Wenn Eltern biestig sind

13. Juni 2012, 16:58
  • Die Eltern werden nach der Trennung zu Monstern: Der Kleine und das Biest.
    foto: klett kinderbuch verlag

    Die Eltern werden nach der Trennung zu Monstern: Der Kleine und das Biest.

In der Geschichte "Der Kleine und das Biest" berichtet ein Junge, wie sich die Eltern nach der Trennung verändern

Der kleine Junge hat es eigentlich nicht leicht. Seine Mutter hat sich in ein Biest verwandelt. Warum, wird anfangs nicht verraten, sie schaut einfach monstermäßig aus: eine dicke, buckelige Figur mit Hörnern auf dem Kopf und einem schrecklichen Vorbiss. Der Kleine und das Biest heißt diese Geschichte von Marcus Sauermann und Uwe Heidschötter.

Die Mutter war, wie gesagt, nicht immer so. Seitdem ihr Mann ausgezogen ist, hat sie sich verändert. Der Vater ist übrigens auch zum Monster geworden. Das Buch für Kinder ab dem vierten Lebensjahr zeigt also eine Familie kurz nach der Trennung der Elternteile. Und lässt, ganz ohne rührselig oder belehrend zu sein, den Jungen berichten, wie sich das neue Leben denn so gestaltet. Trocken gibt er seine Beobachtungen wieder - etwa wenn der Papa ihn abholen kommt.

"Richtig schlimm wird's, wenn das eine Biest auf das andere stößt. Furchtbar biestig können die dann werden und total vergessen, dass sie sich mal liebgehabt haben", stellt der Bub fest. Tröstlich, dass sich am Ende die Mutter wieder zurückverwandeln darf - und frisch verliebt ist. Und der Vater? "Papa braucht noch ein bisschen länger." Sehr zu empfehlen ist auch der gleichnamige Animationsfilm, der online noch zu finden ist. Der war vor dem Buch da - und wurde mit Preisen überhäuft. Folgerichtig wäre nun das Buch an der Reihe. (Peter Mayr, DER STANDARD Album, 09.06.2012)

Marcus Sauermann, Uwe Heidschötter, "Der Kleine und das Biest". € 14,30 / 32 Seiten. Klett Kinderbuch, Leipzig 2012

Film auf ZDF tivi

 

Österreichisches Deutsch?

Steter Tropfen höhlt den Stein: Heißt das nicht diesseits des Walserberg "Bub" und nicht Junge? Schade, daß schon in der Einleitung, die österreichische Identität zugunsten eines sprachlichen Anschlusses aufgebenen wird.

als ich noch keine Kinder hatte

dachte ich, Kinderbücher wären Bücher für Kinder

Haben Sie keine Kinder mehr? Sind Kinderbücher nicht mehr für Kinder?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.