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Dieses Jahr verzichtet man auf die Anti-Blattlaus-Zapferln und die Läuse haben freie Fahrt.
Es ist angerichtet. Die Pflanzen stehen prächtig im Saft, das Grün grünt grüner, als man sich so ein Grün gemeinhin vorstellt, und der Garten duftet nach sattem Wachstum.
Sattes Wachstum ist aber auch Voraussetzung für die niemals Satten. Die niemals Satten fressen sich in die satt wachsenden, grüner denn grünen Frühlingsschoße und hinterlassen dort Löcher, Fressbahnen oder, im schlimmsten Fall, einfach nichts. Geht es den Pflanzen gut, geht es auch den Pflanzenfressern, Pflanzensaftsaugern und in Pflanzen Nistern gut. Die Schädlinge haben Hochsaison.
Seit März ziehen Schnecken ihre Bahnen, seit April färben Läuse die schönsten Triebspitzen schwarz, und wer den Schmetterling sehen will, muss die Raupen im Mai hinnehmen. Wer kann das schon? Wer besitzt jene Gelassenheit? Wie viele Jahrzehnte Gartenarbeit müssen einem ins Gesicht gefurcht sein, um mit diesen temporär-periodisch auftretenden Schädlingen gelassen umzugehen?
Montessorigärtnerei
Aber ein erster Schritt will getan sein. Dieses Jahr dürfen Raupen und Läuse machen, was sie wollen. Der benachbarte Montessori-Kindergarten färbt auch auf mich Gärtner ab. Ich lasse sie zu. Denn at last, das wird jede erfahrene Gärtnerin bestätigen können, gewinnt die Pflanze den Wettkampf mit dem Schädling. Denn sie wächst nach. Natürlich sieht ein Pfeifenstrauch elend aus, wenn ein Großteil seiner Triebe von Läusen schwarz überzogen ist, aber die Laus-Saison geht vorbei, und der Pfeifenstrauch steht immer noch, schiebt Achse um Achse und Blatt um Blatt nach und denkt sich wahrscheinlich: "Was juckt es die Eiche, wenn sich eine Sau daran reibt."
Dieses Jahr bleiben die Anti-Blattlaus-Zapferln in ihren Verpackungen. Es war mir auch nie ganz klar, wie ich die Zapferln in die Läuse schieben hätte sollen, geschweige denn, dass ich die Öffnung gefunden hätte. Und das Lesen von Anleitungen war noch nie meines. Darüber hinaus dauert die Laus-Saison nur zwei bis drei Wochen, dann verschwinden sie wie jedes Jahr von selber. Bon voyage!
Reizende Raupen
Bei den Raupen ist es nicht unähnlich. Alle schwärmen von Schmetterlingen, sehen diesen verträumt beim Flattern über den Beeten hinterher, aber keiner möchte deren Entwicklungsstadium Larve vulgo Raupe in seinem Garten wissen. Raupen reizen die Geduld selbst Geduldigster bis über die Grenzen aus. Sie fressen und fressen und fressen und legen dabei ganze Bäume kahl. Das sieht unglaublich erbärmlich aus, da zerreißt es dem Gärtner das Herz.
Aber nach ein paar Wochen unablässigen Fressens hängt sich die Raupe zur Ruh' und verpuppt sich zu einer schmetterlingen Pracht. Dann schlagen die Herzen wieder höher, die Pflanzen schieben wie gewohnt Blatt um Blatt nach, und keinen geniert es in Wahrheit.
Selbst die Nister können mich nicht mehr aus meinem Kling & Klang bringen. Früher, ja, da sah man den besorgten Gärtner noch jedes eingerollte Rosenblatt abzupfen, beseufzen und die dazugehörigen Wespen zum Teufel schicken. Aber das ist Geschichte. Soll die Wespe ruhig in meiner Schneewittchenrose ihre Brut hochziehen. Sie ist so starkwüchsig, dass sie den Verlust einiger Blätter wahrscheinlich gar nicht bemerkt. Und ich sehe das genauso, nämlich erhaben.
Jede Form von Erhabenheit geht aber verlustig, wenn die Schädlinge das erstmals vorhandene Gemüsebeet entdecken. Dann wird der Gärtner grün vor Wut wie seine Umgebung, lässt jede Ahnung von Contenance fahren und stürzt sich auf alles, das sich in sein junges Gemüse verbeißt und nicht seinen Nachnamen trägt. Da können die Montessoris noch so über den Zaun glotzen: Die Identifikation mit dem Salat ist längst passiert, das Unheil nimmt seinen Lauf. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 8.6.2012)
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Die Kiwi und ihre Klischees: Die populäre Neuseeländerin ist in Wahrheit gebürtige Chinesin, und dass sie in Österreich nicht reifen mag, ist auch Blödsinn
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Zurückstutzen oder wuchern lassen? Das ist die Frage, die über die Süße der Trauben entscheidet - Gregor Fauma gibt Tipps für die Rebenpflege
Wenn die Groupies kommen, kriegt Gregor Fauma zwar Schampus verehrt - aber anstrengend ist es schon
Erschöpfend war das Nichtstun des Sommers, jetzt aber darf Gregor Fauma umso intensiver garteln
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Trittpflanzen vertragen einiges. Nur wenn man sie in Beeten und Kübeln ansiedeln möchte, leisten sie Widerstand
Das Problem bei Bauern und Gartenliebhabern ist, dass sie nicht nur die Läuse usw. umbringen sondern die Chemie bringt auch Ameisen und vor allem Bienen (!!!) um, man denke nur an die Insektizide beim Maisanbau, der die Bienen im weiten Umkreis umbringt aber von der Agrarlobby permanent und zu Lasten der gesamten Gesellschaft abgestritten wird. Den Insektiziden fallen leider auch Nützlinge zum Opfer, z.B. der Marienkäfer (= Läusefresser), insektenfressende Singvögel (Schwalbe!) oder Fledermäuse.
Wieviele Bienen, Schmetterlinge, Glühwürmchen, Marienkäfer, Schwalben, Fledermäuse etc. seht ihr so noch? In meiner Jugend (70-er Jahre) gab es sie am Stadtrand überall! Bei jedem Kuhstall nisteten Schwalben, in der Nähe von Misthaufen Hornissen.
woher kommen die blattläuse eigentlich?
ich hatte noch nie welche und heuer kamen die plötzlich wie aus dem nichts und haben die aus samen gezogenen ringelblumen befallen.
ach ja, falls das wichtig ist:
die ringelblume dienen als unterlage für einen zwetschkenbaum im topf auf einer terrasse.
einzelne generationen können flügel ausbilden als folge von nahrungsmangel oder anderen ungünstigen umweltbedingungen.
bei spinnmilben gibt's das "ballooning" - da sammeln sich spinnmilben an der spitze einer pflanze und schießen zusammen spinnfäden in die luft und lassen sich dann vom wind vertreiben.
blattläuse (und spinnmilben) lassen sich aber auch einfach ganz gern verschleppen.
hat hier jemand erfahrung im erdäpfel-anbau?
ich hab heuer zum ersten mal welche gesetzt, gibts da eine regel ab wann man die ernten kann? sorte wäre agria. ich hab gehört, das kraut zusammenfallen lassen und dann noch zwei wochen warten, kann das wer bestätigen?
was wird aus diesen kleinen - 1 cm - grünen raupen? auch ein schmetterling? ich muss ehrlich sagen, ich habs nicht ausgehalten und - allerdings auch mit widerwillen - die raupen in den kanal gespült.. jetzt tuts mir leid.. sie waren am paprike - zusammen mit blattläusen.. die habe ich mit wasser/küchenspülmittel bekämpft und das scheint funktioniert zu haben.. mal sehen..
Habe bei Ribiseln und neuerdings auch bei Himbeeren die Situation dass sich die oberen Blätter zu einem Knäuel "verkleben" und innen drinnen sind lauter Blattläuse. Habs mal im Internet gefunden, ua. gabs die Empfehlung, den teil radikal abzuschneiden und wegzuwerfen (nicht kompost) das mach ich.
johannesbeertrieblaus ?
chemie will ich nur im absoluten notfall, bin zu selten beim häusl um kontinuierlich zu spritzen.
vorschläge und ideen ?
auch wenn das hier schon einmal in abrede gestellt wurde: die auf biohelp.at erhältlichen florfliegenlarven kann man sehr gut einsetzen, eher schon früh (april), dann bleibt die plage ziemlich überschaubar. ansonsten ist die gelassenheit völlig ok, irgendwie schaffen das die pflanzen tatsächlich. außerdem: wenn es in wien bald überall solche schwärme asiatischer marienkäfer gibt wie in unserem innenhof, wird die blattlaus demnächst auf der roten liste stehen.
"wenn es in wien bald überall solche schwärme asiatischer marienkäfer gibt wie in unserem innenhof, wird die blattlaus demnächst auf der roten liste stehen."
unsere heimischen marienkäfer leider auch habe ich kürzliich in einem radiobeitrag gehört. die chinesischen fressen anscheinend auch das gelege der einheimischen art.
Der natürliche Feind der Nacktschnecke ist die Weinbergschnecke - gerade die wurde aber bis zur Ausrottung seit den 70er Jahren eingesammelt und überall in jedem Gasthof (gekocht, in Butter) zum Verzehr angeboten. Die Weinbergschnecke lebt nicht vom frischen Grün, sondern von zersetzten Pflanzen und vernichtet die Gelege der Nacktschnecke, wo sie sie findet. Erst durch die Dezimierung der Weinbergschnecke bekam die bittere braune Nacktschnecke die Oberhand = von Menschen gemachtes Desaster. Schneckengift rottet auch die Nützlinge aus!
Alternativ: sich einfach ein paar Enten halten, die fressen Nacktschnecken.
hatte ich nie und plötzlich vor 3 jahren waren sie da! ich hab sie konsequent bei meinem morgendlichen rundgang durch den garten eingesammelt und vernichtet-es hat mir fast den (nüchternen) magen umgedreht. letztes jahr dann nur mehr ganz vereinzelt zu beginn des sommers, dieses jahr noch keine gesichtet-dafür haufenweise weinbergschnecken : )
ich hoffe das bleibt so!
Laufentenzüchter wiederum meinen, man soll die Enten keine zu großen Schnecken fressen lassen, weil sie daran ersticken können. Auch hat nicht jeder einen Garten mit Teich, damit die Enten sich dort aufhalten können. /:
Zwar ist es nobel sich eine Ente auszuleihen, statt die Schnecken zu vergiften und damit auch Nützlinge zu erwischen, aber vermutlich wärs doch besser die Nacktschnecken einfach einzusammeln um sonstwas damit anzustellen.
läuse auf sträuchern sind kein ernsthaftes problem, aber auf jungen pflanzen sehr wohl! ebenso die raupen. wenn man da bei starkem befall einen auf "montessori" macht, sind sie hin.
könnte hier bitte jemand schreiben, der sich auskennt? einfach nur blabla und und "ich setze mich auf die terrasse und warte was passiert" ist leider doch zu wenig.
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