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Frankfurt/Wien - Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr ist sehr bemüht, das angekratzte Image von Europas größter Airline, Lufthansa, wieder aufzupolieren. Am Rande der Vorstellung der neuen First/Business Class der Lufthansa in Frankfurt gab Spohr im Gespräch mit dem Standard ein Bekenntnis zum Standort Wien ab: "Wien bleibt Drehkreuz und Teil der Multihubstrategie der Lufthansa." Das sei nicht zuletzt auch ein Wunsch der Kunden, die keine Megadrehkreuze wie etwa Chicago wollten, sondern Airports mit einer überschaubaren Größe schätzen, so Spohr.
Und im Übrigen, so der Lufthansa-Manager und Airbus-Pilot: "Wären wir nicht überzeugt, dass die AUA den Turnaround schafft, hätten wir alle Chancen gehabt, die AUA fallenzulassen. Wir glauben aber an die AUA, andernfalls hätten wir wohl kaum unsere Leute nach Wien geschickt. Und wir ermöglichten der AUA eine Rekapitalisierung (eine Kapitalerhöhung um 140 Mio. Euro, Anm.), und das tun wir nicht, weil uns langweilig ist, sondern weil wir an das System glauben", sagte der für das wichtige Passagegeschäft zuständige Manager.
Abflüge verbessern
Weiter verbessern will er die Abflüge im Nachbarschaftsverkehr: Es sei nicht notwendig, dass beide - AUA und Lufthansa - etwa zeitgleich von Wien nach Frankfurt fliegen und es dann zwei Stunden keinen Flug gebe. Sinnvoll sei wohl eine bessere Verteilung über den Tag. Das Gleiche gelte für die Abflüge nach Zürich und München.
Lufthansa-Manager Norbert Lübben kündigte an, dass es ab sofort fünf tägliche Flüge von Berlin nach Wien gibt. Vier wird wie bisher die AUA durchführen, und neu ist einer am Nachmittag von der Lufthansa, ab 49 Euro, Oneway. Und das obwohl Berlin bis auf weiteres alles ab Tegel abwickelt, weil der neue Airport noch nicht startklar ist. Zum neuen Konzept gehören in Berlin Rabatte mit der Bordkarte, wie verbilligtes Einkaufen bei lokalen Kooperationspartnern beim Kaufhaus Kadewe oder bei Currywurst-Buden.
"Wir haben erkannt, dass Berlin zu groß ist, um es als Standort zu ignorieren", argumentierte Lübben. Bisher überließ die Lufthansa in der deutschen Hauptstadt Air Berlin der Vortritt. Von Berlin aus will Lufthansa Europa und Nordafrika-Flüge anbieten, und zwar sowohl Geschäftskunden als auch das Freizeitsegment bedienen. All das wäre aber mit der bisherigen Tarifstruktur der Deutschen Airline nicht in Einklang zu bringen gewesen. Deshalb wird in Berlin bei den Flugbegleitern auf Leasingpersonal zurückgegriffen. Und Joachim Schneider, Leiter der Bordprodukte, gesteht den Rivalen Emirates kopieren zu wollen. Emirates holt die Premiumkunden von zu Hause ab und chauffiert diese zum Flieger. "Diese Pläne gibt es bei Lufthansa nun auch", so Schneider. (Claudia Ruff, DER STANDARD; 2./3.6.2012)
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Und warum sollte die Lufthansa auch ein gut funktionierendes Drehkreuz in den Osten aufgeben? Sicher wird Wien nicht dieselbe Priorität haben wie FRA oder MUC, aber es is schon denkbar, dass Wien als Hub für Osteuropa und den Nahen Osten (Baghdad habens ja als Destination auch wieder aufgenommen) bleibt.
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"... bekennt sich zum ..."
Bedeutet in der Regel das Gegenteil.
Diese Floskel ist ähnlich zu "... er / sie hat sich stets bemüht ...", die Personalisten in Firmenzeugnissen gerne verwenden, wenn sie scheidende Blindgänger beschreiben.
Eine reduzierte AUA mit einem eigene Hub also - das klingt zumindest vernünftiger als die Gigantonomischen Ideen der AUA aus früheren Tagen.
Bleibt nur festzustellen, dass damit die Notwenidigkeit einer dritten Piste nicht mehr gegeben ist. Wobei der Ruf der AUA nach einer dritten Piste (Kapazitätsplus 0,3 Pisten, Kosten min. 2Mrd.) ohnehin nur von Manageren welche den Begriff Kostenrechnung nicht kennen kommen kann. Aber die haben ja bereits bewiesen was sie erreichen!
Bleibt zu hoffen, das das Flughafenmanagement die Zeichen richtig versteht, was Angesichts von Skylink und Beraterverträgen aber wohl auch nicht erwartet werden darf.
Was soll eigentlich diese schwachsinnige Formulierung "Sich zu etwas bekennen" immer in Österreich? Man bekennt sich zu Schuld, dazu Schokolade zu lieben oder zu einer Bettgeschichte. Mit anderen Worten: Dingen AUSSERHALB von Verträgen, Versprechen oder Sachen auf die irgendjemand bauen kann.
Wenn sich jemand in der Politik oder Wirtschaft zu etwas bekennt, oder noch besser, von jemandem fordert sich zu etwas zu bekennen, das ist doch komplett sinnlos oder? Das ist so als würde sich Bush hinstellen "Also ich bekenne mich dazu, ich würde nie ein Dorf bombardieren lassen, hö hö hö..."
Entweder legt man etwas vertraglich fest, oder man tut es eben nicht (und dann wissen auch alle Bescheid), diese Ö. Zwischenwegen gehen mir auf den Keks.
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