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Wien - Obwohl die Regierung schon vor mehr als drei Jahren den Startschuss für die Reform der Lehrerausbildung gegeben hat, gibt es noch immer keine politischen Beschlüsse. Laut dem Expertenrat, der eine gemeinsame Ausbildung aller Lehrer vorbereitet, geht dennoch einiges weiter: Unis und Pädagogische Hochschulen (PH) sind schon mitten in der Partnersuche, berichtet der Didaktiker und stellvertretende Leiter des Rats, Roland Fischer, der APA. Die Institutionen würden sich ernsthaft um die Reform bemühen. "Es geht in die richtige Richtung", zeigt sich Fischer optimistisch - auch wenn "die politischen Rahmenbedingungen noch nicht so klar sind, wie sie sein sollten".
Der Entwicklungsrat soll im Auftrag von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) eine Zusammenführung der Lehrerausbildung vorbereiten. Derzeit werden die Lehrer für Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Polytechnische und Sonderschule) an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildet, jene für AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) an den Universitäten. Künftig soll durch Kooperationen unter einem Dach ein Gesamtprogramm angeboten werden, das die Ausbildung von Pädagogen für den Kindergarten bis zu maturaführenden Schulen umfasst.
Potenzialanalysen
Damit für eine solche neue Lehrerausbildungsstätte auch wirklich die Partner zueinanderfinden, die einander gut ergänzen, werden Potenzialanalysen durchgeführt. An den PH ist das bereits abgeschlossen, an den Unis läuft der Prozess gerade. Dabei werden etwa die wissenschaftlichen Arbeitseinheiten für Pädagogik und Didaktik berücksichtigt, Publikationen, die institutionellen Strukturen, Praxiskontakte und das Vorhandensein von Schlüsselpersonen im Bereich der Lehrerausbildung. "Daraus wollen wir Potenzial für eine Lehrerausbildung mit Wissenschafts- und Praxisbezug ableiten", so Fischer.
Mittlerweile bilden sich in ein paar Regionen schon Entwicklungsverbände von PH und Unis, die einander ergänzen können: In der Region Steiermark und Burgenland gebe es schon Absichtserklärungen, in anderen Regionen wie Kärnten oder Linz laufen Gespräche. Bereits ab Herbst werden außerdem an einigen PH im Verbund mit Unis Master-Hochschullehrgänge angeboten. Es sind die ersten öffentlich-rechtlich finanzierten Master an PH, die derzeitigen Angebote sind alle kostenpflichtig.
Das Modell für die neue Lehrerausbildung lässt offen, welche der Einrichtungen in den verschiedenen Regionen bei einer Kooperation die Federführung übernehmen soll. Töchterle wünscht sich, dass in jenen Regionen, wo es Unis gibt, diese die Dachorganisation werden sollen; organisatorisch kann dort die Lehrerausbildung in einer eigenen Fakultät oder einer übergreifenden "School of Education" gebündelt werden. Aus seiner Sicht soll nur in Regionen ohne Uni auch die von Schmied forcierte Aufwertung der PH zu Pädagogischen Universitäten möglich sein, da sonst teure Parallelstrukturen aufgezogen würden.
Universitäten bündeln pädagogisches Angebot
Mittlerweile haben bereits mehrere Universitäten die Lehrerausbildung zu einem neuen Schwerpunkt erklärt: Erst am Mittwoch hat die Uni Salzburg ihre "School of Education" eröffnet, in der die gesamte Lehrerausbildung gebündelt wird. Dort will man sich auch um die Fortbildung kümmern, die momentan für Lehrer aller Schultypen an den PH angeboten wird. Außerdem soll es einen möglichst frühen Einstieg in den Unterrichtsalltag geben; derzeit wird den Unis ja oft zu wenig Praxisnähe vorgeworfen. Seit Juli vergangenen Jahres gibt es außerdem einen Kooperationsvertrag mit der Pädagogischen Hochschule (PH) Salzburg.
An der Uni Innsbruck wurde schon im April eine eigenständige Fakultät mit einem Institut für Lehrerbildung und Schulforschung sowie einem Institut für Fachdidaktik eingerichtet. Künftig soll dort auch die fachdidaktische Forschung in den 14 Fachdisziplinen angesiedelt sein. Außerdem soll von dort aus die Kooperation mit den PH koordiniert werden. An der Uni Graz soll ein eigenes Habilitationsforum für Fachdidaktiker eingerichtet werden, um die wissenschaftliche Basis der Lehrerausbildung zu stärken. Gemeinsame Angebote mit der PH Steiermark, etwa einen "gemeinsamen Hörsaal" in verschiedenen Fächern, gibt es schon seit Jahren.
Wien plant "Zentrums für Lehrerbildung"
In Linz wurde bereits eine Kooperation zwischen Uni, der allgemeinen und der kirchlichen PH sowie der Fachhochschule (FH) Oberösterreich gestartet, bei der Fachdidaktik und Experimente in einem "Open Physics"-Labor weiterentwickelt und auch zur Lehrerfortbildung genutzt werden sollen. Künftig soll auch in anderen Lehramtsstudien gemeinsam an der Verbesserung der Didaktik gearbeitet werden.
Die Uni Wien hat die Einrichtung eines "Zentrums für Lehrerbildung" angekündigt, wo alle Fragen der Lehrerausbildung gebündelt und die Kooperation mit anderen Bildungseinrichtungen organisiert werden sollen. Die Uni Klagenfurt plant, die Didaktikzentren für Mathematik, Deutsch, das neue Regionale Fachdidaktikzentrum Informatik und das Zentrum für Unterrichts- und Schulentwicklung zu einer "School of Education" zusammenzuschließen. Eine Zusammenarbeit mit der PH Kärnten gibt es etwa schon bei einer Verbundprofessur zum Thema Mathematik-Didaktik für die Volksschule.
Schnider: "Politische Zustimmung vom Gesetzgeber" notwendig
Claudia Schmied hat an den PH bereits im Oktober vergangenen Jahres eine Reform auf Schiene gebracht, damit diese oft der mangelnden Wissenschaftlichkeit bezichtigten Einrichtungen künftig "auf Augenhöhe" mit den Unis kooperieren können. Teil davon sind die im Verbund mit Unis angebotenen Master-Hochschullehrgänge: Gestartet wird mit einer Ausbildung zum "Mentor", der künftigen Lehrern beim Einstieg in den Beruf helfen soll, einer Spezialisierung auf "Kollegiales Lernen und Lehren", wie sie für den gemeinsamen Unterricht von AHS- und Hauptschullehrern an den Neuen Mittelschulen (NMS) benötigt wird, und einem Lehrgang für "Schulmanagement".
Für das kommende Studienjahr wurden außerdem gezielte Doktorats- und Habilitationsprogramme vergeben; laut den Plänen der Vorbereitungsgruppe für die Reform muss an den künftigen Lehrerausbildungsstätten wenigstens ein Viertel der Lehrenden Forschungserfahrung und mindestens einen Doktoratsabschluss haben. Ab dem Studienjahr 2013/14 soll außerdem durch ein bereits beschlossenes neues Dienstrecht für die PH-Lehrenden die Forschung gestärkt werden; bisher ist diese an den PH geringer bewertet als die Lehre.
Unterdessen haben laut Expertenrat-Leiter Andreas Schnider mittlerweile auch einige Fachhochschulen (FH) Interesse daran bekundet, bei der Lehrerausbildung mitzumischen. In der "Leadfunktion" kann er sich die FH zwar nicht vorstellen, da es dafür einen pädagogischen Schwerpunkt an der Einrichtung brauche. Allerdings wäre es vor allem bei der Ausbildung von BHS-Lehrern interessant, wenn Fachhochschulen "andocken" würden: "Warum sollten sie sich da nicht auch einbringen?"
Längerfristig braucht es laut Schnider für die begonnenen Kooperationen zwischen Unis, PH sowie FH aber auch "die politische Zustimmung vom Gesetzgeber", moniert er. (APA, 8.6.2012)
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Ehrlich gesagt glaube ich schon, dass Kindergartenpädagogik und Maturavorbereitung grundlegend andere Erfordernisse benötigt.
Das weitaus professionellere Vorgehen wäre doch im Gegenteil eine verbesserte Spezialisierung für die unterschiedlichen Bereiche!
Welchen Sinn eine derartige Vereinheitlichung der Betreuerausbildung den betroffenen Kids zwischen 3 und 18 bringen soll, muss mir mal einer erklären!
...kenne auch beide Welten und ich wurde auf der Uni bei weitem besser ausgebildet. An der PH wurde ich insbesondere im Bereich der Schulpraxis von nicht besonders qualifizierten Personen gelehrt. Hier hat es dann geheißen, sie seien eben im didaktischen Bereich besonders gut - in Wirklichkeit waren sie das im Bereich des Netzwerkens/Partei/Kirche/.... Manche hatten dann auf der Donauuni vier Semester "studiert", wobei die Qualität nicht besser wurde..eher pseudowissenschaftlicher. Es haben an der PH sogar ein paar unterrichtet, die selbst nur Dipl.-Päd. waren und nichtmal ein Jahr im Unterricht standen.
Mein LA-Studium auf der Uni hatte auch Schwächen, aber es war _bei weitem_ qualitativer. PHs brauchen Didaktik UND Fachwissenschaft!
und die möchtegernwissenschaftler, die es an die unis nicht geschafft haben. das sind jetzt hauptsächlich die lehrerenden an der ph. wenn man ihre qualitative arbeit mit schülern evaluieren wollte, würden auch so einige überraschungen zutage treten. viele beispiele können hier angeführt mit namen angeführt werden!
die ph ist in der lehrerausbildung ein absoluter niveauverlust. das letzte mal erklärt eine alte pädagogin an der ph (hat sehr viele funktionen und ist "sehr wichtig"), die nach vielen jahren endlich ihr pädagogik-studium abgeschlossen hat in eigenen worten: "ich bin ja nicht blöd, dass ich das doktorat mache!", wozu nichts mehr gesagt werden muss. wer macht oder parteipol. schub hat, braucht wohl keine besondere ausbildung?
Es gibt eine jüngere Generation von Lehrenden an den PHs, die ordentlch Power hat (fast durchwegs auch Promotion, manche auf dem Weg zur Habil), leider aber dienstrechtlich noch nicht gut abgesichert ist.
Und, das ist das Wesentlichste: zumeist auch echte schulpraktische Erfahrung!!
Die Unis täten gut daran, diese abzuwerben. ;)
Assistenten sind da um Professoren zu assistieren. Der LVA-Leiter ist eigentlich immer ein Prof. Von den inzwischen 73 Lehrveranstaltungen die ich abgeschlossen habe wurden alle von Professoren geleitet. Die Hauptvortragenden in Vorlesungen waren immer Professoren, wenn es noch zusätzliche Vortragende gab, dann waren diese zumindest PostDocs. Assistenten kamen nur in (Labor)Übungen vor, eben um die große Menge an Arbeit mit den Studenten zu bewältigen.
Im neuen Dienstrecht ist (!) dies Voraussetzung.Allerdings benötigt eine gute Lehrerausbildungsinstition unbedingt theoriereflektierte Praktiker, und diese haben halt selten den Doktortitel. Diesbezüglich müssen die Unis erst nachziehen.
Und nicht päpstlicher als der Papst sein: auch die Unis besitzen Lehrende ohne Promotion, nicht nur Kunstunis, sondern manchmal auch in technischen Fächern; und schauen Sie bitte zu den FHs (lol).
btw: habe selbst in direkter Linie an der Uni studiert und promoviert.
irreal, es wird weiterhin das Parteibuch und die Seilschaften herrschen, wer dort unterrichten darf. Qualifikation war und ist völlig egal, die richtigen Leute mit Einfluss musst kennen und bei denen "antichambrieren"
typisch österreichische lösungen...bedeuten, dass beide institutioen erhalten bleiben, weil es ja um dienstposten geht..die PH wurden seit umwandlung massiv aufgebläht...pro PH unzählige institute..die qualität kann im fachbereich (HS Lehrer Asubildung.) nicht gesteigert werden..PH gehören sofort in Uni integriert...expertise der PH im praktischen bereich unverzichtbar..!
werden immer ein möchtegernverein bleiben - face!
das ganze ist teil der allgemeinen niveausenkung in österreich. passt vielleicht ohnehin - ösiland wird ein land der niedriglohnsklaven. von der nächsten generation werden vielleicht einge an großbaustellen in der türkei arbeiten, als einfache arbeiter. die techniker werden die türken sein.
Ich kenne die PH (bin mitten in einem Studium) und ebenfalls die WU (ebenfalls mitten in einem Studium). Somit kenne ich beide Welten und solche Pauschalierungen kommen wohl von einem "Deutschen Gastarbeiter" wenn ich den Begriff "Ösiland" hier frei interpretieren darf.
Wissen´s was, auf gut österreichisch: Seiens doch so nett und bilden Sie ihre Meinung auf Basis von echten Erfahrungen und nicht vom hören sagen - das ist nämlich sinnlos und eine Frechheit für alle Lehrer die in beiden Institutionen ausgebildet werden und in den Klassen ihr bestes geben. Denen helfen solche Dummschätzer nicht weiter.
Gerne sollen beiden Institutionen fusionieren - dann müsste ich nicht zwei Studien parallel machen.
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