Des Mordes beschuldigte Italiener aus Haft entlassen

3. Juni 2012, 10:43

Marinesoldaten hatten Fischer mit Piraten verwechselt und zwei Männer erschossen

Neu Delhi - Zwei des Mordes an Fischern beschuldigte italienische Marinesoldaten sind in Indien auf Kaution aus dem Gefängnis entlassen worden. Die seit Februar inhaftierten Männer wurden aus einem Jugendgefängnis in ein Luxushotel im Bundesstaat Kerala gebracht, wie Medien am Sonntag berichteten. Die Soldaten hatten am 15. Februar vor der indischen Küste einen italienischen Öltanker bewacht, die Fischer mit Piraten verwechselten und zwei von ihnen getötet. Der Fall hatte diplomatische Verwicklungen zwischen Indien und Italien ausgelöst.

Die Freilassung der Männer erfolgte, nachdem italienische Diplomaten die geforderte Kaution von umgerechnet 137.000 Euro in dem Gericht hinterlegten, das die Mordanklage gegen die beiden Soldaten verhandelt, wie die "Times of India" berichtet. Aus Protest gegen das Vorgehen der indischen Justiz hatte Rom Mitte Mai seinen Botschafter aus Indien zurückgerufen.

Im April hatten sich die Hinterbliebenen der Opfer mit Italien außergerichtlich auf eine Zahlung von umgerechnet je 144.000 Euro Entschädigung geeinigt. Dafür ließen sie ihre Klage fallen. Die indischen Behörden bestanden jedoch auf einem Gerichtsverfahren. Die Italiener argumentieren, der Fall unterliege nicht der indischen Gerichtsbarkeit, weil sich der Vorfall in internationalen Gewässern zugetragen habe. (APA, 03.06.2012)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.