Deutsche Piraten sehen Menschenrecht auf "Game of Thrones" & Co.

5. Juni 2012, 09:34
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TV-Serien fallen nach Ansicht der Piraten unter das Recht, am kulturellen Leben teilzunehmen

Die Diskussion über das Urheberrecht und die Verbreitung digitaler Inhalte wird gemeinhin gleichermaßen erhitzt wie zumindest von politischer Seite recht einseitig geführt. Nicht zuletzt darin, hier andere Standpunkte einzubringen, sieht die Piratenpartei ihre Aufgabe - und genau das hat ein Vertreter der deutschen Dependance nun im Rahmen der Jahrestagung des "Netzwerks Recherche" in Hamburg getan, wie heise.de berichtet.

Recht

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion bezeichnete der Vertreter der Piratenpartei, Bruno Kramm, den Konsum von US-Serien wie "Game of Thrones" als ein "Recht dieser Gesellschaft". Das lasse sich aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ableiten, konkret deren Artikel 27, in dem festgehalten ist, dass es allen zustehe, am kulturellen Leben der Gemeinschaft teilzunehmen und sich an den Künsten zu erfreuen.

Entkriminalisierung

Mit seiner These zog sich Kramm umgehend erboste Zwischenrufe und Wortmeldungen der anwesenden JournalistInnen zu. So betonte Mitdiskutant und Ex-"Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert, dass er natürlich kein Recht darauf habe, sich die neueste "Mad Men"-Staffel aus dem Netz zu besorgen - er müsse warten, bis er die DVDs aus Großbritannien bekomme. In der Folge betonte Kramm, dass es natürlich vor allem um die Schaffung von legalen Angeboten gehe, zusätzlich sei aber sehr wohl die Entkriminalisierung von privaten Filesharern wichtig. (red, derStandard.at, 5.6.2012)

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    foto: hbo
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