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Bauliche Adaptierungen in der Landesgalerie für zeitgenössische Kunst

5. Juni 2012, 16:08

Die neue Landesgalerie ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH besetzt mit der Dominikanerkirche Krems einen historischen Ort mit zeitgenössischer Kunst

Die neue Landesgalerie ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH besetzt mit der Dominikanerkirche Krems einen historischen Ort mit zeitgenössischer Kunst. Die Zielsetzung, zukünftig Präsentationsplattform für zeitgenössische, überregional tätige Kunstschaffende mit Niederösterreichbezügen zu sein, kündet bereits von den hohen Ansprüchen, die an das Galeriekonzept gestellt werden. Insgesamt 1.600 m² Ausstellungsfläche, die ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH auf zwei Standorte aufteilt, fallen 1.100 m² auf die Dominikanerkirche Krems und eröffnen außergewöhnliche kuratorische Möglichkeiten unter der künstlerischen Leitung von Alexandra Schantl.

Während in St. Pölten die Shedhalle von BWM Architekten adaptiert wird, basiert die Adaptierung des Kirchenschiffs der Dominikanerkirche Krems auf einer Kooperation zwischen Lukas Göbl, Fritz Göbl und Franz Gschwantner.

Die neue Nutzung des Kirchenraums als Präsentationsraum mit sakraler Atmosphäre erfordert eine umfangreiche Sanierung und Adaptierung des Altbestandes. Im Zuge der baulichen Veränderungen ist auch eine Neugestaltung des Vorplatzes vorgesehen. Die Oberflächengestaltung orientiert sich an den Materialien und Vorbildern der näheren Umgebung. Eine Info-Stelle aus Glas weist in Richtung Haupteingang und liefert Informationen über den jeweiligen Inhalt der Ausstellungen.

Die Foyerlösung berücksichtigt den denkmalgeschützten Sakralbau und wird zum Angelpunkt der Umgestaltung des Gebäudes. Ein transparenter Pavillon wird dem Haupteingang innenseitig vorgelagert. Dieses Glashaus dient einerseits als Eingangsfoyer mit Ticketing und Shop, fungiert andererseits jedoch auch als Verteiler der eintreffenden Besucherströme zwischen dem Ausstellungsraum und dem bestehenden Weinstadtmuseum der Stadt Krems. Die Konzeption unter der ausschließlichen Verwendung des Werkstoffs Glas umfasst konsequent alle Bauteile - Wände, Decken, Träger, Stützen, Türen, etc. - lediglich die Dimensionierung und Oberflächenbeschaffenheit differieren je nach Funktion und Größe des Bauteils. Durch diese materielle Forcierung entsteht ein durchsichtiger Kubus, der unmittelbar die Assoziation mit einem Kristall hervorruft. Zusätzlich unterstützt wird der optische Eindruck durch die umseitige Freistellung des Pavillons. Als autarkes Element im Raum dockt der Pavillon nur an den notwendigen Stellen an bestehende Öffnungen an. Die verbleibenden, nicht gläsernen Gestaltungselemente weisen eine reduzierte Formensprache auf und sind in Anthrazit gehalten. Gemeinsam mit dem teilweise üppig gefärbelten historischen Kirchenschiff entsteht ein spannender Kontrast von Alt und Neu, der wechselseitige Beziehungen, vor allem durch faszinierende Spiegelungen und Reflexionen im Glas, evoziert.

Zusätzlich wurde das bestehende Beleuchtungs- und Infrastruktursystem den Erfordernissen einer zeitgemäßen Präsentationsstätte für moderne Kunst angepasst sowie ein Verdunkelungssystem installiert, um auch multimediale Inszenierungen im Kirchenschiff zu ermöglichen.

Auch der Platz zur Kirche an der Hinterseite der Galerie erfährt Umgestaltungsmaßnahmen: Ein Zaun aus dicht gereihten Stahlschwertern spielt mit dem Motiv von wehendem Gras. Eine Abgrenzung der öffentlichen von den privaten Bereichen ist so ohne akkurate optische Trennung möglich.

Der Klosterhof wurde behutsam restauriert und unter Wiederverwendung der vorhandenen Steinplatten neu gestaltet. Auf sandgestrahlten Betonsockeln werden zusätzlich historische Figuren präsentiert.

Alle neuen Außenportale des Kirchenschiffs weisen eine pixelähnlich gemusterte Perforierung auf, die durch Ausstanzungen der „Black Inox"-beschichteten Stahlbleche entstehen. Die stellenweise verstärkte Perforierung der Haupteingangstür orientiert sich bewusst an einer durchschnittlichen Augenhöhe. Nachdem diese Tür zusätzlich mit einer separat zu öffnenden Glastür hinterlegt ist, erlaubt die Lochstruktur bereits Einblicke in das Foyer der LANDESGALERIE FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST | KREMS.

Weitere Informationen finden Sie auf www.zeitkunstnoe.at und www.explicit-architecture.com

Die Architekten

Lukas Göbl, Architekt Mag.arch.
Geboren 1977 in Wien, aufgewachsen in Krems.
1997-1999 Architekturstudium an der TU Wien. 1999-2005 Architekturstudium an der Universität für angewandte Kunst Wien, Meisterklasse Wolf D. Prix, Diplom mit Auszeichnung. 2005-2009 Explicit Architecture Lab. 2009 ZT-Befugnis. Seit 2009 Geschäftsführer des Office for Explicit Architecture in Wien. 2009 Margarete Schütte-Lihotzky Stipendium. 2010 World Architects Community Award. 2011 Teilnahme an der Architekturbiennale Sao Paulo (Distinction Award für das gezeigte Projekt „ExpliCity") und Teilnahme am World Architecture Festival Barcelona. 2012 Einladung zur Architectdocuments, der Begleitausstellung für Architektur zur documenta in Kassel. Diverse Lehrtätigkeiten und Vorträge im In- und Ausland (Deutschland, Frankreich, Slowakei und Österreich). Seit 2012 Geschäftsführender Gesellschafter der Göbl Architekten ZT GmbH in Krems. Lukas Göbl ist Gründungsmitglied des Vereins NEW FRONTIERS zur Förderung experimenteller Architektur (mit Florian Medicus und Oliver Ulrich) und Beiratsmitglied von ORTE - Architekturnetzwerk Niederösterreich. Lebt in Wien.

Projekte (Auswahl): 2002-2008 Kulturzentrum Minoritenkloster (Forum Frohner, Museum Stein, Ernst Krenek-Forum, Klangraum Krems), 2010-2011 Weinzentrum Winzerhof Dockner, 2011-2012 LANDESGALERIE FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST I KREMS, 2012 Tower of Power - Ladestelle für Elektrofahrzeuge, 2004-2007 TwinCity Wien-Bratislava, 2009-2012 Viktor Frankl Park Wien, 2011-2012 Golden Nugget, 2002- Cities of Beautiful Bodies I-III, 2010 Info-Point Kosice - Cultural Capital of Europe 2013.

Ausstellungen (Auswahl): 2011 „ExpliCity" anlässlich der 9. Architekturbiennale in Sao Paulo, 2011 „Drawing in the post digital age", Woodbury University, Los Angeles, 2010 „New Frontiers", designfactory, Bratislava und Zumtobel Lichtforum Wien, 2008 „Draw a passage", Haasdorf Huis Copenhagen, 2006 „Twin-City Wien-Bratislava", Galerie des Architektenvereins der Slowakei, Bratislava, 2004 „Niemandsland", Künstlerhaus, Wien, 2010 „Explicit Architecture", Galerie Atrium ed Arte, Wien.

Ausstellungsgestaltungen (Auswahl): 2011 „Raffael Moneo - Bauen an 2 Orten", Galerie Göttlicher, Krems (gemeinsam mit Peter Nigst), 2010 „New Frontiers - Experimental Tendencies in Architecture", designfactory, Bratislava und Zumtobel Lichtforum Wien.

Fritz Göbl, Architekt Mag.arch.Ing.
Geboren 1941 in Krems, Niederösterreich. 1960-1964 Architekturstudium Universität für Angewandte Kunst Wien, 1964 Diplom, Meisterschulpreis, 1969-1970 Städtebaustudium Universitá degli Studi di Roma (Bruno Zevi), 1973: Eröffnung des eigenen Büros in Krems/Donau. Fritz Göbl lebt und arbeitet in Krems.

Projekte (Auswahl): Seit 1973 diverse Wohnhausanlagen u.a. in Krems, St. Pölten und Guntramsdorf sowie Schulen und Kindergärten. 1983-1990 BRG Krems; 1990-1993 Pfarrkirche, Paudorf; 2000-2001 Weindepot Noitz, Palt,; 2004-2005 Freibad, Herzogenburg; 2004-2006 Haus der Regionen, Krems-Stein; 2004-2006 ASBÖ Traismauer; 2002-2008 Kulturzentrum Minoritenkloster (Forum Frohner, Museum Stein, Ernst Krenek-Forum, Klangraum Krems), Krems-Stein; 2011-2012 LANDESGALERIE FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST I KREMS

Franz Gschwantner, Architekt Mag.arch.
Geboren 1949 in Zwettl, Niederösterreich. Studium der Architektur an der Akademie der bildenden Künste, Wien. Danach Mitarbeiter und Projektleiter in verschiedenen Wiener Architekturbüros.
Seit 1983 lebt und arbeitet Franz Gschwantner als freischaffender Architekt in Krems.
www.gschwantner.com

Zur Geschichte der Dominikanerkirche Krems

1236 erhielten die Dominikaner von Herzog Leopold VI. den Auftrag zur Errichtung einer Niederlassung in Krems an der Donau. Etwa gleichzeitig wurden auch die Minoriten nach Stein berufen. Schon um 1240 wurde mit dem Bau einer Kirche begonnen, die etwa um 1265 eingewölbt wurde. Sie wurde damals außerhalb der Stadtmauern errichtet, das sogenannte Predigertor führte durch die Stadtmauer zum Passauerhof mit der Ursulakapelle. Der Chor der Kirche wird mit 1330 datiert.

Der beeindruckende Sakralraum war zunächst farbenprächtig ausgemalt, gut erhaltene Reste davon sind heute noch zu sehen. Kloster und Kirche waren zur Bauzeit einer der größten und repräsentativsten Versammlungsräume des Landes, sie dienten unter anderem als Treffpunkt der Landtage und für Treffen der Handwerkszechen der Region. Im Zuge der Barockisierung des Klosters wurde der gotische Kreuzgang übermauert. Eine Teilrekonstruktion im Ostbereich des Hofes verweist auf den verschwundenen gotischen Säulengang der Anlage. Nach der Ordensauflösung unter Joseph II. wurden Kirche und Kloster 1786 säkularisiert und veräußert. Sie dienten unter anderem als Speicher, Fabrik, Theater und Kino. Die Kirche wurde durch eine Zwischendecke unterteilt. Oberhalb des Feuerwehrdepots im Hauptschiff wurde nach 1892 das erste Museum der Stadt eingerichtet. In den weitläufigen Räumen des Klosters waren auch Wohnungen untergebracht. Erst 1969 wurde die Zwischendecke im Kirchenbereich entfernt und die Anlage größtenteils dem Museum gewidmet. Der Umbau (1994 -1996) unter Mag. Arch. Franz Gschwantner erfasste auch die Freilegung der bis dahin vermauerten Krypta und großer Teile der umfangreichen Weinkeller des ehemaligen Dominikanerklosters.

Derzeit wird der Kirchenraum als neue Ausstellungsfläche für die LANDESGALERIE FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST I KREMS von den Architekten Lukas & Fritz Göbl und Franz Gschwantner erschlossen. Bis 2014 soll auch die Generalsanierung der Fassaden und des Innenhofbereiches abgeschlossen sein. Weitere Infos auf www.weinstadtmuseum.at/Dominikanerkirche

Links:

  • Architektur Adaptierung Dominikanerkirche Krems/ ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH, Landesgalerie für zeitgenössische Kunst: Architekten Fritz und Lukas Göbl, Architekt Franz GschwantnerZaun und Tor, Platz östlich der Dominikanerkirche (Materialien: Stahl - pulverbeschichtet)
    foto: lukas göbl, 2012

    Architektur Adaptierung Dominikanerkirche Krems/ ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH, Landesgalerie für zeitgenössische Kunst: Architekten Fritz und Lukas Göbl, Architekt Franz Gschwantner
    Zaun und Tor, Platz östlich der Dominikanerkirche (Materialien: Stahl - pulverbeschichtet)

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    foto: lukas göbl, 2012
  • Architektur Adaptierung Dominikanerkirche Krems/ ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH, Landesgalerie für zeitgenössische Kunst: Architekten Fritz und Lukas Göbl, Architekt Franz GschwantnerTransparenter Pavillon, Eingangsfoyer
    foto: lukas göbl, 2012

    Architektur Adaptierung Dominikanerkirche Krems/ ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH, Landesgalerie für zeitgenössische Kunst: Architekten Fritz und Lukas Göbl, Architekt Franz Gschwantner
    Transparenter Pavillon, Eingangsfoyer

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