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Heidelberg - Wer auf professionellem Niveau Sport betreibt, kann größere Schmerzen ertragen, als jemand, der nicht sportlich aktiv ist. Dies ergab die Auswertung von 15 internationalen Studien durch Wissenschafter der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. Die Forscher stellten fest, dass Sportler die Schmerzen wie auch Nicht-Sportler spüren, sie sich davon aber weniger beeinträchtigen lassen, also schmerztoleranter sind. Das Ergebnis, das vor einigen Wochen im Journal "Pain" veröffentlicht worden ist, könnte in der Therapie von Patienten mit chronischen Schmerzleiden wie Rückenschmerz oder Fibromyalgie genutzt werden, zum Beispiel in Form eines speziellen Bewegungsprogramms.
Insgesamt 568 Sportlerinnen und Sportler sowie 331 normal aktive Kontrollpersonen waren im Rahmen der 15 Ausgangsstudien aus den USA, Kanada, Australien und Europa untersucht worden. Alle Studien hatten sich auf bestimmte Aspekte des Schmerzempfindens bei Sportlern unterschiedlicher Sparten, darunter Ausdauer-, Kraft- und Ballsportarten, konzentriert. Alle eingeschlossenen Athleten trainierten mehr als sechs Stunden wöchentlich. Um das Schmerzempfinden zu prüfen, hatten die Probanden zum Beispiel die Hand in kaltes Wasser getaucht oder sich den Finger einklemmen lassen.
Das Forschungsteam um Jonas Tesarz und Wolfgang Eich stellte fest, dass die Schmerztoleranz der verschiedenen Sportler zwar unterschiedlich stark ausgeprägt war, aber deutlich über den Werten der Kontrollpersonen lag. "Die größte Schmerztoleranz hatten die Ballsportler, gefolgt von den Ausdauer- und den Kraftsportlern", so Tesarz. "Ihre Schmerztoleranz war ähnlich hoch wie bei Menschen, die ein gängiges Schmerzmittel eingenommen haben." Bei der Schmerzschwelle - also der Intensität, ab welcher ein Reiz als schmerzhaft empfunden wird - zeigte sich dagegen ein eher uneinheitliches Bild. Nach Ausschluss von qualitativ minderwertigeren Studien konnten im Durchschnitt keine Unterschiede zwischen Sportlern und Kontrollpersonen festgestellt werden. In Abhängigkeit vom verwendeten Schmerzstimulus waren die Schmerzschwellen der Sportler zum Teil sogar niedriger.
Dass Sportler Schmerz weniger dominant spüren, könnte in der Therapie eingesetzt werden: "Eventuell kann eine entsprechende Physiotherapie die Schmerztoleranz der Patienten anheben und ihnen trotz schwer zu behandelnder Schmerzen zu mehr Lebensqualität verhelfen", so Tesarz. Leistungssportler hingegen sollten gut auf Signale ihres Körpers hören: Durch die höhere Schmerztoleranz laufen sie leichter Gefahr die Belastungsgrenze ihres Körpers zu überschreiten, so die Forscher.
Eine weitere Studienauswertung ist zu ähnlichen Ergebnissen gekommen: Demnach erweist sich individuell angepasstes Ausdauer- und Krafttraining in der Behandlung des Schmerzsyndroms Fibromyalgie als besonders wirksam. Schmerzmittel zeigten dagegen wesentlich geringere Wirkung als früher angenommen und seien nur im begrenzten Umfang einzusetzen, so das Deutschland-weite Forschungsteam rund um das Universitätsklinikum Heidelberg. "Unsere Recherchen haben gezeigt, dass die Patienten besonders von regelmäßigen Aktivitäten profitieren, die sie eigenständig im Sinne eines Selbstmanagements durchführen können", so Eich.
Die Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften wurde dementsprechend überarbeitet und in deutscher und englischer Sprache vor wenigen Wochen veröffentlicht. Neu in der Leitlinie ist die Empfehlung für ein individuell angepasstes Ausdauer- und leichtes körperliches Krafttraining. Dazu zählen 30 Minuten schnelles Spazierengehen, Walking oder Fahrradfahren zwei- bis dreimal in der Woche. "Optimal wäre die Kombination mit Entspannungsverfahren und Psychotherapie-Verfahren, die die Selbstwirksamkeit erhöhen, wie zum Beispiel kognitiven Verhaltenstherapien oder anderen Psychotherapieverfahren", sagte Eich. Diese Formen der "multimodalen" Therapie zeigten die besten Ergebnisse. Auch meditative Bewegungstherapien wie Tai Chi oder Yoga werden in der neuen Leitlinie empfohlen, denn die Kombination aus bewusster Bewegung und Entspannung tat vielen Patienten gut, so die Forscher. (red, derStandard.at, 6.8.2012)
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aus meiner persönlichen erfahrung:
beim ersten kreuzbandriss lag ich minutenlang am spielfeld und wusste überhaupt nicht wie ich je wieder aufstehen soll.
beim zweiten bin ich auf die ersatzbankgehumpelt und nach dem spiel selbst mit dem auto ins spital gefahren.
beim dritten hab ichs krachen gehört und das spiel fertig gespielt.
der zweite punkt ist, dass in einem mannschaftssport jammern halt verpönt ist. jedem tut jederzeit irgendetwas weh, da kommts nicht gut wenn man sich wegen einer zerrung benimmt als würde man tantalos qualen durchstehen.
... jemand der sport betreibt einfach daran gewöhnt ist, ein bissal was auszuhalten und nicht gleich aufzugeben. sonst kommst nicht weit. und wenn es nur das aushalten eines muskelkaters ist.
der vergleich mit den fußballern ist für mich wirklich nur ein antrainierter reflex um ein foul herauszuholen.
Irgendwo muss sich ein Fehler eingeschlichen haben. Profi-Fussballer bekommen aus bisher noch unerklärlichen Gründen, eine extrem schmerzempfindliche Haut. Bei der geringsten Berührung, oft reicht sogar der Luftstoss eines vorbeikickenden Fusses, um einen unglaublich heftigen Schmerz auszulösen. Der Schmerz kommt meist so unerwartet und heftig, dass man kurzzeitig keine Körperkontrolle mehr hat und einfach zu Boden fällt und sich vor Schmerz winden muss. Das Gute daran ist, dass der Schmerz genauso schnell und unerwartet wieder verschwindet. Selbst der Betroffene wundert sich manchmal, weshalb er wieder normal weiter rennen kann, als wäre nichts gewesen.
erstens:
solange du nicht hinfällst, zu boden gehst oder zumindest schreist pfeift der schiedsrichter nicht, auch wenns ein foul war.
zweitens:
fußball ist ein sehr harter sport. natürlich merkt man das zuhause auf der couch nicht so. aber wenn dir einer mit dem eisenstoppel auf die zehe steigt, sieht das nicht wild aus, tut aber höllisch weh. oder wenn du in vollem lauf mit einem 90kg riegel zusammen krachst.
natürlich wird oft auch geschauspieltert, aber so ohne ist (richtiger) fußball wirklich nicht. das kann ich aus leidvoller erfahrung sagen.
Hmm was ist mit Rugby? Australian Football?
Oder Fightfootball :D http://youtu.be/EAzTKXsO0PE
kann ich empirisch nicht bestätigen.
im turnunterricht in der schule waren die vereins fuss und handballer immer die wehleidigsten wenn man fussball gespielt hat. vielleicht ist das aber auch das antrainierte aufmerksamkeitsbetteln richtung schiri ?
sie wissen schon dass ihre schulfreunde nicht unbedingt (semi-)professionelle sportler waren.
ich glaube dass die schmerzunempfindlichkeit mit dem zusammenhängt dass die aufmerksamkeit auf einen ball und nicht den eigenen körper gelenkt ist. das würde den unterschied zu den anderen sportlern erklären.
und auch die tatsache dass man in zweikämpfen auch schwere verletzungen in kauf nimmt.
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