeeren wurden 2011 verkauft. 4,4 Kilo werden insgesamt pro (Menschen-) Kopf im Jahr verspeist.
Heuer werden es aber deutlich weniger sein - da viele von ihnen dem Frost der Eisheiligen erlegen sind. Und ein knappes Angebot kann bei hoher Nachfrage das Selbstwertgefühl deutlich erhöhen. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, 9./10.6.2012)
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danke, besser kann sich die "kunstszene" nicht ad absurdum führen. kein negativ-artikel könnte diese leute jemals so lächerlich machen, wie sie selbst das tun.
also, in unserem bio-garten ist die sache wie folgt: seit wir menscherln sie zu daiquiri verarbeiten (mit wodka wohlgemerkt) wuchern sie wie verrueckt und haben in der dritten generation nun fast ein ganzes beet erobert - freiwillig, ganz ohne unser zutun. daraus resultiere ich, dass emanzipierte erdbeeren den menscherln wohlbefinden bringen.
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