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vergrößern 800x521Immobilienkonferenz in alten Gemäuern: Der diesjährige Gyoder Summit fand in der alten Garnfabrik Hasköy in Istanbul statt.
vergrößern 800x581Typisches Portfolio internationaler Immobilienunternehmen in der Türkei: " Forum Kayseri" in der gleichnamigen zentralanatolischen Stadt.
Istanbul - Das selbst gewählte Motto "Change, Regeneration, Sustainability" löste die zwölfte Jahreskonferenz des türkischen Immobilienverbandes Gyoder, die kürzlich über die Bühne ging, gleich in doppelter Hinsicht ein: Einerseits gab es ein umfassendes Programm mit Vorträgen und Diskussionen zum Immobilienmarkt Türkei. Mehr als 500 Teilnehmer etwa lauschten den Reden von Erdogan Bayraktar, Minister für Umwelt und Stadtentwicklung der Türkei, sowie Kadir Topbas, Oberbürgermeister von Istanbul.
Aus Garnfabrik wird Event-Location
Andererseits war auch die Wahl des Veranstaltungsortes Symbol für das heurige Motto: Die Garnfabrik Hasköy, die 1952 als eine der ersten Fabriken dieser Art in der Bosporus-Metropole ihren Betrieb aufnahm, hat die Garnproduktion mittlerweile auf ein Minimum beschränkt. Statt jedoch das große Areal verwaisen zu lassen oder die Gebäude abzureißen, entschieden sich die Eigentümer für eine Neunutzung der Industriebauten - und zwar als Konzerthalle, Ausstellungshaus und Event- Location für Unternehmen und Organisationen. Der Gyoder Turkish Real Estate Summit war die größte Veranstaltung, die hier jemals abgehalten wurde.
"Mit dieser Standortwahl spiegeln sich die Themen der Immobilienkonferenz perfekt wider", sagte Jordi Sacristán, Wirtschaftssprecher der Stadt Barcelona, der in Istanbul die Transformationen in seiner Metropole präsentierte. "Ein solcher Ort, den man nicht alle Tage kennenlernt, ist viel inspirierender als irgendeine Kongresshalle im Zentrum."
Wohnversorgung in Istanbul
Genau diese Immobilienstrukturen in den zahlreichen Facetten Istanbuls, aber auch in der gesamten Türkei, standen im Fokus des Treffens. Genauer: Man beschäftigte sich mit dem Spannungsfeld zwischen städtischer Transformation und gewachsener Identität, mit der Neuausrichtung Istanbuls als internationales Finanzzentrum sowie mit der Wohnversorgung für einkommensschwächere Haushalte. Auch Perspektiven auf den türkischen Immobilienmarkt im Jahr 2023 wurden thematisiert.
Parallel zur Gyoder-Konferenz fand auch die Fachmesse "Istanbul Real Estate" statt. Hier standen vor allem gehobenes Wohnen im Eigentum, Einkaufszentren, Hotels und mit diesen Segmenten verbundene Serviceleistungen im Mittelpunkt.
Weniger internationale Teilnehmer
Anders als in den beiden Jahren, als sich noch der österreichische Messeveranstalter Reed Exhibitions und der Gewinn-Verlag aktiv beteiligten, wurde die Messe 2012 allerdings in Eigenregie durchgeführt. Vielleicht als Folge davon hielt sich die Zahl der internationalen Teilnehmer, die sowohl aus der arabischen und pazifischen Welt als auch aus europäischen Ländern angereist waren, heuer in Grenzen.
Organisator Ismail Sezen von IstExpo war dennoch zufrieden: "In Summe hatten wir heuer 60 nationale und internationale Aussteller, und damit lagen wir sogar höher als in den Jahren zuvor. Die Zahl ist zwar nicht riesig, ermöglicht dafür aber eine leichte Kontaktaufnahme." Trotz der guten Laune durfte und darf man allerdings nicht vergessen, dass der Immobilienmarkt in der Millionenmetropole Istanbul für internationale Entwickler und Investoren durchaus seine Tücken hat. In der Megastadt am Bosporus herrschen nämlich andere Spielregeln und Marktgepflogenheiten als in Westeuropa.
Behalten statt verkaufen
Will heißen: Land und Gebäude werden vornehmlich als Sachwert vermögender Familien und Unternehmen betrachtet - und weniger als handelbares Gut, wie das bei uns der Fall ist. Wer Land oder Gebäude verkaufe, hört man Immobilienfachleute immer wieder sagen, dem scheine es eher schlecht zu gehen. Kommt es doch zu einer Projektentwicklung, so verbleibt diese oft im Unternehmen und ist für den Eigenbedarf bestimmt. Das erklärt auch, warum das Großprojekt "Zorlu Center" den Namen der Familie Zorlu trägt.
Nicht zuletzt kommt vor allem bei Büroneubauten eine weitere türkische Besonderheit zum Tragen: Oftmals werden Grund und Boden nicht vollständig in Geld bezahlt. Vielmehr erhält der Verkäufer im Gegenzug ein Eigentums- oder zumindest Nutzungsrecht für Teile des Neubaus.
Handel als ERtragsbringer
Spezifika wie diese wirken sich auf den Markteintritt internationaler Investoren nicht gerade erleichternd aus. Das erklärt auch, warum sich viele internationale Player auf die öffentliche Hand als Grundstücksverkäufer sowie auf den Handel - und hier insbesondere auf Einkaufszentren - fixiert haben. Das ist oft die einzige Möglichkeit zu reüssieren.
Zu den in diesem Segment schon seit längerer Zeit engagierten Immobilienunternehmen gehören die ECE, Union Investment Real Estate und Metro Properties aus Deutschland sowie Multi Development aus den Niederlanden. Multi hat seit 2004 bereits zehn Shoppingcenter in der Türkei gebaut und ist derzeit mit sechs Projektentwicklungen beschäftigt.
Ende 2011 eröffnete das in Zusammenarbeit mit Union Investment Real Estate (UIRE) entwickelte Einkaufszentrum "Forum Kayseri" in der gleichnamigen Millionenstadt in Zentralanatolien - und zwar innerstädtisch auf dem Grundstück des ehemaligen Fußballstadions, das durch einen Neubau an anderer Stelle frei geworden war. Damit stieg das Investitionsvolumen von UIRE in der Türkei auf insgesamt 452,2 Millionen Euro. (Andreas Schiller, DER STANDARD, 2./3.6.2012)
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Die Vermietungsleistung liegt weiterhin weit über dem Neuflächenangebot, nach wie vor bestimmen Umzüge den Markt. Dank vieler Umnutzungen steigt der Leerstand nur leicht
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