"Ein Tsunami oder ein Virus könnte die Tierart mit einem Schlag auslöschen"

7. Juni 2012, 17:34

Indonesische Regierung ruft "Jahr des Nashorns" aus - zwei der drei asiatischen Spezies sind vom Aussterben bedroht

Wien - Während in Europa Diebstähle von Rhinozerospräparaten zum neuen Modeverbrechen geworden sind und sich sogar die ersten Zoos Gedanken um Schutzmaßnahmen für ihre Tiere machen, setzt wildlebenden Nashörnern die Wilderei massiv zu. Der Grund ist derselbe: Die Hörner der Tiere werden zu einem Pulver zerrieben, weil ihnen in der traditionellen chinesischen "Medizin" Heilwirkung angedichtet wird.

Wilderer sind die größte Bedrohung für alle fünf heute noch lebenden Nashorn-Spezies, vor allem in Asien kommt noch die Zerstörung des natürlichen Lebensraums dazu. Zwei der drei asiatischen Arten, das Java-Nashorn und das Sumatra-Nashorn, sind mittlerweile akut vom Aussterben bedroht. Die indonesische Regierung hat daher eine Initiative zum Schutz der Großsäuger gestartet: Präsident Susilo Bambang Yudhoyono rief das Internationale Jahr des Nashorns aus, um auf die kritische Situation der Tiere hinzuweisen und breite Unterstützung für ihre Rettung zu gewinnen.

Die indonesische Regierung hat zugesagt, eine Arbeitsgruppe aus nationalen und internationalen Nashorn-Experten zu gründen, die bessere Managementansätze entwickeln und Naturschutzmaßnahmen verbessern sollen. Außerdem sollen ausreichend Finanzmittel für den Schutz der Populationen zur Verfügung gestellt sowie eine intensive Überwachung der Tiere ermöglicht werden. Nachdem das Java-Nashorn in Vietnam ausgerottet wurde, lebt weltweit nur noch eine Population von 60 Tieren auf Java. "Ein Tsunami oder eine Viruskrankheit könnte die Tierart mit einem Schlag auslöschen", warnte Susanne Gotthardt vom WWF. Auch das Sumatra-Nashorn ist stark bedroht: Es gibt nur noch wenige Populationen auf Sumatra, Festland-Malaysia und Borneo. (APA/red, derStandard.at, 7.6.2012)

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9 Postings

Aber geh, wir brauchen dazu doch keinen Tsunami, das schaffen wir auch ganz ohne Naturkatastrophen, die Vorarbeiten haben wir ja auch ganz alleine geleistet.

Ich finde das sehr traurig, aber

der Mensch ist nun mal das erfolgreichste Raubtier in der Geschichte der Erde. Und solange es Menschen gibt, haben die armen Tiere schon immer schwere Zeiten gehabt. Dass die Gründe heutzutage nicht zu rechtfertigen sind, ist ja klar. Das Problem muss aber an der Wurzel gelöst werden. Nur die Tiere zu überwachen löst die Probleme nicht. Danach werden andere Tiere an die Reihe kommen.

imho

keine besondere leistung, ausser dem menschen gibt es auf diesen planete keine "raub"tiere. da kann man l eicht die #1 sein.

Man konnte hoffen

...dass die Erfindung von Viagra eine Erleichterung für die Tiere bringt. Aber nein, die Dummheit der Menschen und ihr Verlangen, Hokuspokus-Medizin einzusetzen, sind unendlich.

hauptsache ich les ...

"zwei oder drei" ... so im sinne von "so genau weiß das keiner" :D

wer in der "red" ist für diese formulierung verantwortlich?

"Der Grund ist derselbe: Die Hörner der Tiere werden zu einem Pulver zerrieben, weil ihnen in der traditionellen chinesischen "Medizin" Heilwirkung angedichtet wird."

sehr gut - hier ist erfreulicherweise jene vernunft zu beobachten, die im gesundheits-ressort regelmäßig zu kurz kommt (siehe unkritische veröffentlichung von lobhudelnden aussendungen der fraktion "homöopathie- und sonstige eso-schei*e).

Die sollten Wildhüterei

zum Geschäft machen.

Und statt den Abschuss von Wild zu verkaufen den Abschuss von Wilderern zum verkauf anbieten...zu buchen im Reisebüro.

Eine Tierart... vielleicht sogar wir Menschen??

ein tsunami reicht offensichtlich nicht, aber viele andere spezies haben eine kritische populations grösse.

üblicherweise bestimmt die habitatgrösse und -qualität die populationsgrösse. wird das habitat kleiner oder geteilt erhöht sich das inzuchtrisiko was die population weiter schwächt. die nashörner sind ein paradebeispiel.
schumpfendes habitat,
enge verwandtschaft,
kleine population,
usw...

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