Apple will Google Maps von iPhone und iPad werfen

5. Juni 2012, 10:12
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Die Fronten im Kampf um die Maps sind verhärtet: Apple plant, Google Maps vollständig zu verbannen

Als 2007 das erste iPhone auf den Markt kam, hat noch niemand damit gerechnet, dass Google Maps irgendwann für Apple keine Option mehr sein wird. Es war ein gutes Geschäft: iPhone-User konnten einen ausgereiften Kartendienst in Anspruch nehmen, und im Gegenzug erzeugten die Smartphone-User Traffic auf diversen Google-Diensten. Alles schien gut zu funktionieren. Steve Jobs und Eric Schmidt hatten einst ein gutes Verhältnis. Doch mit dem Aufkommen neuer Geräte und Technologien und dem Kampf um die Marktführung haben sich die Beziehungen verschlechtert.

Krieg der Giganten

Das "Wall Street Journal" bezeichnet die momentanen Entwicklungen rund um mobile Kartendienste sogar als das "neueste Schlachtfeld" zwischen zwei Technologie-Giganten. Schließlich geht es auch um viel Geld. 25 Prozent der mobilen Werbeeinnahmen werden durch Maps oder Location Based Services eingenommen, 2,5 Milliarden Dollar.

Die Bedrohung Google

Der Krieg begann allerdings bereits, als Google mit einem eigenen Betriebssystem in den Smartphone-Markt einstieg. Und Google hat weiter darauf gepocht, Märkte zu erobern, die bis dahin von Apple dominiert wurden. Apple wollte zunehmend Einfluss auf das Aussehen der Maps-App und deren Funktionen nehmen, Google hingegen wollte iPhone-Usern gewisse Features nicht freigeben. Die Gespräche waren angespannt und die Kompromisslosigkeit beider Unternehmen legte Steine in den Weg.

Eigene Lösung

Apple will dieses Jahr bei der Ausgabe seines neuesten Betriebssystems iOS 6 völlig auf Googles Expertise auf dem Gebiet der Karten verzichten. Eine hauseigene Lösung soll her, lauten die Gerüchte. Auf Apples Entwicklerkonferenz in San Francisco könnte man schon erste Einblicke in das neue System bekommen. Unwahrscheinlich erscheint es nicht, denn Apple will die Entwickler dazu bringen, die hauseigene Kartentechnologie in ihren Apps zu verwenden.

Googles Geocoder bereits ersetzt

Glaubt man den Berichten im "Wall Street Journal" und diversen Tech-Blogs wie 9to5Mac, plant Apple schon seit etlichen Jahren, auf eine eigene Version von Maps umzusteigen. Die ersten Vorkehrungen dafür sind bereits angelaufen: Apple hat fleißig Unternehmen gekauft, die sich mit Kartentechnologie beschäftigen und vor allem Längen- und Breitengrad-Informationen in reale Adressen übersetzen. Der dazugehörign Geocoder wurde vergangenes Jahr von Apple veröffentlicht und hat den Geocoder von Google mittlerweile ersetzt. Mitbekommen hat das fast niemand.

Neue Features und mehr Verkäufe

Lizenzen für Verkehrsinformationssysteme wurden bereits erworben. Noch viel mehr als an den Werbeeinnahmen ist Apple daran interessiert, die User mit neuen Features zu versorgen, die Google Maps nicht bieten kann. Und somit mehr Geräte zu verkaufen. Auf lange Sicht könnte das die Werbeeinnahmen von Google deutlich schwächen, sagte ein Google-Mitarbeiter gegenüber dem "Wall Street Journal". Mitarbeiter der Maps-Division zeigen sich besorgt. Zufall kann es also nicht sein, dass in der Woche von Apples Entwicklerkonferenz eine "neue Dimension" von Google Maps vorgestellt wird. (APA/iw, derStandard.at, 5.6.2012)

  • Google Maps könnte am iPhone schon bald Geschichte sein.
    foto: derstandard.at

    Google Maps könnte am iPhone schon bald Geschichte sein.

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