Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Im afrikanischen Mauretanien ist fast ein Drittel der Bevölkerung, rund eine Million Menschen, von Hunger gefährdet.
Im Rahmen des zweitägigen Caritas-Kongresses "Zukunft ohne Hunger" in Wien diskutierten internationale Experten auch darüber, wie man der "chronischen Katastrophe Hunger" begegnen kann. Denn die Ursachen für Unterernährung und Hunger würden nicht nur in der Armut liegen.
Da jedes Land eine andere Struktur habe, sei es wichtig, bei der Entwicklungshilfe genau zu ergründen, wo der Kern des Problems steckt. Eben dieser Zugang habe in Brasilien zu einer erheblichen Verbesserung der Lage geführt, so Paul Larsen, Direktor der Multilateral und NGO Relations Division im UN World Food Programme.
Mehr Solidarität
Die Experten waren sich darin einig, dass ein Mentalitätswandel unbedingt erforderlich sei, um das Dauerproblem Hunger zu beseitigen. Daher müsse in erster Linie das Solidaritätsdenken von Regierungen und auch jeder einzelnen Person gestärkt werden.
Auf die Frage einer Teilnehmerin, was sie individuell nun unternehmen könne, antwortete Otilia Sîrbu, Direktorin von Caritas Moldawien: "Erzähle jedem, dass er kein Wasser verschwenden soll." Und wenn jemand erwidern sollte, dass andere weiterhin sorglos mit Wasser umgehen, dann würde Sîrbu folgendes erklären: "Aber du wirst Kinder bekommen und erziehen - und die machen es dann so wie du."
Hunger in Osteuropa
Sîrbu hat in ihrem Land die Erfahrung gemacht, dass Unternehmertätigkeiten noch 20 Jahre nach Ende der Sowjetzeit für die Bevölkerung negativ besetzt sind. Darunter leide auch die Landwirtschaft. Moldawien sei mal der "Brot- und Früchtekorb" der ganzen Sowjetunion gewesen.
Der Lebensmittel- und Saatgutpreis sowie die Landverteilung seien inzwischen trotz fruchtbarem Boden die Hauptgründe, weshalb in Moldawien, ähnlich wie in anderen osteuropäischen Ländern, viele Menschen hungern müssen.
Gegen Vergessen und Ignoranz
Amitava Mukherjee von der UN-Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik empfiehlt, dass jeder, der einen hungerleidenden Menschen sieht, in einem Brief an den Bundespräsidenten davon berichten sollte. Auch für Larsen sind die Ignoranz und das Vergessen der Regierungen wichtige Punkte.
In Asien und der Pazifik-Region sei die Zugänglichkeit zu Lebensmitteln eher das Problem, als das Vorhandensein von Ressourcen, sagte Mukherjee. Besonders Frauen leiden in den betroffenen Gebieten, etwa in Indien, wo sie durch patriarchale Familienstrukturen benachteiligt werden. Der Mann würde traditionell zuerst essen, bis er satt ist, und erst dann bekämen die Frauen den Rest für sich und ihre Kinder. Dabei sollten sie gerade, wenn sie schwanger sind oder stillen, umso mehr Essen zur Verfügung haben.
Hunger in Afrika
Neben Dürrekatastrophen und Überschwemmungen macht Paul Larsen vor allem die Lebensmittelspekulation für den Hunger in Afrika verantwortlich. Davon sei auch das "World Food Programme" betroffen. Schließlich müsse die Organisation die Lebensmittel selbst auf dem Weltmarkt kaufen.
Larsen fordert mehr Transparenz, sei aber nicht für die Abschaffung der Spekulationen, weil die Investitionen, die dadurch getätigt werden, wichtig für die Länder seien. Für Amitava Mukherjee liegt ein Lösungsansatz in größeren Lebensmittelreserven, die von der Regierung verwaltet werden. Dadurch könne man den Einfluss von globalen Preisschwankungen auf nationaler Ebene besser regulieren.
Zum Abschluss der Diskussion fügte ein Teilnehmer hinzu, dass der Kauf von regionalen und Fair-Trade-Produkten sowie sparsamer und nachhaltiger Konsum die Ressourcen schonen und gleichzeitig der Spekulation entgegenwirken würden. Die Kongressbesucher und das Expertenbord stimmte diesem Statement mit Applaus zu. (Maria von Usslar, derStandard.at, 4.6.2012)
Die Dürre des vergangenen Sommers in den USA wird 2013 für Hunger in einigen Ländern sorgen. Im Jemen hat die Hälfte der Bevölkerung zu wenig zu essen, die Situation könnte sich weiter verschlimmern
Der Schweizer Soziologe im STANDARD-Gespräch über Wohlstand und Armut
Mehr als die Hälfte landwirtschaftlicher Flächen für Produktion von Biosprit genutzt
Bis zur Ernte vergehen noch kritische Wochen - Caritas: Zukunft ohne Hilfe von außen
"Afrika ist kein Fass ohne Boden, sondern einfach ein riesiger Kontinent", sagt der Caritas-Präsident
In den nächsten Wochen wird sich entscheiden, ob die Menschen in der Sahelzone im Oktober wieder ernten können oder ob die Hungersnot kommt, sagen Helfer
Hungerkatastrophe nähert sich ihrem Höhepunkt - Rund 18,7 Millionen Menschen gefährdet
Plus 40 Millionen Euro von der EU für Menschen in Krisenregion
Ruth Kelly von der renommierten Hilfsorganisation Oxfam ist für den Hungerkongress in Wien
Zwei Drittel von ihnen leben in lediglich sieben Ländern - Caritas-Präsident Küberl: "Endlich vom Reden zum Tun kommen"
Millionen Menschen in mehreren Ländern von Hungersnot bedroht
Schwache Regenzeit kündigt wieder Hunger an
Caritas ruft zu Patenschaft gegen den Hunger auf - Internationaler Kongress Anfang Juni in Wien
Wer in Somalia helfen will, der muss den Terror der Al Shabaab mitfinanzieren
Neue Steuerbegünstigung für Umweltorganisationen beunruhigt Caritas und Co nicht
Teile Somalias, Kenias und Äthiopiens betroffen - Flüchtlinge obdachlos
Seit drei Jahren wird verstärkt afrikanisches Land an ausländische Investoren verpachtet - Ein Äthiopier berichtet von den negativen Folgen
Nach schwerem Beschuss wurden alle Einrichtungen in der somalischen Hauptstadt geschlossen
Deutscher Entwicklungsminister: Immer mehr Menschen zur Flucht gezwungen
World Disaster Report 2011 präsentiert - Starke Streuung der Zuständigkeiten "nicht effektiv"
1,9 Milliarden Dollar für 13 Millionen Hungernde
die Aktion am Graben am Ende der Veranstaltung
http://www.zukunft-ohne-hunger.at/vortragende/
" alle 7 Minuten stirbt ein Kind " suggerierte einen
Bevölkerungsschwund in Afrika , an dem "wir" schuld wären -und warb für weiteres fundraising ........
die Bevölkerungsexplosion in Ländern wie Nigeria ,Ägypten u.a. wurde ausgeblendet ...............
an praktischen Lösungsansätzen wie Permakultur
http://permacultureprinciples.com/ hat keiner der NGO`s Interesse , das würde das fundraising gefährden und möglicherweise die Probleme lösen .....
Lieber Herr Moltke,
haben Sie darüber schon mit den von ihnen kritisierten NGO´s gesprochen? Ich persönlich kenne z.B. Projekte der Caritas in Afrika, die genau mit nachhaltigen Lösungsansätzen wie Humusgewinnung, Permakultur etc. arbeiten.... Vielleicht informieren Sie sich das nächste Mal ein bisschen, bevor sie Pauschalverurteilungen abgeben!
Bei der Konferenz von kenianischen Politikern und Gebern im Februar 2012 erklärten einheimische Abgeordnete den ausländischen Helfern klipp und klar: “Lieber lassen wir unsere Leute verhungern, als dass wir euch die Verteilung überlassen”. Der Spiegel- Artikel schließt mit der Bemerkung ”Nicht einmal der anwesende Minister widersprach“ Moralische Verpflichtungen kollidieren in manchen afrikanischen Gesellschaften gegenüber der eigenen ethnischen Gruppe mit denjenigen der Gesamtgesellschaft. Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"
Bei Interesse: Ich war Freitag vor Ort und habe live berichtet http://zuwi.at/events/zu... nger-live/
da haben Sie wohl recht. Die Hauptverantwortung tragen jedoch die BewohnerInnen der Industrienationen. Jahrhundertelange Ausbeutung, menschengemachte Klimaveränderungen, ungerechte Handelsstrukturen, Hybridsaatgut, Spekulation auf Grundnahrungsmittel, Anbau von Agrotreibstoffen, Land-grabbing für den Anbau von Rosen etc. sind nur einige Dinge die dazu führen, dass Subsistenzlandwirte z.B. in Äthiopien nicht mehr genug haben, um ihre Familie zu ernähren.
vielleicht bissal weniger disskutieren und mehr hackeln, bei disskusionen kommen sowieso nur kriege herraus und leider sind die meisten unfähig sowas zu verhinden, warum bloss? essen ist gleich krieg, na wenigstens regieren die von der sonne gesalbten doch noch ein land: süd afrika, warum: weil sie einen weißen für sich arbeiten lassen...
hat sich seit dem zweiten Weltkrieg vervierfacht.
Besonders steil ist der Bevölkerungsanstieg dort, wo es keine funktionierenden Sozialsysteme gibt.
Vermutlich könnte man heute leicht alle Menschen ernähren, aber das Problem würde irgendwann der Lösung (Nahrungsmittelhilfe) entwachsen und die Helfer hätten am Ende eine noch größere Katastrophe zu verantworten.
Die Situation scheint ausweglos zu sein.
die nicht der Weltgemeinschaft angehören, mit Hilfe der NATO in die westliche Freiheit und Demokratie gebombt werden, alles der Reihe nach ! Deshalb hat man ja auch keine Kritik seitens caritativer Organisationen vernommen, als in der Sahelzone Menschen verhungerten, zur gleichen Zeit aber die friedensbringende NATO zumindest mithalf für die Demkratie und die Menschenrechte tausende Menschen als Kollateralschäden dahinzumetzeln.
...die alle nichts mit dem kapitialistischem Wirtschaftssystem zu tun haben sie - offensichtlich von schlichter Denkweise - kommen trotzdem auf den Neoliberalismus als Schuldigen???
Die extremen Bevölkerungszuwächse werden weitgehend ausgeblendet. Die Bevölkerung in Subsahara-Afrika hat sich seit 1990 fast verdoppelt. Die Hilfsindustrie setzt sich nicht mit diesen Tatsachen auseinander und macht stattdessen für die fortgesetzte Notlage Afrikas den angeblich reichen Westen verantwortlich-und sichert sich eine glänzende Einkommensquelle. Dennoch Nothilfe muß sein. Aber Nahrungsmittelhilfen werden das Problem nicht dauerhaft lösen. Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"
da haben sie womöglich sogar recht. mehr menschen brauchen mehr nahrung...und das in einem gebiet auf der erde, wo gerade die nahrung knapp ist. hilfslieferungen schön und gut, aber wäre es nicht besser, mal einfach das bevölkerungswachstum einzudämmen bevor man dann zuschaun muss, wie kinder einfach so verhungern?
Würden die sich nur tummeln, wär das ja noch nicht so schlimm......sie haben auch die Macht. Und wenn dort Männer anstelle des Frauen unterdrücken, Kinder machens, Kriege führens (bevorzugt gegen Andersgläubige) usw. was arbeiten würden sähe vieles besser aus.
es besteht ein direkter zusammenhang zwischen reichtum eines landes und geburtenrate.
interessant dieser beitrag dazu: http://tinyurl.com/8xe2rv4
natuerlich ist bev. wachstum ein schlüsselfaktor, aber ohne nachhaltige unterstützung und entwicklung wird das wohl nix.
Ich frage mich auch dauernd wie das geht, einerseits heißt es dauernd die Menschen dort verhungern, andererseits verdoppelt sich die Bevölkerung alle paar Jahrzehnte.
Das passt logisch einfach gar nicht zusammen, und ich vermisse auch den Willen einer dauerhaften Lösung bei Caritas und Co.
Caritas und Co. können eine dauerhafte Lösung wollen wie sie sie nur können, alleine es liegt kaum in ihrer Macht die Ursachen des Hungers zu ändern, also bleibt nur, die Auswirkungen zu bekämpfen.
Solange es aber bei Hungerkatastrophen in der Dritten Welt hierzulande "nur" kollektives schlechtes Gewissen gibt, dass wir offenbar zu wenig Nahrungmittelhilfe geleistet hätten, solange reiben sich alle jene die Hände, die davon profitieren bzw. für den Hunger verantwortlich sind.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.