Surfen im Flieger ja, Telefonieren nein

  • Für die einen bedeutet Internet im Flieger, ihren Facebook-Status aktuell halten zu können, andere wollen einfach arbeiten.
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    foto: justin lane/apa

    Für die einen bedeutet Internet im Flieger, ihren Facebook-Status aktuell halten zu können, andere wollen einfach arbeiten.

Das Internet hält Einzug bei den Airlines dieser Welt. Telefonieren wollen die Passagiere über den Wolken aber nicht

Heute ist ein Leben ohne Internet unvorstellbar geworden. Egal ob im Beruf oder im Privatleben, ob zu Hause, im Park oder im Zug, wir surfen immer und überall. Ohne die Möglichkeit, im Internet zu surfen, fühlen sich viele wie in vorübergehender Isolationshaft, verlieren scheinbar den Draht zur Außenwelt und werden nervös.

Seit geraumer Zeit bieten einige Airlines Internet an Bord an. Und wofür nutzen die Fluggäste das Internet? Laut einer Delta-Umfrage in erster Linie für Facebook. Für viele jedoch bietet Internet an Bord aber auch die Möglichkeit, im Flieger zu arbeiten.

Angebote variieren

Singapore Airlines begann bereits im Jahr 2000, Internet an Bord anzubieten, inzwischen haben zahlreiche Fluglinien WLAN-Netze für ihre Gäste geöffnet. Dazu gehören etwa die deutsche Lufthansa, British Airways, Virgin America und Emirates.

Allerdings wird der Internetzugang nicht auf allen Strecken, nicht in allen Fliegern und auch nicht in allen Flugklassen angeboten. Bei der Lufthansa gibt es das Service etwa nur auf Langstreckenflügen in die USA und nach Japan und zu einigen Destinationen in Südamerika. British Airways bietet Internet nur Gästen der ersten Klasse an. Der Trend geht jedoch bei allen Airlines eindeutig dahin, dass in Zukunft auf allen Flügen, unabhängig von Klasse und Flugdauer, Internet angeboten wird. Bei Air Berlin und Austrian Airlines hingegen ist im Moment von Internet noch nicht einmal die Rede. Auch Air France bietet keinerlei Web-Service an.

Erhebliche Preisunterschiede

Die Preise für die Internetnutzung variieren von Airline zu Airline ganz erheblich und werden entweder nach verbrauchtem Datenvolumen oder nach verbrachter Online-Zeit verrechnet.

Die Lufthansa etwa berechnet für eine Stunde 10,95 Euro, ein 24-Stunden-Paket gibt es für 19,95 Euro. Bei Emirates kosten fünf Megabyte etwa sechs Euro, 25 MB gibt es für zwölf und 100 MB für 20 Euro. Etihad verrechnet pro Flug rund 7,70 Euro bei Mobiltelefonen und Tablets und 15,50 Euro bei Nutzung mit dem Laptop. Singapore Airlines verlangt für zehn Megabyte etwa zehn Euro, Delta (nur innerhalb der USA und Kanadas) verkauft den 24-Stunden-Pass für neun Euro.

Kein Wunsch nach Telefonie

Anders sieht die Sache bei der Handynutzung aus. Vor allem die Passagiere stehen dem Telefonieren an Bord eher skeptisch gegenüber. Eine aktuelle Skyscanner-Umfrage unter 645 Fluggästen hat ergeben, dass 86 Prozent eigentlich gar keine Mobilfunkverbindung in der Luft haben wollen. Immerhin würden 48 Prozent so ein Service nutzen, um SMS zu verschicken. Lufthansa und Singapore Airlines haben das gleiche Ergebnis erhalten, die Passagiere wollen eigentlich die klassische Telefonie nicht an Bord haben.

Mit dem Handy telefoniert werden kann bereits jetzt bei Etihad, allerdings muss man dafür am Platz bleiben, die Kosten sind vom Mobilfunkanbieter abhängig. Bei British Airways darf das Handy verwendet werden, Gespräche sind jedoch verboten. Ebenso hält es Singapore Airlines. Air France verbietet die Nutzung von Mobilfunkgeräten. 

Bis auf weiteres bleiben Flugpassagiere also von lauten Telefongesprächen der Sitznachbarn verschont. Allerdings ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch in Flugzeugen Internet und Mobiletelefonie zum Alltag werden. (red, derStandard.at, 4.6.2012)

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