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Pro: Lange Zeit schöne Füße
Von Thomas Trenkler
Kulturministerinnen haben mitunter seltsame Umgangsformen. Die eine orderte beim Dinner nach der Eröffnung der Biennale in Venedig geriebenen Parmesan - für ihre Pasta mit Muscheln. Und eine andere streifte beim Interview die Pumps ab: Wohlig spreizte sie ihre Zehen. Da mögen manche die Nase rümpfen. Aber warum soll sich frau nicht ihres Schuhwerks entledigen?
Etwas mache keinen schlanken Fuß, sagt man. Um der Idealvorstellung nahezukommen, quetschen die Damen ihre Füße also in Schuhe, die Deformationen geradezu nach sich ziehen müssen: mit Wahnsinnsabsätzen und spitz zusammenlaufenden Kappen. Die Folgen sind die Hammerzehe und der Hallux valgus, die Schiefstellung der zumeist großen Zehe samt einem geröteten "Frostballen".
Was tun? Die Antwort lautet, wie auch Wikipedia weiß: "Wer viel barfuß läuft, hat dadurch meist schöne Füße mit glatter Haut und geraden Zehen." Lasst also die Damen barfuß herumlaufen. Auch im Büro. Damit wir uns an ihren schönen Füßen und Beinen noch lange ergötzen können.
Kontra: Bloß- und tramhappert
Von Sigi Lützow
Wer sich nicht dem Ruch aussetzen will, mehr als nur in einer Hinsicht bloßfüßig zu sein, sollte sich des barfuß Einherschreitens und Sitzens im Büro enthalten. Ganz abgesehen von den hygienisch und möglicherweise auch olfaktorisch fragwürdigen Umständen einer solchen Zurschaustellung, hieße sie auch, das eigene Ansehen und die allgemeine Schicklichkeit mit nackten Füßen treten.
Im Büro, dieser Bühne für den täglichen Auftritt von Talenten und Kompetenzen, machen sich Barfüßige zusätzlich verwundbar, und nicht nur wenn sie nach tatsächlichen oder auch lediglich unterstellten Verfehlungen Gefahr laufen, dass man ihnen auf die Zehen steigt. Gutes Schuhwerk, mit Stolz und Vergnügen getragen, signalisiert Stil, Beständigkeit und Respekt vor anderen und sich selbst. Sich seiner Schuhe zu entledigen nährt dagegen den Verdacht, man sei zu blöd oder zu eitel, um sich auch im Alltag dauerhaft Komfort zu verschaffen. Bloßhappert und tramhappert, das klingt nicht von ungefähr verdammt ähnlich. (Rondo, DER STANDARD, 8.6.2012)
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
Gluck, gluck, und runter damit oder rot steht für Wärme, Leidenschaft und große Gefühle
Wer nicht mit Kanonen auf Brösel schießt, greift zum Bartwisch und dessen Zwilling, dem Schauferl oder ihr Traditionsritter von der traurigen Gestalt
"Du, in meinem Zelt ist eh Platz für zwei!" oder eine Mischung aus Schweiß und Uringeruch
Man kann sich, muss sich aber nicht festlich kleiden oder das Wohnzimmer ist und bleibt eine pinguinfreie Zone!
Also bei den 38 Grad, die es vor wenigen Tagen hier im Büro hatte, sind einige Damen ab der Mittagszeit barfuß herumgelaufen, so auch ich. Stichwort: sitzender Beruf -> angeschwollene Füsse.
Mit regelmäßiger Pediküre und hübschem Lack ist das doch überhaupt kein Problem!
Also ich sehe da einfach keinen Grund für eine Diskussion, also ich sehe kein Kontra.
Ich laufe im Büro aus Prinzip in Socken herum. Das Erste was ich mache wenn ich im Büro aufschlage, ist den Rechner hochzufahren und dann die Schuhe auszuziehen. Ich hab aber wohlgemerkt keinen direkten Kundenkontakt und bin in einer Branche und Funktion (Techniker in der IT) tätig, wo ein legeres Auftreten eher toleriert wird. Aber auch meine Kollegin aus dem Einkauf läuft gerne barfuß (also auch ohne Socken) im Büro herum und es sei ihr einfach gegönnt. Ich sehe da keinen Aufreger und was das Olfaktorische betrifft: Dadurch, dass ich eben KEINE Schuhe anhabe, habe ich auch keine Schweißfüsse und es gibt keine Geruchsbelästigung.
Es ist offensichtlich nicht möglich, an der Schere des Censors vorbei den Gedanken zu schmuggeln, ob das Weglassen eines anderen essentiellen Bekleidungsbestandteiles nicht ebenfalls im Lifestylebereich einer Qual.Zeitung Platz zur kontradiktorischen Erörterung finden könnte.
Ich interessiere mich Tag und Nacht für Verhaltensbiologie, insbesondere Dominanzverhalten.
Ich schätze mal, meine XX-Chromosomen, Mumu, Brüste, Menstruation und so spielen da keine weitere Rolle, weil ich jetzt wohl ein Mann bin, mal wieder.
P.S.: "Gehört unterdrückt" ist einer der blödesten Gedankengänge, die ich seit Langem gelesen habe und ich bin viel hier unterwegs. Glückwunsch, bzw. Sie gehören weg vom Rechner.
die ersten schlüpfen aus den schuhen, weil sie zwicken. würde ICH zwar im büro nicht tun, finde es aber noch vergleichsweise harmlos (wenn es sich umgepflegte füsse handelt und es unauffällig unter dem schreibtisch passiert). was kommt dann aber als nächstes? hose offen lassen, weils nach dem mittagsessen ein bissl drückt? hemd ausziehen und im unterhemd am PC sitzen oder hose hochkrempeln, weils so heiss ist???
ein eher unappetitliche vorstellung.
genau solche verklemmten spießer-kommentare, wie dieses argumentativ tatsächlich extrem schwächelnde kontra, verleiden mir den standard echt gehörig - ich erinnere mich mit grauen an raus einserkastel zu tätowierungen (was sagt das über uns als gesellschaft aus wenn soundsoviel % schon tätowiert sind) ERSCHEINUNG ist NICHT KOMPETENZ!!! und dass man aus rücksich auf andere möglichst nich stinken sollt im büro gilt ja auch oberhalb der fußgrenze - also bittte!
mit Hornhaut und Hammerzehe zu tun?
Ich hab nix gegen bloßhappert, solange die Füße gepflegt aussehen und net kaseln... und vor allem zum übrigen Outfit passen. Businessanzug/kostüm und Flipflops wird ja wohl freiwillig niemand kombinieren wollen...
Ich habe vergessen, wie viele armen Kasperln sich auch noch wichtig fühlen dabei, wenn sie mit Kostümchen und Hochhakenstökelschühchen Kompetenz vorspielen müssen dürfen. Das gilt auch für Herren im Anzug und Krawatte .... Va. Dann noch bei Hochsommertemperaturen.
Würde das berufliche Balzen und Vorgesetztenbein anreiben zur Vergangenheit angehören, könnte man viell. Doch einmal produktiv arbeiten... Schade um all die zeit und den finanziellen aufwand... (aber sooo schön war er... Und immer perfekt angezogen, ein Bild von einem Mann....)
Vor allem in geschlossenen Räumen bzw. in einem Grossraumbüro. Dürften die Mädels hier Flip-Flops tragen, ginge es den ganzen Tag "flap-flap-flap-flap" viel lauter als "normale" Gehgeräusche.
Das ist auf Dauer enorm Nervtötend
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