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Die "grünsten Spiele der Neuzeit" - von Anfang an gehörte das Versprechen nachhaltiger Entwicklung zu den Kernargumenten für Londons Olympiabewerbung. "Wir haben nur einen Planeten", hieß es schon 2004 in der Bewerbungsbroschüre. "Nachhaltigkeit liegt uns am Herzen", beteuert David Higgins, der Leiter der Olympiabaubehörde ODA.
Unabhängige Kommission überwacht Vorbereitungen
Tatsächlich richteten die Briten als erster Austragungsort eine unabhängige Aufsichtsbehörde ein: die Kommission für ein nachhaltiges London 2012, kurz CSL genannt. Deren Team aus Ökonomen, Architekten und Naturwissenschaftern hat sowohl ODA wie auch das Organisationskomitee Locog unter Mittelstrecken-Olympiasieger Sebastian Coe regelmäßigen Überprüfungen unterzogen. Die schiere Existenz der Öko-Aufseher sei "weltweit führend", heißt es im jüngsten CSL-Bericht.
Inhaltlich mussten die Nachhaltigkeitsmahner manchen Rückschlag hinnehmen, nicht zu letzt wegen der wirtschaftlich schwierigeren Rahmenbedingungen. So sollte eigentlich ein großes Windrad zur Energieversorgung der Sportstätten beitragen; aus Spargründen wurde darauf verzichtet. Stattdessen erhalten die Olympiaanlagen im Ost-Londoner Stadtteil Stratford Strom, Heizung und Kühlung aus einem neu gebauten kleinen Kraftwerk, das mit Gas und Biomasse betrieben wird.
Dessen Architektur erinnert an das Ölkraftwerk von Giles Gilbert Scott an der Themse, das heute als Kunstmuseum Tate Modern weltberühmt ist. Der Nachbau liefert Energie für 10.000 Haushalte, fast so viele, wie nach den Spielen rund um den "Olympiapark Königin Elizabeth" entstehen sollen.
Stadien werden zurückgebaut
Auf den gut einen Quadratkilometer großen Park selbst sind die Olympiaorganisatoren besonders stolz, stellt er doch den ersten neu angelegten öffentlichen Park in London seit mehr als 100 Jahren dar. Aber auch bei den Bauwerken selbst war Umweltverträglichkeit oberstes Gebot. So ist das Olympiastadion um ein Drittel leichter als das Pekinger "Vogelnest", dementsprechend weniger Beton und Stahl wurden verbaut. Die Kapazität von 80.000 Zuschauern wird nach den Spielen auf 30.000 zurückgebaut.
Eine ähnliche Verkleinerung erfährt auch das Schwimmstadion, dessen Design aus der Feder der Architekten-Diva Zaha Hadid stammt. Dort, wo jetzt Stadien und Grünanlagen zum Besuch einladen, war noch vor zehn Jahren Industriebrache, umgeben von mehreren vierspurigen Autobahnen. Mittendrin lag eine Grünfläche, die der Stadtplan zu Recht als Sumpf bezeichnete.
Bis zu 14.000 Bauarbeiter mussten bis zu zwei Millionen Tonnen Erdreich auf der kontaminierten Industriebrache (Locog) bewegen und reinigen. Und weil man die Ökologie immer mitbedenkt, hat Locog auch eine Schätzung zur Klimabilanz: 1,9 Millionen Tonnen Treibhausgase sind in den vergangenen sieben Jahren angefallen.
Problemviertel verhindern
Beim Olympischen Dorf ging es von Anfang an um die langfristige Zukunft einer Siedlung, die in früheren Olympiastädten rasch zu einem Problemviertel wurde. "Da wurde für die Spiele gebaut und die Nutzung danach gar nicht bedacht", weiß der frühere Staatssekretär Nick Raynsford, der jetzt als Aufsichtsrat einer Wohnungsbaugesellschaft mit dem sportlichen Namen Triathlon Homes fungiert. Deren Aufgabe ist die Umwandlung der Athletenunterkünfte in Gemeindewohnungen - gut die Hälfte ist verkauft, andere werden zu Vorzugskonditionen vermietet, etwa an Krankenschwestern.
Ihre Küchen erhalten die Wohnungen erst nach den Spielen, die Athleten werden gemeinschaftlich verpflegt. Oder sie decken sich mit Gerichten ein, die das größte McDonald's-Schnellrestaurant der Welt zu bieten hat. Der Fastfood-Konzern gehört zu den Großsponsoren und darf deshalb knapp zehn Prozent der Verpflegung im Olympiapark liefern.
Immerhin sollen alle Hühnerschenkel, die rund 75.000 Liter Milch, 19 Tonnen Eier und 21 Tonnen Käse von der Insel stammen; Schokolade, Bananen, Tee und Kaffee tragen das Fairtrade-Label. (Sebastian Borger aus London, DER STANDARD, 2./3.6.2012)
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Oder sie decken sich mit Gerichten ein, die das größte McDonald's-Schnellrestaurant der Welt zu bieten hat. Der Fastfood-Konzern gehört zu den Großsponsoren und darf deshalb knapp zehn Prozent der Verpflegung im Olympiapark liefern...
das ist ja ärger als benzin in einen dieselmotor zu kippen.
Nachdem mein Beitrag nicht gelöscht wurde...
Giles Gilbert Scott hat definitiv zwei Kraftwerke geplant, das ölbetriebene (Tate Modern) gibt es und es ist mein Versehen, dies nicht berücksichtigt zu haben. Grund, Battersea hatte ich sehr oft mit dem Zug fahrend vor Augen, das andere nicht, ich ersuche um Nachsicht, es ist mein Fehler.
Spektakuläre Pläne von Chelsea FC, mal sehen...
http://www.spiegel.de/kultur/ge... 31862.html
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