Allergie beim Haustier - Was tun?

13. Juni 2012, 05:30
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    foto: apa/günter r. artinger

Hunde und Katzen können ebenfalls unter Allergien leiden - Die Online-Tierärztin erklärt, wie ihnen geholfen werden kann

Hausstaubmilben, Bienen oder Gräser: Auch Haustiere können wie Menschen an Allergien leiden. Manche Hunderasse sind von diesem Problem öfter betroffen. Allergiefilter oder spezielles Futter können Abhilfe schaffen. Tierärztin Eva Wistrela-Lacek beantwortet in der Online-Sprechstunde einige User-Fragen zum Thema.

derStandard.at: Beim Streicheln spürt man seit Neuestem sehr kleine Krusten auf dem Rücken unserer Katze. Wir konnten auch nach intensiver Suche keine Flöhe finden. Woran kann das noch liegen?

Wistrela-Lacek: Zum Thema Flöhe ist wichtig zu wissen, dass diese nicht am Tier leben - sondern nur zum Blutsaugen dort verweilen. Daher kann man ein Flohproblem nur wegen des Nicht-Findens des Flohs nicht unbedingt ausschließen. Sicherheit bringt hier eher die Suche nach kleinen schwarzen Brösel, dem Flohkot. Da dieser aus verdautem Blut besteht, löst er sich nach Zugabe von einem Tropfen Wasser rot verfärbend auf.

Die kleinen Krusten auf dem Rücken der Katze könnten auch durch Futtermittelallergien oder durch die sogenannte atopische Dermatitis verursacht werden. Damit wird eine allergische Hautkrankheit, ausgelöst durch Hausstaubmilben, Vorratsmilben oder Blütenpollen, bezeichnet.

derStandard.at: Unser Mischling hatte noch nie Probleme, die zwei Schäferhunde neigen zu Futterunverträglichkeit und Hausstaubmilbenallergie. Zufall? Oder gibt es eigentlich Hunderassen, die verstärkt zu Allergien neigen?

Wistrela-Lacek: Tatsächlich gibt es Rassedisposition für das vermehrte Auftreten von Allergien bei Hunden. Vor allem die Futtermittelallergien treten beim Boxer, Golden und Labrador Retriever, Cocker Spaniel und Springer Spaniel, Shar Pei, West Highland White Terrier und vor allem beim Deutschen Schäferhund auf. Diese Rasse leidet an einer ganzen Reihe von Allergieformen, wie z.B. die Flohspeichel und Atopische Dermatitis.

derStandard.at: Mein Labrador jagt im Sommer am liebsten Wespen und Bienen. Bislang wurde er erst einmal in die Lefze gestochen, die dann zwei Tage geschwollen war. Mit welchem Mitteln kann man die lästigen Stiche beim Hund am besten behandeln?

Wistrela-Lacek: An sich lassen sich Schwellungen durch Insektenstiche am besten mit kalten Umschlägen und Eiswürfel-Wickel behandeln. Kühlende und abschwellende Salben oder Cremen würden lokal ebenfalls wirken, werden aber zumeist abgeschleckt. 

Wichtig ist auch, einen eventuell noch vorhandenen Stachel aus der Wunde zu entfernen.

Allerdings können Stiche im Maul und Nasenbereich auch weniger glimpflich verlaufen - wenn die Schwellung tiefer im Hals und Rachen entsteht, kann akute Atemnot auftreten. Prinzipiell muss nach jedem Insektenstich auch mit allergischen Reaktionen gerechnet werden, wobei es im schlimmsten Fall zum Schockgeschehen kommen kann.

derStandard.at: Meine Hündin hat eine starke Gräserallergie (schon ausgetestet). Im Frühjahr hat sie viele offene Stellen, weil sie sich kratzt und wund beißt. Dieses Jahr ist es besonders schlimm. Unser Tierarzt hat eine kurzfristige Behandlung mit Cortison vorgeschlagen. Mit welchen Nebenwirkungen muss man rechnen und lohnt sich das für den Zeitraum von zwei bis drei Monaten überhaupt?

Wistrela-Lacek: Cortison hemmt sehr erfolgreich und schnell die Symptome einer Allergie - hat aber vor allem beim längeren Einsatz eine Reihe von nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen. Neben verstärktem Durst- und Hungergefühl kommt es vor allem beim längeren Einsatz eventuell zu schwerwiegenden Veränderungen im gesamten Stoffwechsel. Deshalb wird der Einsatz von Cortison vom behandelnden Tierarzt immer genau abgewogen.

An sich wäre die Immuntherapie oder auch Hyposensibilisierung das Mittel der Wahl zur Behandlung der atopischen Dermatitis. Hier beruht das Prinzip darauf, dem Tier die Allergene, auf die es allergisch reagiert, in Form von Injektionen immer wieder zu verabreichen und so die Reaktionslage von überempfindlich auf tolerant zu verändern. Diese Behandlungsform führt aber erst nach einiger Zeit zu guten Erfolgen.

derStandard.at: Welche milden Behandlungen gibt es für Tiere mit Hausstaubmilbenallergie? Können Sie Hausmittel oder Tricks empfehlen?

Wistrela-Lacek: Hausstaubmilben zu eliminieren oder den Hund nicht damit in Kontakt kommen zu lassen, ist schlichtweg unmöglich. Aber man kann doch ein paar Vorkehrungen treffen, die typischen "Problemzonen" zu entschärfen: Wenn möglich auf Teppiche im Hundebereich verzichten, die Hundedecken und Körbe durch Leder/Kunststoff ersetzen, die deutlich leichter zu reinigen sind. Es gibt auch eigene Allergiker-Hundebetten im Fachhandel.

Häufiges Staubsaugen mit Geräten, die mit Allergiefilter ausgestattet sind, trägt ebenso zur Verminderung der Allergene bei wie vermehrtes feuchtes Aufwischen im Wohnbereich.

Weiters kann auch über die Fütterung mit hochwertigen essentiellen Fettsäuren geholfen werden. Zusätzlich erleichtert besonders die regelmäßige Verwendung von medizinischen Allergie-Shampoos die Situation. Hunde vertragen auch meist sehr gut den Einsatz von Antihistaminika über einen gewissen Zeitraum. (red, derStandard.at, 13.6.2012)

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Katzenhaarallergie?

Gibts Katzenhaarallergie eigentlich auch bei Tieren?

Bin ich der einzige, der geglaubt hat hier bekomm ich Hilfe wenn ich gegen meine eigenen Haustiere allergisch bin?

Stattdessen gibts Hilfe, wenn die gegen mich allergisch sind...

..ich hatte es auch für einen moment geglaubt :)

Meine Katze hat eine furchbare Erdbeeralergie.

Einschläfern das arme Tier, und zwar sofort, ein Leben ohne Erdbeeren ist für eine Katze reine Quälerei. Also so schnell wie möglich das Tier von seinem Leid befreien.

ich ernähre mich selber nur mit Katzen-Trockennahrung und Milch. Seitdem ist meine Atherosklerose versschwunden, meine Haut ist straff, und meine Kurzsichtigkeit ist auch verschwunden!!!

Und...

miauen Sie schon ?

sie schnurrt

Meine Hündin...

...hat eine Futtermittelallergie gegen ein Trockenfutter. Da ich mich und mein Tier nicht einer endlosen Suche nach einem geeigneten Trockenfutter aussetzen wollte, wird sie seit über 6 Jahren mit Fleisch (vom Hundefutterlieferanten) und selbstgekochten Beilagen ernährt. Sie ist schlank, lebhaft und laut Tierärztin einer der gesündesten Hunde in ihrer Praxis.
Sie hat seit der Futterumstellung nie wieder allergische Reaktionen (dicke Pusteln auf den Ohren, juckende Stellen im Fell, die blutig gekratzt sind, stark tränende Augen usw..) gezeigt.

Vegetarische Ernährung ist zu empfehlen. Aus Tiers chutzgründen und auch auch der Umwelt zuliebe.

hilfe

mein hund ist auf meine katze allergisch

Beide einschläfern. :-)

Wenn möglich auf Teppiche im Hundebereich verzichten

Stimmt, Fliesen sind leichter zu reinigen!

Ganzheitliche Sicht

Allergien nehmen bei unseren Kindern ebenso zu wie bei unseren Haustieren. Viele Faktoren spielen zusammen und gewiss gibt es individuelle Unterschiede. Zu Unterscheiden sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten von Allergien -nur am Rande erwähnt. Zusatzstoffe in der Nahrung und im Futter sind auch häufig mit verursachende Faktoren. Zudem bilden bei Tier und Mensch Körper, Geist und Seele immer eine Einheit. Daher ist es sinnvoll auf mehreren Ebenen zu arbeiten. Wie siehts etwa mit Stress aus und dieser hat viele Gesichter. Wir können unterstützend die Selbstheilungkräfte stärken ob durch Osteopathie, Formen der Energiearbeit... was auch immer. Unterschätzen wir den Organismus nicht.

Einschläfern, und die Haustiere auch gleich mit dazu.

sollten sie kinder mit allergien oder chronischen krankheiten haben: BITTE GEHEN SIE ZUM SCHULMEDIZINER. ich meine der ernst und nicht abschätzig. sie können eh zur bioresonanz etc. auch gehen und unsummen ausgeben. aber sollten sie kinder in einem alter haben, wo sich diese noch nicht um sich selbst kümmern können. bitte überlassen sie sie nicht irgendwelchen eso menschen. danke.

dont feed the trolls.

ich könnt ja die katze zum psychologen schicken...0o

Gegen Stress bei Haustieren hilft vielleicht Yoga.

Ihr Esoterikspinner

seits gefährlich!

Eigentlich nicht, die Mehrzahl ist eh entmündigt.

das stimmt halt (leider) nicht.

Mein Kater hat eine Allergie gegen Flohspeichel! Da er ein Wohnungskater ist, hatten wir das Problem gottseidank erst einmal, als eine neue Katze bei uns einzog. Mit Kortisonspritzen und -tabletten, putzen und Frontline haben wir ein Geschwür auf der Nase und die Verursacher schließlich wieder in den Griff bekommen.

Kaufen sie nur mehr Flöhe die nicht Sabbern, das sollte das Problem mit dem Flohspeichel lösen. Oder als alternative einschläfern, und die Flöhe auch gleich mit dazu.

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