Ein Skigebiet, das dem Wanderer viel bietet

    8. Juni 2012, 16:55
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    Eine lohnende Runde, die keinen Wunsch offen lässt, über das bekannte Hochkar, das nicht nur im Winter reizvoll ist

    Auch in der schneelosen Zeit hat so manches Skigebiet recht positive Seiten, wie etwa das Hochkar an der niederösterreichisch-steirischen Grenze. Älteren Beschreibungen zufolge stand es - damals, als es noch keinen Skizirkus gab - bei Bergwanderern hoch im Kurs. Nicht zuletzt, weil sein Gipfel der einzige Punkt in Niederösterreich ist, von dem aus man den Großglockner und auch den Großvenediger sehen kann.

    Doch nicht nur die beiden bekanntesten Erhebungen der Hohen Tauern bilden das beeindruckende Panorama. Hinzu kommen: Rax, Schneeberg, Gemeindealpe, Gippel, Göller, Kräuterin, Zellerhüte, Lugauer, Hochtor, Hochschwab, Planspitze, Großer Buchstein, Großer Priel, Tamischbachturm, Grimming, Dachstein, Gamsstein, Spitzmauer, Stumpfmauer und Sensengebirge. Es zeigen sich Teile des Wald- und Mühlviertels, ja sogar ein kleiner Zipfel des Ötscher ist zu sehen. Außerdem der Tiefblick in das Tal der Salza, auf der sich die Kajakfahrer tummeln.

    Abseits der begrünten Pisten findet man die schönsten Alpenpflanzen wie etwa den stängellosen Enzian, den Pannonischen Enzian, Wiesenenzian, Schwalbenwurzenzian, Petergstamm, Clusius-Primel, Milchlattich, Schneerose, Behaarte Alpenrose und Zwergalpenrose.

    An Abwechslung fehlt es also keineswegs, zumal man beim Aufstieg über das Scheineck mit einem Fernglas auch die Kletterer auf den luftigen Seilbrücken des gegenüberliegenden Heli-Kraft-Steiges beobachten kann. Nur Einsamkeit darf man nicht erwarten, denn der Hochkargipfel ist von der Bergstation des Lifts sehr leicht zu erreichen - auch von Halbschuhtouristen. Die relativ geringen Höhenunterschiede verlangen keine besondere Kondition. Ab dem Geischlägerhaus ist die Runde nicht beziehungsweise nur teilweise markiert, was bei der Übersichtlichkeit des Geländes allerdings keine Orientierungsprobleme heraufbeschwört.

    Die Route: Von der Talstation des Vierer-Sessellifts geht es erst zum Gasthaus Jagersberger und dann weiter auf der blauen Markierung zum Scheinecksattel. Dort hält man sich links und steigt - immer am Rande des felsigen Abhangs - zu einer kleinen Hochfläche auf. Dort wechselt man nach rechts auf die rote Markierung, die zum Gipfel führt. Gehzeit 1½ Stunden.

    Nun geht es auf der roten Markierung zurück. Man behält die Richtung bei und gelangt in einer halben Stunde zum Geischläger-haus. Es folgt ein kurzer Abstieg auf einem Güterweg, dann hält man sich rechts, um den Gipfel des Häsing zu erreichen. Ab dem Geischlägerhaus eine halbe Stunde. Auf der Piste geht es hinunter zum Höllboden, um im Gegenanstieg den Leckerplan zu erreichen. Über den Blachlboden - hier kann man einen kurzen Abstecher zum Bergsee machen - geht es zurück zum Ausgangspunkt. Gehzeit ab Häsing 1½ Stunden. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 9./10.6.2012)

    • Das Hochkar ist auch im Sommer attraktiv.
      foto: niederösterreich-werbung/robert herbst

      Das Hochkar ist auch im Sommer attraktiv.

    • Gesamtgehzeit 4 Stunden, Höhendifferenz 500 m. Geischlägerhaus (Mitte
 Juni bis Mitte Oktober offen), Gaststätten beim  Ausgangspunkt. ÖK25V 
Blatt 4209-Ost (Hochkar),  Maßstab 1:25.000; Wanderkarte Göstling an der
 Ybbs-Hochkar-Dürrensteinland, Maßstab 1:30.000.
      foto: niederösterreich-werbung/robert herbst

      Gesamtgehzeit 4 Stunden, Höhendifferenz 500 m. Geischlägerhaus (Mitte Juni bis Mitte Oktober offen), Gaststätten beim Ausgangspunkt. ÖK25V Blatt 4209-Ost (Hochkar), Maßstab 1:25.000; Wanderkarte Göstling an der Ybbs-Hochkar-Dürrensteinland, Maßstab 1:30.000.

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