Skylink - nur ein halbes Debakel

Blog | Eric Frey, 4. Juni 2012, 22:00
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    foto: ap/punz

Kostenexplosionen sind bei Flughafenterminals üblich, und die Verzögerung war wegen der Finanzkrise nicht so schlimm

Das neue Flughafen-Terminal, das am Dienstagmorgen eröffnet, wird in die österreichische Geschichte als eines der großen Bauskandale und Finanzdebakel eingehen. Bei einer Kostenüberschreitung von 100 Prozent und einer um vier Jahre verspäteten Eröffnung scheint dies berechtigt. Allerdings gibt es auch Faktoren, die das Skylink-Fiasko in einem etwas milderen Licht erscheinen lassen.

Es gibt praktisch kein öffentliches Bauvorhaben, das in der Zeit und innerhalb des Budgetrahmens fertiggestellt wird. Die olympischen Stadien in London dürften hier die große Ausnahme sein.

Warum das so ist, weiß niemand so richtig. Aber regelmäßig werden gerade bei Infrastrukturprojekten die Kosten anfangs zu niedrig geschätzt und dann nach und nach angehoben. Aber auch die meisten privaten Häuslbauer machen diese Erfahrung.

Bei Flughäfen ist das Risiko von Kostenexplosionen besonders hoch. Davon können etwa die Berliner ein Lied singen, denn bei ihrem neuen Flughafen, dessen Eröffnung sich verspätet, dürfte die Abfertigungshalle ebenfalls das Doppelte von dem kosten, was ursprünglich veranschlagt worden war. Aber auch Heathrow und anderen Airports ging es bei neuen Terminals nicht viel besser.

Das liegt an der technischen Komplexität solcher Bauten, an den ständig wachsenden Anforderungen an die Sicherheit und an der Vielzahl wirtschaftlicher Interessen, die da mitspielen.

Beim Skylink - pardon: Check-in 3, wie das Terminal jetzt heißt - waren die Managementfehler offenbar besonders gravierend. Mit Christian Domany, Ernest Gabmann und Herbert Kaufmann wurden Polit-Protegés in den Vorstand gehievt, die von Projektmanagement und Unternehmensführung keine Ahnung hatten.

Und da das meiste Geld bei Beratern und Ingenieursbüros versickert ist, deren Tätigkeiten nur schwer zu überprüfen sind, steht der Verdacht der verdeckten Parteienfinanzierung - für die SPÖ Wien und die ÖVP Niederösterreich - für die de-facto Eigentümer im Raum.

Dass die Landesfürsten Michael Häupl und Erwin Pröll für dieses inkompetente Vorgehen einen so geringen politischen Preis zahlen mussten, zeugt einerseits von ihrem Geschick, andererseits von der Abgestumpftheit der Öffentlichkeit.  

Allerdings dürfte das jetzige Vorstandsduo Julian Jäger und Günther Ofner den Job ganz gut machen: Zeitplan eingehalten, Kosten wieder etwas gesenkt, bezahlte Gelder von Vertragspartnern zurückgefordert und auch zurückerhalten.

Das Peinlichste an der Skylink-Geschichte ist die Bauzeit: Sechs Jahre statt zwei Jahren ist selbst in der Luftfahrtbranche etwas viel.

Allerdings lag da auch die Finanzkrise dazwischen, die alle Berechnungen über das Passagieraufkommen durcheinander gewirbelt hat. Seither haben die bestehenden Kapazitäten gerade noch ausgereicht. Eine zeitgerechte Eröffnung 2008 hätte dem Flughafen nichts gebracht – im Gegenteil.

Das neue Terminal eröffnet daher gerade zum richtigen Zeitpunkt. Und wenn Check-in 3 den Ansprüchen gerecht wird und tatsächlich funktioniert, dann können auch die 400 Millionen Euro zusätzlichen Baukosten in einigen Jahren wieder verdaut werden.

Entscheidend für die Zukunft des Wiener Flughafens ist die Sanierung der AUA, der bei weitem größte Kunde. Wenn die gelingt und neue Passagiere nach Wien bringt, dann war Skylink nur ein halbes Debakel.

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Billige Polemik Herr Frey

"Es gibt praktisch kein öffentliches Bauvorhaben, das in der Zeit und innerhalb des Budgetrahmens fertiggestellt wird."
Haben Sie dazu irgendwelche seriösen Studien. Als Grossprojekte der letzten Jahre fallen mir zig ÖBB-Projkete ein (insbes Lainzer Tunnel, Wienerwaldtunnel, Unterintalstrecke, Umbau Westbahnhof, Praterstern, BH Linz, BH Graz, BH Innsbruck etc). Bei keinem einzigen wären mir Meldungen über Zeit/Kostenüberschreitungen in Erinnerung. Ebenso Strassenbau: Semmeringtunnel, Nordostumfahrung Wien, 2. Tauernröhre: nix in Erinnerung.
Bitte nicht der selektiven Wahrnehmung auf den Leim gehen!!!

so ist es. straßenbauprojekte werden heute zum teil vor dem vereinb. termin fertig und fallen günstiger aus als berechnet.....

Wer redet heute noch von den Baukosten der Semmering Bahn und deren lange Planungs und Bauzeit?
Genauso wird es auch dem neuen Terminal 3 gehen, die Baukosten werden schon naechstes Jahr nur mehr eine Randnotiz der Geschichte sein.
Dagegen, haemisch Bemerkungen ueber den Berliner Flughafen und den ach so perfekten Deutschen, ist den Wienern mindestens 200 Mio Euro Mehrkosten wert.

teil 2

b) weil diese keine Ahnung haben
c) weil sich alle möglichen Politiknahen Berater und Firmen die Wänste vollschlagen wollen
d)weils eh wurscht ist, zahlt eh der Steuerzahler

..und die Herrn die das Verbrechen wählen wir auch noch. P.S. Bin selbst im Projektmanagement aber solch eine Termin und Kostenüberschreitung sind in der Privatwirtschaft undenkbar, wer sich die Verträge durchliest (sind halt ein paar 100 Seiten) den darf es aber auch nicht wundern.

Warum das so ist dass öffentliche Bauten mehr Kosten als veranschlagt?

Weil:
a) Freunderl der Politik die Projektleitung überhaben

Jetzt, wo die Inseratengelder reichlich fließen, sind wieder alle happy !

halbes debakel?

ehhhm, nein sicher nicht! tragisch, peinlich und schlimm gespickt mit beschiss treffen es wohl eher!

Warum das so ist, weiß niemand so richtig.

doch, ich weiß es: weil viele mit dem geld anderer leute sehr locker umgehen. motto: 400 millionen, 800 millionen? egal, ist ja nicht mein geld.

Pfoah, da bin ich aber erleichtert!

Eventuell unter Umständen vielleicht also doch nur ein halbes Debakel.

Das schreit ja geradezu nach Erfolgsprämien!

egal ...

egal, dass es so teuer war und dass es so lange gedauert hat. wichtig ist, dass ueberhaupt gebaut wurde. obwohl ... das ist eigentlich auch egal ...

pfau, ist mir fad!!!!!

artikel will ich nicht kommentieren.
aber: weiss wer, was aus dem nicht so airport-typischen cafe servas in der ankunftshalle wurde? gibts das noch? war für mich ein grund, manchmal lieber vie als muc zu wählen ...

Ich finde den Namen SKYLINK wirklich gut!

Checkin dritter Klasse??? ist besser?

Kostenüberschreitungen: Es gab auch Faktoren, die unabsehbar waren : gesetzliche Änderungen während der Bauphase = Beamtenwillkür - mal ganz klar gesagt!

>Bei Flughäfen ist das Risiko von Kostenexplosionen besonders hoch<

entweder sind die nicht ganz dicht
oder da ist besch*ss im spiel

Selten soviel Müll gelesen!

Man schreibt über die Baukosten, man schreibt über die Einkaufsmeile, man schreibt über die Umbenennung....findet sich vielleicht auch mal jemand der wirklich etwas über den Terminal zu sagen hat?

klar, sehr lange wege, geschätzte ~60 sitzplätze pro gate
k.a. warum das noch keinen aufgefallen ist oder wie man so was planen kann
zumindest schön ist es...

Ach Du liebe Schande, was ist denn das für ein apologetisches Geschreibsel?
Die Generalsekretäre in Wien und Sankt Pölten werden sich bei Gelegenheit wohl erkenntlich zeigen.

"Warum das so ist, weiß niemand so richtig"
... doch weiß man ganz gut, man braucht nur die richtigen Dokument zu lesen. Prof. Bent Flyvbjerg aus Dänemark hat dazu einige gute Untersuchungen gemacht, Papers und ein Buch (Megaprojects and Risk) geschrieben. Und die Aussagen sind klar: Es ist Korruption und Kostenverschleierung von Anfang an auf allen Ebenen.

Sie hätten sich vielleicht die Taktik von Montgomery Scott aneignen sollen: Vielzuviel verlangen, das Management geht etwas runter, dann bietet man das Ganze für das an, was wirklich realistisch ist.

Dann wären alle zufrieden und würden glauben, man vollbringt ein Wunder.

Ruhe in Frieden, James Doohan.

Aber regelmäßig werden gerade bei Infrastrukturprojekten die Kosten anfangs zu niedrig geschätzt und dann nach und nach angehoben.

...der trick an der sache scheint folgender zu sein: kosten und zeitrahmen so gering wie möglich zu veranschlagen, denn es wir eh doppelt so teuer und braucht die doppelte zeit bis zur fertigstellung...

...und da ist nur eine sehr wohlwollende spekulation über die machenschaften der verantwortlichen!

Die Kennzeichnung "bezahlte Werbung" fehlt.

4 Jahre verspätet und doppelt so teuer ist also nur ein halbes Debakel, ein volles wäre es also erst bei 8 Jahren Überfälligkeit und 4 x so teuer?

frage ist: wenn es IMMER der fall ist, wieso plant man diesen puffer nicht ein und kann damit pressetechnisch ordentlich umgehen?

dass budgets geschönt sind weiss auch jeder der sich mit verkauf auskennt.
was mich übrigens nicht stört, weil sonst gar nichts gebaut werden würde.
wie zb eine hamburger philharmonie oder eine sagrala familia.
ich sehe das ganze eher als PR-niederlage die das ganze nicht professionell abfedern konnte und der presse das thema zum politischen frass vorgeworfen hatte.

Sie lasen eine bezahlte apologie

von Flughafen Wien!

Originalton Häupl:

"Es ist ja kein Gled verloren gegangen"

Das verstehen die Roten vom Wirtschaften

dankbar solltest du sein
dass die wirtschaft derartig subventioniert wird

aus seiner sicht hat er völlig recht...

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