Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Jon Aguirre, einer der Gründer von 15-M.
Im Gespräch mit Reiner Wandler fordert er mehr Verantwortung für die Bürger.
STANDARD: Als am 15. Mai 2011 erstmals die "Empörten" auf die Straße gingen, hätten Sie da gedacht, dass Spanien ein Jahr später am Abgrund steht?
Aguirre: Nein. Wir dachten damals, dass wir uns in der schlimmsten Lage befänden, die vorstellbar war. Die alte, sozialistische und die neue, konservative Regierung setzen ausschließlich auf Haushaltsdisziplin, auf die Plünderung aller öffentlichen Dienste und Unternehmen. Das Ergebnis spricht für sich. Es ist traurig, aber wir sind bei weitem noch nicht ganz unten angekommen.
STANDARD: Soll Spanien beim Euro bleiben?
Aguirre: Die Rahmenbedingungen, die Maas tricht und Lissabon stecken, begünstigen im höchsten Maße die Spekulation. Die Europä ische Zentralbank übernimmt nicht die Aufgaben, die einer Zentralbank zukommen. Statt Geld an die Staaten zu verleihen, gibt sie Billionenbeträge zu günstigen Bedingungen an private Banken. Diese spekulieren dann. Deutschland fährt gut damit, denn Berlin nimmt Staatsanleihen zu null Prozent auf. Doch die Frage ist längst nicht mehr, ob es Deutschland gut und Spanien schlecht geht. Das ganze System steckt in der Krise. Es ist nicht mehr tragbar.
STANDARD: Wird die Wahl von François Hollande an der europäischen Politik etwas ändern?
Aguirre:Ich habe alles Vertrauen in die Sozialdemokratie verloren. Radikalere Ansätze sind nötig. Die Bürger müssen eine aktivere Rolle spielen. Die Parteien stehen im Dienste von Interessen, die nichts mit ihren vermeintlich guten Absichten zu tun haben.
STANDARD: Die Bewegung 15-M mobilisiert viele Menschen, aber Konkretes hat sie nicht erreicht ...
Aguirre: Aber das Wichtigste wird gern übersehen. Die Bewegung hat einen Prozess ausgelöst. Die Menschen stehen den Problemen nicht mehr allein gegenüber. Wir sind eine Gemeinschaft, die längst international vernetzt ist. Die Menschen ändern ihre Verhaltensmuster, die Art wie sie leben, wie sie Probleme angehen.
STANDARD: Ist die Bewegung wirklich noch horizontal?
Aguirre: Mehr denn je. Das ist allerdings ein sehr schwieriger Lernprozess. Die hierarchischen Strukturen aus Jahrhunderten hinter sich zu lassen, eine neue Art der Politik zu entwickeln ist nicht leicht. Wir haben in nur einem Jahr eine solide Netzstruktur geschaffen, mit der wir uns gegenseitig unterstützen. Diese Strukturen stehen für neue Regeln, neue Verhaltensmuster, wie es sie bisher nicht gab. Wir müssen unsere eigene Dynamik, unseren eigenen Zeitplan, unsere eigenen Ziele stecken. Ich werde doch nicht gegen einen gedopten Hochleistungssportler antreten! Das wäre sinnlos.
STANDARD: Es ist immer wieder von der "Spanish Revolution" die Rede.
Aguirre: Wir stehen vor einer neuen Epoche. Nach dem technologischen und dem sozialen kommt nun der politische Wandel. Die politischen Strukturen sind die konservativsten. Sie haben schließlich die Macht in der Hand. Der technologische Wandel unserer Epoche ist das Internet. Es ist eine revolutionäre Erfindung, die die Art, wie wir uns zueinander in Beziehung setzen, verändert. Gleichzeitig erleben wir einen sozialen Wandel. Die herkömmliche Familie gibt es so nicht mehr. Es gibt Alleinerziehende beiderlei Geschlechts, homosexuelle Paare mit Kindern, Patchworkfamilien. Die alte, patriarchalische Struktur steckt in der Krise. Dieser soziale Wandel wird nach und nach einen politischen Wandel hervorbringen. Wie der letztendlich aussieht, weiß keiner. Aber er ist unausweichlich. (Reiner Wandler, DER STANDARD, 2.6.2012)
Jon Aguirre, 27 Jahre, Architekt, ist einer der Initiatoren von "Echte Demokratie jetzt!", die mit ihrem Aufruf am 15. Mai 2011 Tausende auf Spaniens Straßen brachte. Es war der Ausgangspunkt der Bewegung der Empörten (15-M).
Marokkaner und Algerier sollen "Al Kaida im Islamischen Maghreb" angehören
Die Lockerungen beim Hypothekengesetz machen Spaniern, die vor der Zwangsräumung stehen, wenig Hoffnung. Nur wenige profitieren
Schwiegersohn von König Juan Carlos wird Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen
"Koordinationsorganisation gegen die Straflosigkeit des Franquismus" gegrüdet
Juan Carlos und seine Frau sollen verschont werden
Erstmals werden Politiker in Spanien wegen Volksverhetzung und Diskriminierung angeklagt
40 Prozent der Bevölkerung über Ausmaß der Korruption besorgt
Proteste nach Skandalserie der Königsfamilie - Ausrufung der Dritten Republik gefordert
Resolution soll für ungültig erklärt werden
Versuchter Anschlag auf Kathedrale in Madrid - Kommando Mateo Morral: Plätze ausgesucht, die der Monarchie heilig sind
Mann von Prinzessin Cristina des Betrugs in Millionenhöhe beschuldigt
Zeitung: Drei Viertel der handschriftlich dokumentierten Zahlungen verstießen gegen Gesetze
Ministerpräsident sagt Korruption und Arbeitslosigkeit den Kampf an
Handschriftlich geführte Geheimkonten aufgetaucht - Rajoy bekam elf Jahre lang jährlich 25.200 Euro
Habe als eines von fünf Vorstandsmitgliedern alle Entscheidungen mitbeschlossen
Pamplonas Berufsverband beschließt einstimmig, Polizei nicht mehr bei Zwangsräumungen zu unterstützen
PP auf niedrigstem Stand seit zwanzig Jahren
Illegale Parteienfinanzierung in Regierungsparteien
Sprengsatz aus 200 Gramm Sprengstoff, einer Butangasflasche, einem Kilogramm Schrauben und einem Wecker - Hintergrund unklar
Hoch verschuldete Region plant eine Milliarde Euro Mehreinnahmen durch Steueranhebungen
Vorwürfe seien "schlichtweg falsch"
Umstrittene Waffe verursacht immer wieder schwere Verletzungen - Plastikmunition soll sicherer sein
Spaniens Premier: Angebliche Beweise für Schwarzgeldzahlungen sind "falsch"
Regierungschef Artur Mas hat bei den von ihm vorgezogenen Regionalwahlen ein Debakel erlitten - Das geplante Referendum über die Unabhängigkeit ist völlig ungewiss
na dann, liebe spanier, hauts eure obercheftrottln raus und organisierts euch neu, basierend auf kooperation statt konkurrenz!!
vielleicht springt dann der rest auf? griechenland wär auch schon längst reif für so ein szenario, eigentlich die ganze welt.
ich komm den sommer runter und schau euch zu bzw. hilf vl. ein bisschen mit, wenns euch passt :)
vamos al futuro, oh ooooh oh...
Was ist zu tun Hr. Aguirre? Die Orthodoxe-wirtschaft hat lange funktioniert.
Große Unternehmen sind herangewachsen, sie sind schon größer als der Haushalt eines souveränen Staates, und die Zeit schreitet voran. Als kundiger Bürger ist das Problem überschaubar, aber die Politik hat offensichtlich das Problem des Risiko´s.
Der konservative Mensch (Politiker) kann nicht und niemals einen Weg gehen, den seine Berater als Risiko bezeichnen würden.
Wenn der Mensch (Politiker) eine beliebte Person wäre, angenommen er wäre es, dann erst dann könnte er ein solches Risiko eingehen, und ohne Berater und Experten, Entscheidungen wagen.
Egal ob hier nun Schulden ein Land erdrücken oder nicht.
Fazit:Firmen stückeln (Erbe), Hr Stoibers Europa der Regionen
haha ditto in österreich!
nur sind die folgen noch nicht spürbar in 5 bis 10 jahren wenn alles sobleibt wie es ist (und nix spricht dagegen!) wirds in österreich ähnlich aussehen!
der wandel:technisch -sozial -politisch -wirtschaftlich geht nicht chronologisch-linear sondern hand in hand- dievormodernen -traditionell-patriarchisch-faschistischen strukturen werden endgültig unbrauchbar sehe (schlecker - in der wirtschaft) aber auch die polit.parteien sowie länder-bünde-gewerkschaften -interessensvertrettungen etc..sind ähnlich organisiert die werden eingehen!!!!! aber wehren sich und schlagen um sich eh klar-freue mich schon wenn großkonzerne reika etc...zerschlagen werden und eingehen und endlich geld in die menschen statt casinobanken f
Damit hat er vollkommen recht. Es müssen neue Strukturen geschaffen werden. Neue Parteien, die wirklich die Interessen der Mehrheit vertreten und die Akteure dafür auch zur Verantwortung gezogen werden können. Sämtliche Gesetze der letzten 12 Jahre sind zu überarbeiten. Alle Gummiparagraphen entfernt und eindeutig, für jedermann verständlich geschrieben.
in den heutigen zeiten waers doch moeglich staaten wie unternehmen zu organisieren mit flacher hierarchie, die entscheidungsmacht soll partezipativ sein, d.h. viele der entscheidungen sollen mit e-democracy geloest werden...das waere eine revolution.
Zum Beispiel: http://www.banken-in-die-schranken.eu
nicht wie le garde wasser predigen und wein trinken bzw. alle zum sparen animieren aber selber auf steuerkosten leben und selbst dazu nichts beizutragen. beispiel: NACH DEM KRIEG hat meine generation den wiederaufbau volbracht. doch ab 1970 wurde dieses erbe beispiellos von den parteien unter sich aufgeteilt und ihre macht strukturen bis ins kleinste zementiert. energieversorgungs- unternehemen die den unternehmern und bürgrn zugutekommen sollen dienen nicht uns die diese strukturen bezahlten. nein, sie wurden uns wegge- nommen-privatisiert, der wettbewerb ausgeschaltet & wir werden dafür ausgeplündert. das leitungsrecht für strom sollte jedem bezirk gehören bzw. wie vieles andere auch. von oben nach unten verwalten funktioniert nicht mehr.
dieser Mythos muss der Realität angepasst werden -bis klargestellt ist das man gegen die Interessen des Volkes auf Dauer nicht handeln kann.
Geschieht gar nichts und zeigt sich weiter das die Demokaratie nicht im Stande ist, sich den Anforderungen der heutigen Zeit zu stellen, kompetent und glaubwürdig zu handeln - werden nicht die Regierungen sondern die Demokratie als solches in Frage gestellt werden.
… längst haben wir auch im deutschsprachigen Raum dasselbe Phänomen, die vermeintlich eingesessenen Parteien machen Front gegen die Menschen, von keinerlei Sachkenntnis getrübt und lenken die Staatsschiffe zielgerichtet auf Grund.
Es gibt keine andere Erklärung dafür, wie man entgegen jedem gesunden Menschenverstand einem weltweit kaputten Geldsystem huldigt, welches nachhaltig nur die Masse der Menschen beschädigt.
Als Satire gibt es die Einheitspartei schon längst wieder in Deutschland, die ist aber der Realität näher als man denkt, hier als Wahlbündbis 2013, alle Parteien unter einem Kreuz, zur Abwehr der Piraten:
http://qpress.de/2012/05/1... dnis-2013/
und hier die ursächlichen fakten dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Welt... ankenkrise
privatbanken müssen weg. das ist ebenso unausweichlich wie der im interview angesprochene politische wandel weg von hierarchien. anarchie steht als ideal am ende dieses prozesses. mit barbarei hat das übrigens nichts zu tun, im gegenteil.
"Um die Streikenden bei Laune zu halten, wurden ihnen entsprechende finanzielle Hilfen ausgezahlt – in einer Mark, die sich durch die von der Regierung betriebene Geldvermehrung immer rascher entwertete. Damit begannen die Monate der Hyperinflation..."
http://de.wikipedia.org/wiki/Deut... 2_und_1923
Das geschah vor der Weltwirtschaftskrise von 1929.
Ursache war die Staatsfinanzierung durch die Notenpresse BEI GLEICHZEITIGEM KOLLAPS DER PRODUKTIVEN BASIS, ausgelöst durch nicht erfüllbare Reparationsforderungen (Geld- und Sachleistungen, die ersteren in Gold fixiert auf einen Betrag, der der Hälfte alles damals überhaupt geförderten Goldes entsprach).
Londoner Ultimatum.
Die Banken, die das damals arrangiert haben, erfreuen sich heute der Großzügigkeit ... der Notenpresse. Nur fürs Leben ist nichts vorhanden. Ein "kollektives Bewußtsein" gibt es nicht.
vielleicht waren nur die deutschen so dumm?
china scheint das problem nicht zu haben.
disziplin in der gewaltenteilung hat man drauf oder nicht.
manche wollen die gerichte privatisieren, aus dem gleichen grund wie die bank. sie glauben nicht an die fähigkeiten der demokratie.
es klappt doch umgekehrt auch nicht:
weil die gewaltenteilung nicht eingehalten wird, schlagen die interessen der privatbanken in die regierungen durch wie ein kurzschluss. die meetings zwischen beiden sind zu intim, zb bilderberg.
die bad bank verstaatlichen klingt gut. ;)
zugleich werden bankleute in die regierung gesetzt.
da lachen die hühner...
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.