Glutenunverträglichkeit: Ungutes Bauchgefühl

11. Juni 2012, 08:08
  • Wenn Weizen wegen Gluten zum Feind wird: Reizdarm könnte die Ursache sein.
    foto: apa/peter endig

    Wenn Weizen wegen Gluten zum Feind wird: Reizdarm könnte die Ursache sein.

Neben den organischen Ursachen einer Gluten- oder Laktoseunverträglichkeit spielt auch die Psyche eine Rolle

Darmstörungen als Modekrankheit? Im Internet häufen sich die Einträge zum Thema, und in manchen Supermärkten findet man bereits ganze Regale voll mit gluten- und laktosefreien Lebensmitteln. Für einige angeblich häufige Darmprobleme gibt es noch keine umfassenden wissenschaftlichen Erklärungen. Harald Vogelsang, Mitbegründer des neuen österreichischen Vereins "Darm plus" (siehe Interview), warnt Betroffene sogar davor, immer mehr Speisen zu meiden. "Das ist nicht zu empfehlen." Es droht einseitige Ernährung, ohne die wahren Ursachen des Leidens zu bekämpfen.

"Es gibt sowohl einen genetischen Laktase-Defekt wie auch eine erworbene Laktose-Intoleranz", erklärt die Wiener Ernährungsmedizinerin und Spezialärztin für Psychosomatik Martha Böck. Als Ursache für die vermehrt auftretenden Darmstörungen sieht sie den modernen, leistungsorientierten Lebensstil. Der daraus resultierende Stress hat starke Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem. Das wiederum führt, wenn der Mensch nicht genügend Ruhephasen hat, unter anderem zu einer vermehrten Anspannung der Darmmuskulatur, so die Expertin. Die Folgen: Die Darmschleimhaut wird schlechter durchblutet, und dadurch werden für die Verdauung entscheidende Enzyme wie Laktase oder das Fruktose-Transportprotein GLUT5 nicht länger in ausreichenden Mengen produziert. "Deshalb kommen diese Intoleranzen häufig gemeinsam vor", sagt Böck. Vogelsang kann sich dieser Meinung allerdings nicht anschließen.

Eine Frage des Lebensstils

Zur Behandlung von Reizdarm-Störungen empfiehlt Böck eine angepasste Ernährung. Nicht jeder vertrage Vollkornprodukte oder rohes Gemüse gut. Kurzkettige Kohlenhydrate, wie sie zum Beispiel in Süßigkeiten reichlich vorhanden sind, sollten nicht auf nüchternen Magen, sondern als Nachtisch genossen werden, so Böck. Dasselbe gelte für frisches Obst. Zu viele kleine Mahlzeiten wirken sich negativ aus, stattdessen seien Zwischenpausen von vier bis fünf Stunden empfehlenswert. "Damit sich der Darm ein wenig erholen kann." Am allerwichtigsten ist aber Entspannung, zum Beispiel durch autogenes Training, meint Martha Böck. "Die Frage ist auch: Haben die Leute genügend Schlaf?" Menschen, die chronisch übermüdet sind, leiden oft unter einem verkrampften Darm, weiß die Medizinerin.

Laktase-Enzympräparate zum Einnehmen sind als Überbrückungsmaßnahme für Patienten mit einer erworbenen Laktose-Intoleranz gut geeignet, so Böck. " Bis der Körper selbst wieder genug Laktase bildet." Zudem verabreicht die Ärztin all ihren Patienten mit Dünndarm-Problemen ein Nahrungsergänzungsmittel aus Glutamin und Vitamin B6. Es fördert die Regeneration der Darmepithelzellen. Bei gezielten, individuell angepassten Therapien gibt es für die diversen Darmstörungen, mit Ausnahmen der Zöliakie und der genetisch bedingten Laktose-Unverträglichkeit, durchaus gute Heilungsperspektiven. "Man muss nicht ewig damit leben", betont Martha Böck. Reizdarm-Spezialist Vogelsang hingegen würde sich der Empfehlung zu Nahrungsmittelergänzung nicht anschließen.

Nocebo-Effekt

Das Leid einiger Betroffenen könnte allerdings durch ein besonderes Phänomen verstärkt oder gar erst ausgelöst werden: der Nocebo-Effekt. Er entfaltet seine Kraft vermutlich auf dieselbe Weise wie der Placebo-Effekt, doch mit umgekehrtem Ergebnis. Der Patient fühlt sich schlechter. Eine Frage der Psyche. Wer fest an die Wirkung - positiv oder negativ - einer Substanz glaubt, wird diese meist auch tatsächlich spüren. Hochbrisant sind diesbezüglich die Studien einer italienischen Forschergruppe unter Leitung des Gastroenterologen Piero Vernia von der Universität Rom. Die Experten unterzogen insgesamt 635 Menschen einem H2-Atemtest. Davon wurden 57 Personen negativ getestet, obwohl sie ihren eigenen Angaben nach unter Laktose-Intoleranz litten. Diese Patienten sowie 54 weitere mit einem positiven Testergebnis durchliefen anschließend ein zweites Mal denselben Test, bekamen diesmal aber, ohne es zu wissen, Glukose statt Laktose verabreicht.

Das Resultat war erstaunlich. Zwölf der 27 zuvor negativ Getesteten zeigten jetzt ein positives Ergebnis, und 14 weitere Personen mit einer bereits vorliegenden positiven Diagnose ebenfalls - obwohl sie gar keine Laktose geschluckt hatten. "Dies bestätigt vorherige Vermutungen, dass die Symptome einer Laktose-Intoleranz zumindest zum Teil psychologisch bedingt sein könnten", sagt Piero Vernia. Die wahrscheinliche Ursache: der Nocebo-Effekt. (Kurt de Swaaf, DER STANDARD, 11.6.2012)

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Früherkennung ist wichtig, der rest kommt von allein !!!!!

Bei meiner 5 1/2 jährigen Tochter kann man kaum von psysomatischen Indizien aus gehen. Sehr wohl war es wichtig durch andere Symptome die Glutenunverträglichkeit zu bestimmen. Das hat sehrwohl ( so der Facharzt ) Einfluss auf weitere unverträglichkeiten in der Zukunft.
Das was mich sehr beunruhigt hat war die Aussage einer Agraringeneurin, welche in Ihrer Laufbahn nachgeforscht hat und zum Ergebniss gekommen ist, das die hochgezüchteten Cerealien von Heute, bis zu 3 mal mehr Gluten in der Frucht tragen als die Stammplfanzen.
Sie meinte das Leute mit einer geringeren Unverträglichkeit mit den alten Sorten keine Probleme hätten aber mit den hochgezüchteten sehr wohl.

Also wieder zurück zu den alten Sorten und probieren.

und warum kann eine 5 1/2 jährige keine psyhosomatischen Beschwerden haben?

und wo hat ihre Agraingenieurin ihre sensationellen Erkenntnisse veröffentlicht?

In der Zeitschrift Eso Bio Globuli? Oder handelt es sich um eine Aussteigerin die sich von der Milch von Eisenbahnerkühen und von Dinkel ernährt?
Wie heißt die gute Dame?
Nobelpreisverdächtig auf jeden Fall!!!

Es steht Ihnen frei, alles, was in einem Forenpost nicht mit Quellenangaben versehen wird, als Esoterik zu verunglimpfen.

Faktum ist, daß sogenannte "Heritage Grains" wie Einkorn eine vollkommen andere Glutenstruktur haben als der "moderne Weizen", angefangen mit einer unterschiedlichen Anzahl an Chromosomen.

Eine unterschiedliche Glutenstruktur lässt es als naheliegend erscheinen, daß manche Getreidesorten bei leichteren Glutenunverträglichkeiten besser vertragen werden könnten.

Bitte den Artikel noch ausbauen

- Gibt es auch Strategien bei Zöliakie und genetisch bedingten Unverträglichkeiten?

- Hat der Herr Vogelsang auch eine Meinung, außer dass er sich den Aussagen der Frau Böck nicht anschließen will?

Darmflora aufbauen

Ich habe über Jahre immer weniger Lebensmittel vertragen und hatte immer stärkere Verdauungsprobleme.

Habe schließlich über ein Jahr lang Probiotika als Nahrungsergänzung eingenommen und somit meine Darmflora wieder aufgebaut. Zusätzlich meinen Lebensstil geändert und Streß reduziert.

Ich kann jetzt wieder alles essen (achte aber natürlich trotzdem auf eine gesunde Ernährung).

Natürlich mußte ich mir die Therapie selber zahlen, die Schulmedizin ist hier nicht aufgeschlossen. Aber das war es mir wert.

nicht zum Teil - ganz psychologisch bedingt.

""Dies bestätigt vorherige Vermutungen, dass die Symptome einer Laktose-Intoleranz zumindest zum Teil psychologisch bedingt sein könnten"

Krankheiten haben ihre Wurzel generell im Geist, in seelischen Konflikten, die lange zurückliegen können.
Der Bauch ist der Spiegel des hiesigen Lebens; ausgehend vom Solarplexus, dem Nervensystem im Magenbereich, spielen die Verdauungsorgane nicht mehr optimal zusammen, wodurch Verdauungsstörungen entstehen.
Die seelischen Probleme erkennen und lösen (und das Bild von sich selbst überprüfen!), dazu Entspannungstraining: das ist die Basis der Heilung. Zunächst vorsichtig, aber nicht ängstlich essen, um die Organe zu stärken; dann langsam aufbauen.
Qigong wäre ideal zur Stärkung.

Eso-Schwachsinn, ick hör dir trapsen.

... Krankheiten haben ihre Wurzel generell im Geist

Sie müssen demzufolge pumperlgsund sein!

dann stärken sie mal, wenn ihre darmzoten angegriffen sind und sie mit dünnschiss aufs klo rennen müssen

und was sie dann erst für mangelerscheinungen bekommen

Proteine, wissen Sie, was das so alles macht?

..hatte vor 2 Jahren massive Probleme. 2 Wochen Spital alles wurde untersucht. Schlußendlich wars eine Laktose- und Fructoseintoleranz. Hatte 38 Jahre keine Probleme. Weglassdiät für 1 Monat und dann langsam wieder die Lebensmittel dazugenommen. Heute gehts mir gut. Das Wort Modeerkrankung ist völlig richtig, denn wenn man sich ansieht, was wir in den 70ern/80ern Milchzucker bzw. Fructose zu uns genommen haben und dazu heute. Lactose bzw. Glucose-Fructosesirup steckt schon in fast jedem Lebensmittel. Kein Wunder, dass Menschen die empfindlicher sind, diese extrem hohen Mengen, die sich da pro Tag ansammeln nicht vertragen. Ich hab Glück, meine Frau kocht & bäckt selber - denn Fertigprodukte sind tabu. .Fortsetzung

.. Forgesetzung. Man soll allerdings nicht in Hysterie verfallen und alles für immer und ewig meiden. Das ist der größte Quatsch - der Körper gewöhnt sich daran und verträgt dann überhaupt keine Laktose/Fructose/Histamine etc. Allerdings bin ich auch kein Freund dieser Pillen die man vor dem Laktose bzw. Fructosekonsum schluckt. Da ist im Restaurant, Urlaub ok, aber auf Dauer hilft nur sich vernünftig zu ernähren, das heißt auch, dass man nicht blind einkauft, sondern schaut was man in den Korb wirft. Und am besten ist selber kochen - da weiß man was drinnen ist. Vor 2 Jahren hab ich fast nix mehr vertragen, heute eß auch wieder eine Torte (zwar keine Chremtorte, aber Sachertorte mit Laktosefreier Milch geht ohne Probleme). Also Kopf Hoch!

Schön langsam glaube ich, die "Psyche" ist so eine Art Sündenbock für alles.

Da fallen mir gleich zwei andere mögliche Ursachen für Glutenunverträglichkeit ein:

1.) Züchtung von stark glutenhältigen Getreidesorten (damit der Teig besser klebt). Die modernen Sorten haben viel mehr Gluten als früher.

2.) Verstärkte Immunreaktionen aufgrund von Fremdstoffen wie "Aluminiumhydroxid", die bei allen möglichen Impfungen mitgespritzt werden. Das bewirkt allgemeinen einen höheren Alarmierungszustand des Immunsystems und führt damit auch häufiger zu schädlichen Immun-Reaktionen.

Bitte bei welchen Impfungen?

Aber bitte keine Präparate nennen, die seit 20 Jahren außer Handel sind!

Bei nahezu allen Impfstoffen,

die keine vermehrungsfähige Erreger haben.

Formaldehyd ist mittlerweile nicht mehr enthalten. Wurde aber viele Jahre lang gespritzt.
Will gar nicht wissen, wieviele Leute welche Krankheiten davon erhalten haben.

Sie schwafeln also frei herum und haben von nichts eine Ahnung!

Das ist die typische Information der Impfgegner. Das sind die Leute, die auf ein gesundes Sichtum durch Karma vertrauen und ihre Weisheiten von einem Milchwirt Tolzin und einer Petek vorgebetet bekommen.

AHA,

haben Sie eine andere Information dazu?

Dazu brauche ich keinen Milchwirt sondern es genügt der Beipackzettel des entsprechenden Medikaments.

Sie haben Anschuldigungen erstellt, daher müssen Sie die Beweislast tragen!

Also liegt es an Ihnen, die entsprechenden Präparate zu nennen, wo dies zutrifft!
Es isthier in der Juristerei gleich wie in der Wissenschaft und auch in der Medizin. Wer Behauptungen aufstellt, sollte dies auch belegen und nicht pasuschale Urteile abgeben!

Wow, eine Beweislast habe ich jetzt.

http://www.impf-info.de/pdfs/Impf... 202012.pdf

Dauert ungefähr 10 Minuten, bis man das findet.
Stand 2012, zugelassene Impfstoffe in Deutschland und ihre Bestandteile.

Insgesamt 21 Impfstoffe enthalten Aliminiumhydroxid.

Brauchen Sie weitere Beipackzettelvorlesedienste?

Formaldehyd ist als natürliches Stoffwechselprodukt in gewisser...

...Konzentration immer im Blut und den Körperzellen vorhanden. Erklären Sie bitte schlüssig, wie die geringen zusätzlichen Mengen aus Impfstoffen chronische Stoffwechselerkrankungen auslösen können und nennen Sie empirische Befunde, die diese Erklärung stützen.

Wieso soll ich das schlüssig erklären?

Habe ich etwa behauptet, dass Formaldehyd Stoffwechselerkrankungen auslöst?
War nur das Beispiel eines Stoffes, der mittlerweile nicht mehr in Impfstoffen enthalten ist.

Nein - der Körper ist es!

Die Psyche ist immer die Basis (der Geist prägt den Körper): daher müssen Probleme erkannt und gelöst werden, damit der Körper heilt. Der Geist heilt den Körper: nicht umgekehrt.

Bei Brot geht es darum, nicht Schnellbackwaren aus dem Supermarkt zu kaufen, sondern lange gereiftes und gebackenes Brot, wie es die Bauern getan haben. Ohne Hefe, nur mit Sauerteig.
Gragger und Joseph sind Biobäcker, die solche Brote anbieten - zum Wohl des Körpers und des Geschmacks. :)

Ich will Sie nicht schockieren, aber im Sauerteig sind auch Hefen enthalten.

Sie schockieren mich nicht ... ;)

es ist aber ein Unterschied, ob man schnell gebackene Brote oder solche mit vorgefertigtem Teig isst, oder lange ausbackt, wie es in Wien die Bäcker Gragger oder Joseph tun.

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