Die Queen - Unangefochten und unanfechtbar

2. Juni 2012, 08:59
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    foto: ap/grant

Auch sechzig Jahre nach der Thronbesteigung liegt Elizabeth II. Großbritannien zu Füßen - Eine Karriere

Am 6. Februar 1952, dem Todestag ihres Vaters König George VI., wurde Elizabeth Alexandra Mary of York zur Königin proklamiert. Auch sechzig Jahre später liegt ihr Großbritannien zu Füßen. Die Queen - eine Karriere.

Rechtzeitig zum Sommerloch haben schlaue Radiomacher der BBC ihre Zuhörer zum Nachdenken animiert: Wer hat in den letzten sechs Jahrzehnten Entscheidendes zum Leben auf den Britischen Inseln beigetragen? Aus mehr als 1000 Vorschlägen erstellten prominente Historiker eine Liste von 60 Namen - ein Name pro Jahr. Da sind Politiker (Margaret Thatcher, Tony Blair) ebenso vertreten wie Musiker (Benjamin Britten, John Lennon und Paul McCartney), Künstler (Salman Rushdie, Harold Pinter) und Wissenschafter (Jocelyn Bell Burnell). Die Porträt-Serie im Radio beginnt mit Edmund Hillary, dem Mount Everest-Bezwinger, und endet - natürlich - mit Queen Elizabeth II.

Das Vereinigte Königreich feiert am verlängerten Wochenende die 60-jährige Regentschaft seiner Monarchin. Geehrt wird eine rüstige Dame, die auch im 87. Lebensjahr noch unverdrossen ihren Dienst verrichtet: sehen und gesehen werden, lächeln, Blumen entgegennehmen, Smalltalk.

Ein "zweites elisabethanisches Zeitalter" sah Kriegspremier Winston Churchill heraufziehen, als der hübschen jungen Frau am 2. Juni 1953, ein gutes Jahr nach ihrem Amtsantritt, auch offiziell die Krone aufgesetzt wurde. Brav nennt die BBC ihr Radio-Projekt Die neuen Elisabethaner - als habe die Queen ihr Zeitalter so prägen können wie Elizabeth I. ab 1558.

Dabei besteht die Wirkung der zweiten Elizabeth gerade in der engen, formalen Auslegung ihrer Funktion als Repräsentantin der "königlichen Republik", von der Historiker David Starkey spricht. Sie hat weder die zu Beginn ihrer Amtszeit noch üblichen Todesurteile unterzeichnet, noch später verurteilte Terroristen in Nordirland aus der Haft entlassen. Das fiel in die Zuständigkeit gewählter Politiker. Sie hat weder geniale Dichter gefördert, noch moderne Architekten verdammt - Letzteres überließ sie ihrem Sohn und Thronfolger Charles.

"Verteidigerin des Glaubens"

"Sie verkörpert Stabilität in einer sich rasch verändernden Welt. Die Botschaft lautet: Keine Panik", analysiert Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury und geistliches Oberhaupt der anglikanischen Kirche - deren weltlicher Chef ist die Queen.

Genau dieses Beharren auf dem Status quo ist für Kritiker ein Pro blem: Die Elite der Insel sei sich stets selbst genug und werde alle Herausforderungen schon irgendwie meistern - zuvor aber noch schnell einen Gin Tonic trinken und ein paar Füchse jagen. Daher die mangelhafte Infrastruktur des Landes, der Kollaps der Industrie und die Abhängigkeit von Scheichs und Oligarchen. Die Königin gilt diesen Kritikern als inkarnierte Beharrung.

Ob das stimmt oder nicht: Elizabeth II. verkörpert jedenfalls das Lebensgefühl der britischen Durchwurstler: 80 Prozent der Briten stehen hinter ihr. Sie ist "so unangefochten wie unanfechtbar", schreibt Rupert Murdochs Sunday Times. Selbst der republikanische Economist freut sich auf "ein schönes Fest". Dabei kommt die Volkswirtschaft jeder zusätzliche Feiertag teuer zu stehen: Die Zentralbank rechnet mit einem Produktivitätsausfall von 7,2 Milliarden Euro, bloß Einzelhandel und Bierbrauer profitieren.

60 Jahre nach der Thronbesteigung steht Elizabeth Alexandra Mary Windsor so souverän da wie kaum jemals zuvor. "Eine subtile Kombination aus sturem Konservatismus, genau kalkulierter Distanz und pragmatischer Anpassung" habe Kritiker zum Schweigen gebracht, urteilt der Autor Bryan Appleyard.

Als die damals 25-Jährige ihrem verstorbenen Vater George VI. nachfolgte, hielten laut Queen-Biograf Robert Lacey die Hälfte der Briten ihre Regentschaft für gottgewollt. "Königin von Gottes Gnaden" steht noch heute auf jeder britischen Münze. Heute ist die Devotheit dem Respekt vor einer Lebensleistung und sentimentaler Zuneigung gewichen.

Dabei traten mit zunehmendem Wohlstand auf der Insel und der Befreiungsbewegung in den Kolonien schon in den 1950er-Jahren zunehmend Kritiker auf den Plan. Lord Altrincham musste sich 1957 von einem empörten Royalisten ohrfeigen lassen für die Bemerkung, die Königin müsse lernen, ihre Reden besser vorzutragen. Grundsätzlicher wurde dann der Dramatiker John Osborne: Die Monarchie stelle "den Goldzahn in einem Mund voller Fäulnis" dar.

Später kamen Kontroversen um die Ehen der Königskinder, Finanzkrisen und der Tod von Prinzessin Diana dazu. Elizabeth II. hat sie alle überdauert.

Ihr langjähriger Privatsekretär, Martin Charteris, hat seiner Vorgesetzten einmal gesagt: "Ihr Job besteht darin, einen Wohlfühl-teppich auszulegen." Eine skeptische, zunehmend areligiöse Gesellschaft, in der Materialismus und Selbstverwirklichung im Vordergrund stehen, hat diesen Wohlfühlteppich aber nicht bloß akzeptiert: Sie liegt ihrer tief religiösen, am Gemeinwohl orientierten Repräsentantin auf diesem Teppich sogar zu Füßen. (Sebastian Borger aus London /DER STANDARD, 2.6.2012)

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Und es stieg könig harold mit seinen mannen aus dem Nebelverhangen Meer empor, um die jüngste Tochter aus dem Geschlecht der Ururpatoren samt ihren Vasallen für immer zu verbannen aus dem Land der Angeln und Sachsen.

Alles bürokraten

Eine traurige truppe von leuten, die keine. Sinn für bilder bzw. symbole haben. ihr werdet sehen: die knochen kann mann abnagen, aber essen kann man sie nicht.
Vergleichen sie mal z.b. fischer mit der quern? na, klingelt's vireocht?

Putzig, wie die intellektuell scheinen wollende Community sich das Maul über eine Monarchie zerreisst, die derzeit von 80% der Untertanen gewünscht wird.

Es ist - wie ich finde - immer noch Sache der Briten/Engländer, die Monarchie zu beenden oder die rd. 1000 Jahre weiterzuführen.

Könige gehören in die Gruft!

Ohhh Ja .....

Das war doch mit dem alten Herren in der Hofburg genau so!

Bin ich froh, dass die Habsburger abgesetzt wurden.

und wenn jetzt die barkasse untergeht

kommt king ralph auf den thron

"Dagmar Koller" soll unsere Königin werden und unser moralisch heruntergekommenes Land wieder zu einem richtigen Operettenstaat für Seelige machen!

Es ist unglaublich, wie sich hier viele das Maul ueber die harmlose Queen zerreissen.

Ich denke, man muss hier gelebt haben um die Begeisterung, die heute trotz Regen auf den Strassen herrscht, zu verstehen.

Ich lebe jedenfalls lieber in einem Land mit einer Queen ohne politischem Einfluss als in einem Land mit einer Partei wie der FPOE in der Regierung. Oder habt ihr die schon abgesetzt? Nein?

Ja, die Queen und ihr spaßiger Ehegatte in einer goldenen Kutsche...
In England sind solche Skurrilitäten durchaus ok.

Generell sind mir in der heutigen Zeit Queens and Kings lieber als Paepste und Politiker (was irgendwie ueberbestimmt klingt ;)

Naja, England ist ja nicht die einzige Monarchie in Europa.

Und wenn eine Skurilitaet Menschen zusammen haelt, ihnen Freude bereitet und ein Laecheln oder ein Lachen ins Gesicht zaubert, finde ich das persoenlich ganz wunderbar und in Ordnung :)

England ist die einzig wahre Monarchie, die anderen sind doch nur Kasperln.

Ich sage nur Monaco, Liechtenstein und Vatikanstaat!

Letzteres vielleicht eine aber absolute Monarchie, aber offenbarr eher schwache Monarchie. Die Hausmeier des Vatikan können jedoch zu ihrem Bedauern nicht beim Papst anfragen, ob von Rechts wegen nicht der Papst sein sollte, der tatsächlich das Sagen hat.

Als Monaco von Genueser Piraten zum Fürstentum erklärt wurde, war England bereits einige Jahrhundert lang eine Monarchie.

Ein hinkender Vergleich also.

Ich will jetzt endlich mal die kleine frische da als Königin!

Wie heißt die doch gleich wieder?
Mit der letzten guten hatten wir Pech.
Keine alte wollen wir nicht.
Ein Theater ist des da drentn ...

eine Deutsche zur Königin bravo gut gemacht.

Sind doch eh alles Deutsche.

Wie klagten man doch schon im 18. Jahrhundert in Schottland über Georg I., den ersten (unzweifelhaft richtigen; Wilhelm II von Oranien war im Grunde auch schon einer, mochte aber als Holländer durchgehen) Deutschen auf dem englischen und damit auch schottischen Thron?

Wha the de'il hae we gotten for a king,
But a wee, wee German Lairdie

(Etwa: Wen zum Teufel haben wir da als König bekommen?
Doch nur ein klitzekleines deutsches Freiherrchen)

Und dann haben immer mehr eingeheiratet.

wo bleibt der liveticker?

Liveticker? Klingt bei der betagten Monarchin makaber.

Wir sollten froh sein, dass sie das Forum nicht schließen müssen.

anscheindend braucht ein großteil der bevölkerung jemand zum aufschauen

geh, seid doch nicht so boshaft, sie ist doch lässig, herzlichen glückwunsch

der wahre skandal ist

dass derstandard und der ORF und alle linken medien nicht vom richtungsweisenden pennälertag des MKV in linz berichtet haben, von so einem unsinn wie dem kronjubliäum aber schon

Hab fast nicht die Ironie bemerkt! ;)

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