"Internet-Tourette": Wenn User bei "Apple" ausrasten

4. Juni 2012, 11:54
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"Unzusammenhängendes Geschwafel" als Symptom einer "Epidemie"

Wer regelmäßig derStandard.at liest, verliert sich des Öfteren auch in kuriosen Posting-Debatten, die seit kurzem im Posting-Friedhof aus der Gruft der gelöschten Kommentare hervorkommen. Die für soziale Interaktionen sonst notwendige Etiquette lassen manche UserInnen bei bestimmten Themen außer Acht. Beliebte Zankäpfel, die die Meinungen im WebStandard-Forum spalten, sind Apple, Steve Jobs, Patente und Datenschutz. Im Jahr 2010 ging der WebStandard der Frage nach, warum sich Poster wegen Apple die Birne einschlagen.

Aufwühlend

Patentkriege nehmen mitunter auch kuriose Ausmaße an. Wer die Gerichtsurteile verfolgt, findet sich manchmal in der Fraktion wieder, die die Welt nicht mehr versteht oder die über gerechte Entscheidungen jubelt. Unabhängig von der Art der Emotion ist klar, dass Patentstreitereien ein aufwühlendes Thema sind. Und wenn Apple einer der beiden Streithähne ist, ist definitiv für Aufmerksamkeit gesorgt. So geschehen in einem kürzlich erschienenen CNN-Money-Artikel zu Patentstreitereien zwischen Apple und Motorola.

Wissenschaftler orten Epidemie-Ausbruch

Ein User kommentierte den Bericht in einem verbalen Angriff auf Apple, wobei er sich über Steve Jobs ausließ. Der Apple-Mitbegründer habe keine Programmier-Kenntnisse gehabt und trotzdem seinen Namen auf Patente geschrieben, für die er nicht selbst verantwortlich war. CNN Money widmete dem "Phänomen" einen weiteren Artikel, der dieses "Syndrom" eines plötzlichen Wutausbruchs von sonst unauffälligen Menschen (im Internet) behandelt. Demnach orten Wissenschaftler hier den Ausbruch einer Epidemie namens "Internet-Tourette", so das Kommentar des Users.

Tourette Syndrom

Das "Tourette-Syndrom" ist eine noch weitgehend unerforschte Krankheit, die sich in "Tics", also in raschen und unwillkürlichen Bewegungen und auch dem Ausrufen von obszönen Worten äußert. 

"Unzusammenhängendes Geschwafel"

Der User zitiert einen vermeintlichen Professor namens Telly Prompter vom Center for Disease Control: "Es ist ein ernstes Problem". Ihm zufolge zeigen sich Symptome insbesondere bei den Schlagworten "Apple", "Jobs" oder "Patente". Betroffene würden dann den Bezug zur Realität verlieren und "unzusammenhängendes Geschwafel von sich geben."

Herunterfahren

Die einzige bekannte Heilung für "Internet Tourette" sei den Computer herunterzufahren. Ein Ratschlag, den sich wohl zahlreiche Leser und Leserinnen von Online-Medien zu Herzen nehmen könnten. Es ist wohl niemand vor einem gelegentlichen verbalen Ausraster gefeit.

Beim Artikel von CNN Money handelt es sich zwar um die Ausschweifungen eines Internetnutzers, allerdings kann ein Zusammenhang zwischen emotionalen Reaktionen auf Apple-Artikel durchaus beobachtet werden. (ez, derStandard.at, 4.6.2012)

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