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vergrößern 800x455"Individuelle Betreuung rund um die Uhr, geräumige Zwei- bis Drei-Zimmer-Apartments und zahlreiche Serviceleistungen, inklusive Concierge", sollen den späteren Bewohnern des "Hamerling" den Alltag erleichtern, so die Vorstellungen der Projektbetreiber.
Das seit 2007 leerstehende ehemalige Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen in Wien-Josefstadt soll zu luxuriösen Eigentumswohnungen samt exklusiver Seniorenresidenz umgebaut werden. Die entsprechenden Pläne von Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) mit den Partnern Soravia Group und MHH Development AG (Schweiz) finden aber nicht überall ungeteilte Zustimmung: Die Josefstädter SPÖ läuft seit Tagen Sturm gegen das Bauprojekt.
Der rote Bezirksrat Raphael Sternfeld will, dass der prächtige k.u.k.-Bau - 1903 als Militärgeografisches Institut errichtet und später als Bundesamt verwendet - wenn schon nicht allen, so doch möglichst vielen Bewohnerinnen und Bewohnern des VP-regierten Bezirks zugutekommt. "Teure Senioren-Residenzen, Eigentumswohnungen und ein privates Ärztezentrum entsprechen wohl nicht der vorgeschriebenen 50-prozentigen sozialen Nutzung des Hauses, die durch eine Widmung klar definiert ist", so Sternfeld in einer Aussendung. Sein Vorschlag: "Ein Indoor-Spielplatz oder ein Kulturzentrum wären ein guter Kompromiss."
Concierge und hauseigener Garten
Die Pläne der Projektbetreiber sehen aber gänzlich anders aus: "Elegante Eigentumswohnungen mit hochwertiger Ausstattung und innovativer Technik, Concierge-Service, hauseigenem Garten, Tiefgarage und Restaurant" mit einer Nutzfläche von 20.000 Quadratmetern sollen bis Ende 2014 am Hamerlingplatz entstehen. Baustart ist im Frühjahr 2013, geplant hat das Schweizer Architekturbüro Marazzi + Paul.
Das Investitionsvolumen beträgt 70 Millionen Euro, erklärte BIG-Geschäftsführer Hans-Peter Weiss, der auch die Geschäfte der BIG Entwicklungs- und Verwertungs GmbH leitet. Die BIG-Tochterfirma hält gegenwärtig Beteiligungen an 14 Immobiliengesellschaften, drei weitere befinden sich in Vorbereitung. An der "Residenz am Hamerlingpark GmbH" ist man mit 50 Prozent dabei.
Eine Umnutzung des seit fünf Jahren leerstehenden Gebäudes habe gerade zum jetzigen Zeitpunkt sehr viel Sinn gemacht, betont man in der BIG - "besonders deshalb, weil das Wohnangebot sehr breit ist. Auf Wohnflächen zwischen 70 und 170 Quadratmetern mit einer Raumhöhe von 3,70 Metern finden Singles und Familien alle Annehmlichkeiten, die sie brauchen, bis hin zum Blick über die Dächer Wiens." (red, derStandard.at, 5.6.2012)
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Was mich eher beunruhigt, ist das "Investitionsvolumen von 70 Mio Euro."
Also, das ist rund 1 Milliarde Schilling. Ist der Realwert des Euro tatsächlich so niedrig, dass für eine Thewosan-Gründerzeitsanierung dieses Häusels so viel Geld aufgebracht werden muß?
Um wieviel Millionen Euro muss man dann die Wohneinheiten verkaufen, damit sich das rechnet?
Bei diesen Preisen ist der Sozialraum ein Schmäh. 50 % davon, also 35 Mio Euro für ein Kulturzentrum sind einfach Schwachsinn. Wo doch der Brunnenmarkt gleich in der Nähe ist.
Bitte, ich wohne nicht im 8.!
Da habe ich schon wesentlich Schöneres gesehen. Den Umbau in eine Senioren-Residenz oder eine Mischung mit Eigentumswohnungen finde ich gut. Das wertet den Bezirk auf.
Abgesehen davon werden die PensionistInnen immer wohlhabender und wollen auch im Alter nicht auf Luxus oder schönes Innenstadt-Ambiente verzichten. Wir werden alle einmal alt.
Nicht nur die SPÖ, sondern die überwiegende Mehrheit im Bezirk ist der Auffassung, dass die 50% soziale Widmung ordnungsgemäß eingehalten werden muss. Wir sprechen uns daher eindeutig dafür aus, dass im ehemaligen Kartographischen Institut Flächen zugänglich gemacht werden für alle JosefstädterInnen. Dazu gibt es konkrete Vorschläge wie den Indoor Spielplatz, oder die Schaffung eines Raumes für zb Vernissagen, um junge (Josefstädter) KünstlerInnen zu fördern. Wir laufen nicht gegen das Projekt Sturm, sondern arbeiten an einer konstruktiven Lösung mit der BIG im Sinne aller JosefstädterInnen.
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