Deutschlands teuerste Immos stehen auf Sylt

  • In der Sylter Gemeinde Kampen (Bild) befinden sich die Plätze 1 bis 4 im Ranking der teuersten deutschen Immobilien-Standorte des Jahres 2011: Hobokenweg (bis zu 35.000 Euro), Osterheideweg (bis 30.000 Euro), Heideweg/Heidewinkel sowie Wiesenweg (jeweils bis zu 28.000 Euro).
    foto: wikipedia/noop1958

    In der Sylter Gemeinde Kampen (Bild) befinden sich die Plätze 1 bis 4 im Ranking der teuersten deutschen Immobilien-Standorte des Jahres 2011: Hobokenweg (bis zu 35.000 Euro), Osterheideweg (bis 30.000 Euro), Heideweg/Heidewinkel sowie Wiesenweg (jeweils bis zu 28.000 Euro).

Die Preise auf der Nordseeinsel stiegen 2011 auf bis zu 35.000 Euro pro Quadratmeter. In München-Grünwald ist bereits jeder 105. Einwohner Millionär

Die teuersten Wohnlagen Deutschlands sind zwischen 2010 und 2011 noch einmal deutlich teurer geworden. Erhebliche Preissprünge waren laut einer Studie des Maklerunternehmens Engel & Völkers über den deutschen Luxusimmobilienmarkt vor allem in Berlin, Hamburg und München zu beobachten.

Bis 35.000 Euro auf Sylt

Teuerster Standort in Deutschland ist aber nach wie vor die Nordseeinsel Sylt, wo im Vorjahr am Hobokenweg in der Gemeinde Kampen Preise um 35.000 Euro je Quadratmeter verlangt und auch bezahlt wurden. 2010 erreichten die Spitzenpreise "nur" 30.000 Euro. Platz zwei im Ranking der exklusivsten Standorte ging mit dem Osterheideweg (bis 30.000 Euro) ebenfalls an Kampen.

Auch in Ferienregionen in der Alpenregion wurden neue Rekordwerte registriert, wie Engel & Völkers am Mittwoch bekanntgab. So waren in der Gemeinde Berg am Starnberger See für direkt am See gelegene Objekte bis zu 25.000 Euro je Quadratmeter zu bezahlen.

Starke Anstiege in den Großstädten

In Berlin mussten selbst für Top-Objekte noch vor vier Jahren nicht mehr als 5.000 Euro je Quadratmeter bezahlt werden, nun liegen die Preise für Top-Neubauprojekte in der Innenstadt bei bis zu 15.000 Euro. Ebenso stark seien die Preissprünge in den herausragenden Lagen Münchens nahe des Englischen Gartens sowie in Hamburg an der Außenalster gewesen, wo derzeit mit bis zu 16.000 Euro gerechnet werden muss.

"Neben den großen Ballungsräumen und den bekannten Zweitwohnsitzen gibt es auch mittelgroße Regionen, in denen in vereinzelten Mikrolagen Höchstpreise für Top-Wohnimmobilien akzeptiert werden. Das trifft beispielsweise auf den Hochtaunuskreis zu oder auf Kurstädte wie Wiesbaden und Baden-Baden", erklärt Kai Enders, Vorstand für den Wohnimmobilienbereich bei Engel & Völkers.

Jeder 105. ein Millionär

Wichtiger Faktor für die überproportionalen Preisentwicklungen in den besten deutschen Wohnlagen sei der Zuwachs an Menschen, die sich diese Preise leisten können, heißt es in der Analyse weiter. Laut aktuellen Zahlen der Boston Consulting Group (BCG) gibt es in Deutschland aktuell 345.000 Dollar-Millionäre, von denen viele "in den bevorzugten Wohnlagen der Ballungsgebiete, insbesondere im Raum München" leben, wie es bei Engel & Völkers heißt. In München-Grünwald sei bereits jeder 105. Einwohner Millionär, in Pullach jeder 230., in Rottach-Egern am Tegernsee jeder 232. Eine "ausgeprägte Dichte" bestehe auch im Hochtaunuskreis nahe Frankfurt/Main, etwa in Königstein am Taunus, wo jeder 174. Einwohner Millionär ist, oder in Kronberg am Taunus, wo sich jeder 298. zu diesem erlauchten Kreis zählen darf.

Enders geht davon aus, dass die Preise in den Best-Lagen weiter steigen werden. "Blickt man auf Spitzen-Lagen im Ausland von New York über London bis Paris oder im Mittelmeerraum, etwa an der Côte d'Azur oder in den mondänen Skigebietsorten in den Alpen, so könnte noch sehr viel Spielraum nach oben bestehen." (red, derStandard.at, 6.6.2012)

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