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Die Logistikhalle ist wie eine leere Schachtel: Was reinkommt, bestimmt den Wert. Bei ihrem Bau auf Kriterien der Energieeffizienz zu achten, erscheint auf den ersten Blick unnötig: Eine Hülle, die nur vorübergehend Waren beherbergt, verbraucht wohl kaum Ressourcen. Allerdings kommt es zu einem guten Teil darauf an, wo diese Hallen stehen.
Bei der Errichtung eines neuen Logistikzentrums in Dubai vor etwas mehr als einem Jahr spielte die Nähe zur Wüste jedenfalls eine überaus wichtige Rolle. So wurde die 60.000-Quadratmeter-Großlagerhalle vom Entwickler Gazeley einerseits mit reichlich Photovoltaik-Zellen ausgestattet. Andererseits sind in dieser lagerfeindlichen Umgebung Klimaanlagen scheinbar unverzichtbar. Werden diese so optimiert, dass dadurch immerhin 20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs einzusparen sind, ist das bereits ein erster sinnvoller Schritt.
Wie es noch effizienter geht, hat derselbe Entwickler schon mit einem Pilotprojekt im englischen Chatterley Valley bewiesen: Dort steht das weltweit erste Logistikzentrum mit positiver CO2-Bilanz.
Erdwärme und weniger Licht
In den vielen kleineren Hallen der zahlreichen Transportunternehmen halten effiziente Technologien aber ebenfalls Einzug: Am Bielefelder Standort von Schenker versorgt eine Wärmepumpe die Heizung der Büros, und in Wörgl sorgte vor allem die Bauweise dafür, dass bei den Gebrüdern Weiss die erste klimaneutrale Logistikhalle Österreich entstehen konnte. Neue Systeme der Automatisierung sorgen überdies dafür, dass die Beleuchtung als einer der größten Stromfresser in Lagern gesteuert wird: Wird sie in Abhängigkeit zur Tageszeit und zur Aktivität der Arbeiter reguliert, lassen sich dadurch bis zu 60 Prozent des Energieverbrauchs einsparen.
Jene Gebäudezertifikate, die das umweltgerechte Bauen dokumentieren, werden aber auch klar bei allen neu errichteten Logistikobjekten vermehrt Thema: Insbesondere das LEED-Label tragen nun bereits einige dieser Hallen. Andere Objekte entstehen bereits in direkter Kooperation mit Beratern wie Climate Partner.
Nichtsdestoweniger scheint es auch in diesem Segment Limits bei der nachhaltigen Planung zu geben. Eine ökonomische Grenze ist in Österreich die maximale Förderung von Solardächern mit bis zu 1300 Quadratmeter Fläche, die den Errichtern von Lagerhallen gewährt wird. Ganz unabhängig vom jeweiligen Standort gilt: Die Nachfrage nach Gebäuden, die mit möglichst wenigen Stützen möglichst viele Waren beherbergen können, ist in der Logistik freilich groß. Allein, die Dächer solcher vorteilhaften Konstruktionen sind nicht in Lage, eine große Photovoltaikanlage zu tragen. (saum, DER STANDARD, 9./10.6.2012)
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