Indonesien setzt Militäroffensive in Aceh fort

23. Juni 2003, 08:44
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Presse übt Kritik an Streitkräften

Jakarta - Trotz wachsender Zweifel an der indonesischen Militäroffensive in der separatistischen Provinz Aceh auf der Insel Sumatra hat die Armee erneut mehrere Dutzend Panzer in die Unruheregion verlegt. Die Zeitung "Jakarta Post" stellte das Vorgehen der Regierung am Montag offen in Frage: "Die Lösung des Aceh-Problems sollte als oberste Priorität Frieden und Gerechtigkeit für die Menschen in Aceh bringen. Militärische Operationen sind sicher keine Antwort", hieß es in einem Leitartikel.

Ein Militärsprecher erklärte am Montag, 36 Panzer seien in Aceh eingetroffen. "Wir werden sie einsetzen, um bewaffnete Separatisten zu vernichten, die Straßen zu sichern und zu verhindern, dass Separatisten den Zivilisten Schaden zufügen", sagte er. Seit Beginn der Offensive am 19. Mai kamen nach Angaben der Armee 255 Rebellen, 106 Zivilisten und 28 Soldaten und Polizisten ums Leben. Die Rebellen der Bewegung "Freies Aceh" (GAM) kämpfen seit mehr als einem Vierteljahrhundert für die Unabhängigkeit des ehemaligen Sultanats im Nordwesten der Insel Sumatra.

Die indonesische Armee setzt bei der Offensive vertragswidrig Schiffe der ehemaligen Nationalen Volksarmee der DDR ein, die sie in der ersten Hälfte der neunziger Jahre von Deutschland gekauft hatte. Dabei hatte sich Jakarta verpflichtet, die Militärboote nur für die Verteidigung der Grenzen einzusetzen. (APA/AP)

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