Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Das neue Flughafen-Terminal, das am Dienstagmorgen eröffnet, wird in die österreichische Geschichte als eines der großen Bauskandale und Finanzdebakel eingehen. Bei einer Kostenüberschreitung von 100 Prozent und einer um vier Jahre verspäteten Eröffnung scheint dies berechtigt. Allerdings gibt es auch Faktoren, die das Skylink-Fiasko in einem etwas milderen Licht erscheinen lassen.
Es gibt praktisch kein öffentliches Bauvorhaben, das in der Zeit und innerhalb des Budgetrahmens fertiggestellt wird. Die olympischen Stadien in London dürften hier die große Ausnahme sein.
Warum das so ist, weiß niemand so richtig. Aber regelmäßig werden gerade bei Infrastrukturprojekten die Kosten anfangs zu niedrig geschätzt und dann nach und nach angehoben. Aber auch die meisten privaten Häuslbauer machen diese Erfahrung.
Bei Flughäfen ist das Risiko von Kostenexplosionen besonders hoch. Davon können etwa die Berliner ein Lied singen, denn bei ihrem neuen Flughafen, dessen Eröffnung sich verspätet, dürfte die Abfertigungshalle ebenfalls das Doppelte von dem kosten, was ursprünglich veranschlagt worden war. Aber auch Heathrow und anderen Airports ging es bei neuen Terminals nicht viel besser.
Das liegt an der technischen Komplexität solcher Bauten, an den ständig wachsenden Anforderungen an die Sicherheit und an der Vielzahl wirtschaftlicher Interessen, die da mitspielen.
Beim Skylink - pardon: Check-in 3, wie das Terminal jetzt heißt - waren die Managementfehler offenbar besonders gravierend. Mit Christian Domany, Ernest Gabmann und Herbert Kaufmann wurden Polit-Protegés in den Vorstand gehievt, die von Projektmanagement und Unternehmensführung keine Ahnung hatten.
Und da das meiste Geld bei Beratern und Ingenieursbüros versickert ist, deren Tätigkeiten nur schwer zu überprüfen sind, steht der Verdacht der verdeckten Parteienfinanzierung - für die SPÖ Wien und die ÖVP Niederösterreich - für die de-facto Eigentümer im Raum.
Dass die Landesfürsten Michael Häupl und Erwin Pröll für dieses inkompetente Vorgehen einen so geringen politischen Preis zahlen mussten, zeugt einerseits von ihrem Geschick, andererseits von der Abgestumpftheit der Öffentlichkeit.
Allerdings dürfte das jetzige Vorstandsduo Julian Jäger und Günther Ofner den Job ganz gut machen: Zeitplan eingehalten, Kosten wieder etwas gesenkt, bezahlte Gelder von Vertragspartnern zurückgefordert und auch zurückerhalten.
Das Peinlichste an der Skylink-Geschichte ist die Bauzeit: Sechs Jahre statt zwei Jahren ist selbst in der Luftfahrtbranche etwas viel.
Allerdings lag da auch die Finanzkrise dazwischen, die alle Berechnungen über das Passagieraufkommen durcheinander gewirbelt hat. Seither haben die bestehenden Kapazitäten gerade noch ausgereicht. Eine zeitgerechte Eröffnung 2008 hätte dem Flughafen nichts gebracht – im Gegenteil.
Das neue Terminal eröffnet daher gerade zum richtigen Zeitpunkt. Und wenn Check-in 3 den Ansprüchen gerecht wird und tatsächlich funktioniert, dann können auch die 400 Millionen Euro zusätzlichen Baukosten in einigen Jahren wieder verdaut werden.
Entscheidend für die Zukunft des Wiener Flughafens ist die Sanierung der AUA, der bei weitem größte Kunde. Wenn die gelingt und neue Passagiere nach Wien bringt, dann war Skylink nur ein halbes Debakel.
Eine liberale Asylpolitik und ein starker Sozialstaat ergeben eine sozial explosive Mischung
Auch in Europa hat der Klimaschutz keine Lobby – nicht einmal bei den Grünen
Josef Pröll war als Umweltminister beliebt, Niki Berlakovich ist eine Belastung - warum eigentlich?
Frankreichs Präsident ist besser, als es seine miserablen Umfragewerte suggerieren
Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss ist eine der Wurzeln der heutigen Krise
Der Kampf um das Bankgeheimnis kostet in der EU politisches Kapital, das Österreich anderswo brauchen könnte
Steigende Gehaltskurven verhindern einen Arbeitsmarkt für Senioren. Da wird sich etwas ändern müssen
Im Nachhinein ist es klar: Die Höhenflüge der beiden Werte im Vorjahr waren typische Blasen
Die Wirtschaftsreformen der Premierministerin waren teils überfällig, aber sie brachten weniger als oft behauptet
Nicht alle Unternehmer verstehen viel von Ökonomie - und der Neo-Parteigründer weiß besonders wenig
"Es gibt praktisch kein öffentliches Bauvorhaben, das in der Zeit und innerhalb des Budgetrahmens fertiggestellt wird."
Haben Sie dazu irgendwelche seriösen Studien. Als Grossprojekte der letzten Jahre fallen mir zig ÖBB-Projkete ein (insbes Lainzer Tunnel, Wienerwaldtunnel, Unterintalstrecke, Umbau Westbahnhof, Praterstern, BH Linz, BH Graz, BH Innsbruck etc). Bei keinem einzigen wären mir Meldungen über Zeit/Kostenüberschreitungen in Erinnerung. Ebenso Strassenbau: Semmeringtunnel, Nordostumfahrung Wien, 2. Tauernröhre: nix in Erinnerung.
Bitte nicht der selektiven Wahrnehmung auf den Leim gehen!!!
Wer redet heute noch von den Baukosten der Semmering Bahn und deren lange Planungs und Bauzeit?
Genauso wird es auch dem neuen Terminal 3 gehen, die Baukosten werden schon naechstes Jahr nur mehr eine Randnotiz der Geschichte sein.
Dagegen, haemisch Bemerkungen ueber den Berliner Flughafen und den ach so perfekten Deutschen, ist den Wienern mindestens 200 Mio Euro Mehrkosten wert.
b) weil diese keine Ahnung haben
c) weil sich alle möglichen Politiknahen Berater und Firmen die Wänste vollschlagen wollen
d)weils eh wurscht ist, zahlt eh der Steuerzahler
..und die Herrn die das Verbrechen wählen wir auch noch. P.S. Bin selbst im Projektmanagement aber solch eine Termin und Kostenüberschreitung sind in der Privatwirtschaft undenkbar, wer sich die Verträge durchliest (sind halt ein paar 100 Seiten) den darf es aber auch nicht wundern.
Ach Du liebe Schande, was ist denn das für ein apologetisches Geschreibsel?
Die Generalsekretäre in Wien und Sankt Pölten werden sich bei Gelegenheit wohl erkenntlich zeigen.
"Warum das so ist, weiß niemand so richtig"
... doch weiß man ganz gut, man braucht nur die richtigen Dokument zu lesen. Prof. Bent Flyvbjerg aus Dänemark hat dazu einige gute Untersuchungen gemacht, Papers und ein Buch (Megaprojects and Risk) geschrieben. Und die Aussagen sind klar: Es ist Korruption und Kostenverschleierung von Anfang an auf allen Ebenen.
Sie hätten sich vielleicht die Taktik von Montgomery Scott aneignen sollen: Vielzuviel verlangen, das Management geht etwas runter, dann bietet man das Ganze für das an, was wirklich realistisch ist.
Dann wären alle zufrieden und würden glauben, man vollbringt ein Wunder.
Ruhe in Frieden, James Doohan.
...der trick an der sache scheint folgender zu sein: kosten und zeitrahmen so gering wie möglich zu veranschlagen, denn es wir eh doppelt so teuer und braucht die doppelte zeit bis zur fertigstellung...
...und da ist nur eine sehr wohlwollende spekulation über die machenschaften der verantwortlichen!
dass budgets geschönt sind weiss auch jeder der sich mit verkauf auskennt.
was mich übrigens nicht stört, weil sonst gar nichts gebaut werden würde.
wie zb eine hamburger philharmonie oder eine sagrala familia.
ich sehe das ganze eher als PR-niederlage die das ganze nicht professionell abfedern konnte und der presse das thema zum politischen frass vorgeworfen hatte.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.