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Anton Schlecker hat bis zuletzt gespart: Ein Rettungsbeitrag seiner Familie für die insolvente Drogeriekette war trotz des nach wie vor beträchtlichen Privatvermögens nicht drinnen. Sie glaubte offenbar selbst nicht mehr ans Überleben des Handelskonzerns. So tragisch sein Ende für die betroffenen Mitarbeiter ist - noch fataler wäre es gewesen, ihm öffentliche Gelder hinterherzuwerfen.
Schlecker ist an sich selbst gescheitert. Auf Teufel komm raus wurde auf miesen Lagen in kleinste Dörfer expandiert und die simple Regel missachtet, dass sich Gewinne nicht nach Quadratmetern bemessen lassen. Die Drangsalierung seiner Mitarbeiter bis weit über die Grenze der Gesetzmäßigkeit brachte ihm nicht nur das Image des schmuddeligen Ausbeuters ein, sondern verzerrte den Wettbewerb. Warum schwere unternehmerische Fehler mit Steuergeld hätten belohnt werden sollen, entzieht sich jeder Vernunft.
Die Zerschlagung ist das brutalste Reinigungsinstrument der Wirtschaft. Sie stärkt jene Konkurrenten, deren Marktmacht schon jetzt unerträglich ist. Aber sie sorgt auch dafür, die Branchengehälter nicht noch weiter zu drücken.
Die Chancen, die Kette in Österreich über Wasser zu halten, sind gering. Verlierer sind Frauen. Sie schupften meist allein ganze Filialen. Ihrer sollte sich der Handel besinnen, bevor er wieder über Engpässe beim Nachwuchs klagt. Auf dem Land jedoch fehlen adäquate Arbeitsplätze: Vielen droht die Abwanderung an die Speckgürtel der Städte. (Verena Kainrath, DER STANDARD, 4.6.2012)
Was die Arbeitgeber der Metaller für die Herbstlohnrunde fordern, hört sich vernünftig an. Vor allem für viele Unternehmer
Dass Schlecker gelingt, woran Adeg, Zielpunkt und andere kleine Kaufleute scheiterten, ist zu bezweifeln
Will man Wachstum nicht abwürgen, gehören dafür auch gesetzliche Spielräume geschaffen
Die österreichische Landwirtschaft pflegt es meisterhaft, sich hinter der Fassade der heilen Welt zu verstecken
Die gesetzliche Regelung der Ladenöffnung ist von Ausnahmen durchlöchert
Missstände in der Textilindustrie auf die alleinige Macht der Konsumenten zu schieben, ist zu billig
Jetzt hat es also auch Österreichs Handel begriffen. Frauen bekommen Kinder und handeln sich damit finanzielle Nachteile ein
Mittelfristig wird dem Handel der Nachwuchs ausgehen
da konnte ich mich selbst überzeugen...bei einem "gewollten" Einkauf, den ich mit einer Freundin gegen allen Widerwillen durchzog, weil wir von Passanten mitbekommen haben, was sich hinter diesen "Schlecker - mauern" abspielte.
Schon beim Eintritt ins Geschäft wurden wir Zeugen einer handfesten Auseinandersetzung zwischen dem GF und einer Regal - Betreuerin.
Ich kann nur sagen, das Verhalten der gesamten Geschäftsführung dieser von uns "begutachteten" Filiale spottet jeder Beschreibung.
Ich kann nicht nachvollziehen, daß es Leute gibt, die für dieses Unternehmen arbeiten, GF...welche ihre Untergebenen vor den Kunden so herunter machen, die sind für mich der LETZTE DRECK"!!!
ich weiß nicht ob das nicht auch eine chance ist sich um einen weniger menschenverachtenden job umzusehen.
schlecker hat die situation von vielen frauen jahrelang ausgenutzt, an oft infrastruktuell schwachen orten, als einziger arbeitgeber aufzutreten.
ich hoffe für alle betroffenen frauen, dass sie eine möglichkeit finden jobs zu finden bei denen sie gerecht bezahlt- und menschlich behandelt zu werden.
der familie schlecker wünsche ich dass sie bekommt was sie verdient- und haftstrafen wären da wohl noch das mindeste!
Männer sind als Hauptverdiener meist flexibler bzgl. des Arbeitsorts. Wenn in Hintertupfmoosingen eine Baufirma zumacht, zieht der Bauarbeiter halt um oder pendelt (er hat ja meist ein Auto). Die Schleckermitarbeiterin (Teilzeit wegen Kindern, oft kein Auto, Ehemann arbeitet als Landwirtschaftshelfer o.ä.) hat es da schwerer.
Nein nicht wirklich, wenn ich die kleine Zusammenfassung lese sehe ich nur gewinner.
http://www.labournet.de/branchen/... ecker.html
in allen den tv berichten fehlte mir immer der absurdeste aspekt:
die jahrelang ausgebeuteten präsentieren ihren zorn auf "die politik", die den ausbeuter nicht weiter unterstützen mag.
der sklave beschwert sich beim pharao, daß dem sklaventreiber die puste ausgeht.
Hier sieht man meine Theorie ganz gut. Nimmt man den Menschen die Mobilität sich auch woanders einen Job aussuchen zu können, wird das sofort von den Unternehmern schamlos ausgenützt. Das endet dann in Werksiedlungen, also wohnen solange man dort arbeitet - aber ohne Arbeitsstelle keine Wohnung. Natürlich auch die Nahversorgung wird durch den Unternehmer gestellt, der mangels Mobilität die Preise bestimmt. Vorteil für den Arbeitnehmer - kurze Wege. Nachteil: Ständig verfügbar - nahe der Leibeigenschaft...
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