E-Book soll deutschem Buchmarkt aus der Krise helfen

4. Juni 2012, 16:11

Schrumpfender Buchmarkt in Deutschland setzt Hoffnung auf E-Book

Der Umsatz sinkt, und der traditionelle Buchhandel verliert im Kampf gegen den Internet-Versand immer mehr an Boden: Der Strukturwandel auf dem deutschen Buchmarkt geht ungebremst vor. Jetzt soll das E-Book zum Hoffnungsträger werden.

Zwar sind 2011 mit 4,7 Millionen digitalen Büchern mehr als doppelt so viele verkauft worden wie im Jahr zuvor. Doch die E-Books machen immer noch lediglich ein Prozent (2010: 0,5 Prozent) am Umsatz von 9,6 Milliarden Euro aus. Insgesamt schrumpften die Erlöse in der Branche zum ersten Mal seit sieben Jahren um 1,4 Prozent, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Montag in Frankfurt berichtete.

Chancen der Digitalisierung nutzen

Dessen Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis bleibt dennoch Optimist. Das E-Book sieht er an der "Schwelle zur Marktrelevanz". Verlage und Buchhändler seien dabei, die Chancen der Digitalisierung "engagiert" zu nutzen. Nach einer aktuellen Studie gehören E-Books bei rund 50 Prozent der Verlage zum festen Programm, fast 90 Prozent streben es an. Im vergangenen Jahr lag der Umsatzanteil der digitalen Bücher in den Verlagen im Schnitt bei 6,2 Prozent. Bis 2015 soll der Anteil auf 17 Prozent steigen.

Viele Verlage - vor allem im Wissenschaftsbereich - verkaufen ihre E-Books inzwischen auch auf direktem Weg über das Internet an Kunden. Im traditionellen Buchhandel (Sortimenter) spielt das digitale Buch wegen der geringen Nachfrage der Lesekundschaft weiterhin kaum eine Rolle. Im vergangenen Jahr lag dort der Gesamtumsatz bei lediglich 0,5 Prozent. Das war sogar weniger als 2010. Der Branchenverband führt dies aber auf die vielen Neueinsteiger aus den kleineren Buchhandlungen zurück, die jetzt auf das E-Book setzten.

"Jeder einzelne Buchhändler kann mehr als Amazon"

Die Kleinen können aus Sicht des Börsenvereins im Kampf gegen die Giganten sehr wohl bestehen, wenn sie gezielte Kundenbindung mit Hilfe eines eigenen Online-Shops betreiben. "Jeder einzelne Buchhändler kann mehr als Amazon", sagt Skipis und macht dem stationären Handel Mut. Dessen Anteil am Buchmarkt ist 2011 - erstmals überhaupt - bei einem Umsatz von knapp 4,8 Milliarden Euro unter die Schwelle von 50 Prozent gefallen.

Dagegen hat der Internet-Handel, mit Amazon an der Spitze, um weitere fünf Prozent zugelegt. Online wird nun ein Bücher-Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro gemacht - eine Verdoppelung innerhalb von lediglich fünf Jahren. Die Verlage erzielten mit dem Direktvertrieb ihrer Erzeugnisse rund 1,8 Milliarden Euro.

Verluste

Dramatische Verluste im zweistelligen Prozentbereich haben dagegen Warenhäuser und Buchgemeinschaften erlitten, deren Anteil am Gesamtmarkt nur noch verschwindend gering ist. Für beide Akteure scheinen die Tage im Buchhandel gezählt zu sein. (APA, 4.6.2012)

Leider sind die Ebooks immer noch viel zu teuer. Wer ein Buch gebraucht bei Amazon für 2 Euro bekommt, kauft es sich bestimmt nicht als Ebook für 13,99...

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Geld verlangen ;-)

was genau kann jeder einzelne Buchhaendler mehr als Amazon?

dich qualifiziert und persönlich beraten. immer noch.

geh bitte!

wann hat dich denn jemals ein buchhändler beraten? vielleicht bei unnötigen geschenkbüchern kann ich mir das irgendwie vorstellen. wie sieht so ein beratungsgespräch im buchgeschäft aus? ich habe krieg und frieden fertig, was können sie mir jetzt empfehlen?;)

sorry, aber ich denke das kann amazon besser

Jetzt übertreiben's mal nicht. Das arbeiten allemal noch VerkäuferInnen, und keine Literaturkritiker.

1) was ein gelernter und guter Buchhändler weiß und kann, geht weit über den schnöden 'Verkäufer' hinaus. 2) Literaturkritiker gehören nicht in die Buchhandlung, und werden dort auch nicht erwartet.
Haben Sie sich jemals mit einem Buchhändler unterhalten? Kann ich nur empfehlen.

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