Serbisches Wirtschaftsmagazin "Ekonomeast" eingestellt

6. Juni 2012, 11:19

Seit Monaten waren Gehälter ausständig - Rätselhafte Eigentümerschaft

Belgrad - Mitten in der schwersten sozialen und wirtschaftlichen Krise in Serbien seit eineinhalb Jahrzehnten hat es jetzt auch das wichtigste Wirtschaftsmagazin "Ekonomeast" getroffen. Das in der gesamten Balkanregion geschätzte Fachmagazin wurde eingestellt, wie der Verlag am Mittwoch in Belgrad bestätigte.

Die Eigentümer hätten seit Monaten weder Gehälter noch Sozialabgaben gezahlt, so dass die Beschäftigten in Streik getreten sind, teilte die Belegschaft mit.

Der Fall erhält zusätzliche politische Brisanz, weil der langjährige Vizeregierungschef, Wirtschafts- und Finanzminister Bozidar Djelic nach Angaben der Beschäftigten Eigentümer ist. Djelic hat das allerdings am Mittwoch gegenüber der Zeitung "Politika" bestritten. Bei den meisten serbischen Medien sind die genauen Besitzverhältnisse und Eigentümerstrukturen geheim oder zumindest schwer durchschaubar. (APA. 6.6.2012)

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