Der Kreml nutzt die Finanzkrise

4. Juni 2012, 18:36

Im Vergleich zum Dollar hat die russische Währung innerhalb eines Monats 15 Prozent an Wert verloren

Moskau - Kämpferisch und professionell gehe die Europäische Union mit der Krise in der Eurozone um, lobt Kremlchef Wladimir Putin seine Gäste aus Brüssel in St. Petersburg. Beim ersten Russland-EU-Gipfel nach seiner Rückkehr ins Präsidentenamt zeigt sich der 59-Jährige am Montag betont sanftmütig. Er gibt auch nicht wie sonst gern Kontra, als die EU-Spitze in aller Deutlichkeit ihre Sorge über den Zustand der Menschenrechte in Russland äußert. Probleme wie der Konflikt in Syrien und die Finanzkrise in der Eurozone haben Vorrang.

Der Kremlchef erspart sich anders als sonst auch den Hinweis, der Westen möge sich um seine eigenen Probleme kümmern, vor allem die finanziellen. Der Grund liegt auf der Hand: Seit Tagen ist der Rubel im freien Fall und hat im Vergleich zum Dollar innerhalb eines Monats 15 Prozent an Wert verloren. Kostete ein Dollar am 5. Mai noch 29,60 Rubel, so sind es an diesem Dienstag schon 34,03 Rubel. Ähnlich stark war der Verlust gegenüber dem Euro.

Traditionell treiben solche Kursschwankungen die Russen zu panischen Käufen von Dollar und Euro an die Wechselstuben. Die aber müssen vielfach passen, wie Medien berichten. Die Erinnerungen an Hyperinflation und Wertverlust des Rubels besonders in den chaotischen 1990er Jahren sitzen bei vielen Russen tief.

Unter Kontrolle

Zentralbankchef Sergej Ignatjew versichert zwar, dass alles unter Kontrolle sei. Russlands Machthaber begründen die Abwertung des Rubels mit der Krise im Euroraum und den sinkenden Ölpreisen auf dem Weltmarkt. Auch Regierungschef Dmitri Medwedew zeigt sich angesichts der Rubelschwäche betont gelassen - dabei hatte er sich als Präsident zuletzt immer wieder für den Rubel als weltweite Ersatzwährung ausgesprochen. Doch davon spricht im Moment niemand in Moskau.

Die Rede ist vielmehr von einer "Entwertung der Russischen Föderation", wie die Boulevardzeitung "Moskowski Komsomolez" am Montag ätzt. Der Moskauer Ökonom Wladislaw Inosemzew bezeichnet den aktuellen Trend als schlimm für die Menschen, aber "ideal und erfreulich" für die Elite. Sie könne vor dem Hintergrund der internationalen Turbulenzen den Rubel dem freien Fall aussetzen und auf diese Weise trotzdem ihren sozialen Versprechen nachkommen.

Vorteile

Auch aus Regierungskreisen verlautete zuletzt immer wieder, dass der schwache Rubel durchaus seine Vorteile habe. Putin hatte vor der Präsidentenwahl am 4. März Rentnern, Militärs und vielen anderen mehr Geld und soziale Wohltaten versprochen. Experten warnten vor unbezahlbaren Zusatzausgaben. Da aber die Energiegroßmacht ihr Öl und Gas gegen harte Dollar verkauft, bleiben die Haushaltseinnahmen trotz sinkender Ölpreise auf relativ hohem Niveau. Die staatlichen Ausgaben hingegen laufen in Rubel - und davon gibt es nun für jeden Dollar deutlich mehr als zuletzt.

Der Experte Inosemzew von der russischen Akademie der Wissenschaften erwartet, dass sich die Lage eher noch verschärfen wird für die "einfachen Menschen". Vor Putins Wahl seien die Verbraucherpreise für Gas und Benzin sowie für kommunale Dienstleistungen eingefroren worden - bis zum 1. Juli.

Insgesamt kommt erschwerend hinzu, wie Kommentatoren seit Monaten schreiben, dass der Kapitalabfluss aus dem Riesenreich andauere, weil Investoren keine zuverlässigen Anlageobjekte sehen. Die Produktion in Russland stagniere und das Wirtschaftswachstum sinke, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Montag. Seit langem schon fordern Ökonomen eine Neuausrichtung der russischen Wirtschaft, die fast ausschließlich von Rohstoffexporten lebt.

Doch Putin gab sich in St. Peterburg weiter demonstrativ optimistisch. Russland erwarte keine "ernsthaften Spannungen" und sei auf jede Entwicklung gefasst. Russlands Staatsbudget sei bei einem Ölpreis von 100 Dollar je Barrel ausgeglichen, sagt er. Und diese Prognose gilt weiter für dieses Jahr. Aus Regierungskreisen verlautete, dass erst ab einem Preissturz auf 60 Dollar (48,2 Euro) je Barrel Russland von einem Krisen-Szenario spreche. (APA, 4.6.2012)

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12 Postings

Gott und die Deutsche Bank mögen uns vor Eliten beschützen, die ihren sozialen Versprechungen nachkommen. Der Horror, der Horror.

Gott möge uns vor der Deutschen Bank schützen

Die Deutsche Bank hat sich mit einer Bilanzsumme
” Stand Dezember 2010 ” von 1,9 Bill. Euro und einer Eigenkapitalquote von 2,64 Prozent randvoll mit Risiken vollgesaugt.
Wenn diese sich Verzockt geht nicht nur
Deutschland pleite,
sondern ganz Europa.

Was hier passiert ist ein Wirtschaftskrieg. Hier wird die Euro-Zone als Cashcow betrachtet und bewusst in den Ruin geschickt. Die Massnahmen in Griechenland oder von Goldmann Monti tragen eindeutig die Handschrift der Konzernfaschisten. Primär geht dies von den USA aus, wie so oft dank der NATO, aber es gibt leider auch genügend Hochverräter in der EU.

Es wird Zeit für direkte Demokratie.

Welchen NONESENSE Sie wieder im Russland Forum schreiben. Zum Artikel ueber Russland haben Sie rein gar nichts zu sagen ?

'Es wird Zeit für direkte Demokratie.'

Es wird eher Zeit fuer eine Therapie NONE......

aber irgendwie sind sie wirklich genauso gepolt wie eines ihrer Idole Bashar al-Assad: alles 'poese' kommt aus dem 'Ausland'!

Na bumm, Sie haben wirklich einen ordentlichen Dachschaden!

Aber nicht für Sie!

Warum verheimlichen Sie den lesern d in verschiedenen Wechselstuben bereits keine USD und EURO mehr zu kaufen gibt ?

Na endlich ist die APA aufgewacht, diese Story waere schon vor einer Woche faellig gewesen. Da nun der Erdoelpreis bereits auf 98 USD gefallen ist, laeuten bereits im Kreml die Alarmglocken. Nur unser Russischer Maerchenonkel Vova Putin gibt sich betont cool, die dummen Sprueche ueber den EURO sind ihm aber vergangen. Russisches Sprichwort sagt: Luchshe menjsche, da luchse! Wort fuer Wort uebersetzt: Besser weniger, aber besser! Das Volk meint aber damit: Lieber weniger Euro, als viele Rubel die nichts wert sind!

Warum verheimlichen Sie den lesern d in verschiedenen Wechselstuben bereits keine USD und EURO mehr zu kaufen gibt ?

Tut er eigentlich nicht. Zumindest habe ich die Sätze:

"Traditionell treiben solche Kursschwankungen die Russen zu panischen Käufen von Dollar und Euro an die Wechselstuben. Die aber müssen vielfach passen, wie Medien berichten."

genau so verstanden.

Ich wollte nur sicher gehen alle Russlandfans haben es auch verstanden, wurde so verschaemt umschrieben.
Aber wie Sie sehen, zu feige keiner meldet sich um uns so wie im Artikel, die Ausrede zu liefern: Der Kreml nutzt die Finanzkrise! Na so ein Glueck auch, d man die APA hat, die uebernimmt doch ohne nachzudenken jeden Schmarrn, u der Standard druckt es auch noch: Fakt: Russland hat 550 Mrd USD Auslandsschulden davon 61 % in USD, jaehrlich kommen trotz Handelsueberschuss ca 60 Mrd USD dazu, diese werden also in Rubel gesehen auch um 15 % teurer. Abgesehen von den 20 % lebensnotwendigen Medikamenten- Lebensmittelimporten von 60 Mrd USD. Aber d macht ja nichts aus, d trifft ja nur die Armen, die Oligarchen haben ihr Geld laengst im Ausland.

Russland ist viel zu stark von der EU abhängig, und die EU wiederum wird künstlich in ihrer Sklavenrolle zu den USA gehalten. Es ist eine Fortführung des Kalten Krieges, und das geht eindeutig von den faschistischen think tanks aus.

"Konzernfaschisten" ... "Sklavenrolle"

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