Ubuntu 12.10: Erster Vorgeschmack auf "Quantal Quetzal"

8. Juni 2012, 09:14
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USB-Image statt Live-CD, Migrationsassistent gestrichen - Erste Teile von GNOME 3.5

Vor einigen Wochen hat Softwarehersteller Canonical eine neue "Long Term Support"-Release der eigenen Linux-Distribution fertiggestellt, bei der man sich vergleichsweise konservativ in Bezug auf substantielle Umbauten gegeben hat. Für das kommende Ubuntu 12.10 darf es nun wieder etwas experimentierfreudiger zugehen, bereits vor einigen Wochen hat man recht ambitionierte Ziele in dieser Hinsicht formuliert. Nun können sich interessierte NutzerInnen vom aktuellen Stand dieser Bemühungen überzeugen, mit der Alpha 1 steht seit kurzem die erste Testversion von "Quantal Quetzal" zum Download.

Updates

Wie von der frühen Entwicklungsphase einer neuen Ubuntu-Ausgabe gewohnt, halten sich die wirklich sichtbaren Änderungen allerdings noch in engen Grenzen, konzentriert man sich doch zunächst mal auf die Aktualisierung der Softwarebasis. Also ist hier nun Kernel 3.4 enthalten, den Compiler hat man auf die GCC 4.7 gewechselt. Am Desktops sind die in 12.04 noch fehlenden, restlichen GNOME 3.4 Pakete eingeflossen, darunter neben dem (nicht mehr von Haus aus installierten) Evolution oder der Paarung GNOME Keyring/Seahorse auch der Videoplayer Totem.

Hardwarebeschleunigung

Und dies hat eine durchaus signifikante Auswirkung, hatte man zuletzt doch auf aktuelle Totem-Versionen verzichtet, da diese Hardwarebeschleunigung für die Grafikkarte benötigen, Ubuntu aber auch mit älteren Systemen kompatibel bleiben wollte. Für Ubuntu 12.10 wählt man nun einen anderen Weg, und zwar jenen, den Fedora bereits in der aktuellen Version beschritten hat: Software Rendering per LLVM soll auf Rechnern ohne den entsprechenden Treibersupport die nötigen Funktionen ermöglichen. Im weiteren Verlauf der Entwicklung soll denn auch das bislang parallel gepflegte Unity2D aus Ubuntu entfernt werden.

Vermischtes

Einige Teile des Desktops wurden bereits auf Vorversionen von GNOME 3.6 aktualisiert, von Mozilla kommen Firefox und Thunderbird jeweils in der Version 13. Beim Installer hat man den Migrationsassistenten - zur Übernahme mancher Einstellungen von anderen Betriebssystemen - entfernt, ebenfalls weg sind die Launchpad-Einträge (für Bug Report und Co.) in den Anwendungsmenüs. Bis zur fertigen Version hat man sich noch ein weiteres ambitioniertes Ziel gesetzt, soll dann doch nur mehr Python 3 von Haus aus mitgeliefert werden, es müssen also alle Python-Anwendungen entsprechend angepasst sein.

Download

Und noch eine weitere Neuerung: Für Ubuntu 12.10 wird es keine Live-CD mehr geben. Nachdem ein entsprechender Schritt schon länger zur Disposition stand, hat man sich nun tatsächlich dazu entschlossen ein (maximal) 800 MByte großes Image auszuliefern, das wahlweise von einem USB-Stick benutzt oder auf DVD gebrannt werden kann. Die Alpha 1 von Ubuntu 12.10 kann ab sofort kostenlos von der Seite des Projekts heruntergeladen werden, die fertige Version ist für Mitte Oktober geplant. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 8.6.2012)

  • Ubuntu 12.10 - Codename "Quantal Quetzal"
    screenshot: andreas proschofsky

    Ubuntu 12.10 - Codename "Quantal Quetzal"

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